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Rassismus in Bremen: 39-Jähriger landet für Rassismus-Attacke im Krankenhaus - Spezialeinheit schlichtet Mietstreit

Die Polizei Bremen muss nach zwei rassistischen Attacken in Bremen eingreifen. Bei einem Vorfall schlug der Beleidigte mit Fäusten zurück – der Rassist muss ins Krankenhaus.

  • Zwei heftige Rassismus-Vorfälle in Bremen.
  • Schlägerei nach rassistischen Beleidigungen am Hauptbahnhof endet blutig.
  • Mann beleidigt rassistisch und bedroht 65-jährigen mit Pistole.

Bremen – Die Polizei meldet zwei heftige Rassismus-Vorfälle in Bremen. Am Hauptbahnhof kassierte ein Mann Prügel, nachdem er Straßenbahn-Fahrgäste rassistisch beleidigt hatte. In Woltmershausen lief es andersrum: Ein 49-Jähriger beleidigte einen 65 Jahre alten Mann rassistisch und bedrohte ihn anschließend mit einer Pistole. Die Polizei Bremen musste in beiden Fällen eingreifen, es kam zu Verletzungen. nordbuzz.de berichtet über die Rassismus-Attacken in Bremen.

Stadt in Deutschland:Bremen
Fläche:326,7 km²
Bevölkerung:547.976 (30. Apr. 2012)
Vorwahl:0421
Bürgermeister:Andreas Bovenschulte

Bremen bei Nacht: Rassistische Attacke in Straßenbahn endet mit Schlägerei am Hauptbahnhof

Zwei Konflikte mit rassistischen Beleidigungen in Bremen sind eskaliert. Die Polizei meldete beide Vorfälle am Freitagnachmittag, 4. September. Der spätere Vorfall ereignete sich am Hauptbahnhof und in der Straßenbahn, der andere kurz vorher in einer Garage in Woltmershausen. Beide Vorfälle begannen mit krassen rassistischen Beleidigungen, die nordbuzz.de nicht unzensiert wiedergibt.

Am Bremer Hauptbahnhof kam es nach rassistischen Beleidigungen zu heftigen Schlägen. (nordbuzz.de-Montage)

Der erste Vorfall ereignete sich Freitagmorgen um 3:45 Uhr am Bahnhofsplatz in Bremen-Mitte – also direkt vor dem Hauptbahnhof, wo es erst vor kurzem eine Meißel-Attacke gab. Die Polizei Bremen meldet nun, dass es dort nach rassistischen Beleidigungen zu tätlichen Angriffen kam. Die Auseinandersetzung soll in der Straßenbahn begonnen haben. Ein 39-jähriger Mann – stark angetrunken – habe dort heftige rassistische Beleidigungen ausgesprochen. Darunter waren Sprüche wie „Sch*** Ausländer“ oder „Drecksn***er“ – doch seine Attacke nahm ein jähes Ende, als am Hauptbahnhof ein 22-jähriger Mann in die Straßenbahn zugestiegen war.

Rassismus-Attacke am Bremer Hauptbahnhof endet für 39-Jährigen im Krankenhaus

Nachdem der 39-Jährige auch den Zugestiegenen rassistisch beleidigt habe, sei der Mann ausgestiegen – mit dem 22-Jährigen auf seinen Fersen. Dieser soll den 39-Jährigen dann körperlich angegriffen haben. Die Polizei Bremen berichtet, dass er den älteren Mann auch gegen den Kopf getreten haben soll. Der Rassismus-Trip des 39-Jährigen endete im Krankenhaus, wo Ärzte ihn wegen einer Kopfverletzung behandelten. Gegen den 39-Jährigen gibt es nun eine Strafanzeige wegen Beleidigung, der 22-Jährige muss sich wegen gefährlicher Körperverletzung verantwortet. Der Staatsschutz der Bremer Polizei ermittelt nun in dem Fall.

Ebenfalls in den Tätigkeitsbereich des Staatsschutzes fällt ein Streit aus Bremen-Woltmershausen. Dort kam es am Mittag des Donnerstags, 3. September, zu einem Streit, der mit einer gezogenen Waffe endete und ebenfalls von schweren rassistischen Beleidigungen geprägt war. Am selben Tag kam es an der Huckelriede zu einer Massenschlägerei*, wie kreiszeitung.de berichtet.

Mietstreit in Bremen-Woltmershausen eskaliert – rassistische Beleidigung und Drohungen mit Pistole

Die Polizei Bremen meldete einen Mietstreit in Woltmershausen, der eskalierte. Es soll zu rassistischen Beleidigungen und Drohgebärden mit einer Pistole gekommen sein. Am Donnerstag, 3. September um 12:30 Uhr sollen sich Vermieter und Mieter einer Garage in der Senator-Appelt-Straße getroffen haben, um ihren Mietstreit zu klären. Dabei ist es nach Angaben der Polizei zu einem Streit gekommen, in dessen Verlauf der 49 Jahre alte Mieter seinen 65 Jahre alten Garagen-Vermieter rassistisch beleidigt und mit einer Pistole bedroht haben soll.

Die geschilderten rassistischen Beleidigungen sind auch hier extrem heftig: „Ich bring dich um du N**ger“ – so soll sich der 49-Jährige gegenüber des betagten Herrn geäußert haben. Anschließend sei er zu seinem Wagen gegangen und habe eine „täuschend echt aussehende Pistole“ geholt, so die Bremer Polizei. Die Beamten erschienen rechtzeitig am Einsatzort und stellten den 49-Jährigen am Ort des Geschehens.

Rassismus-Streit in Bremen: Spezialkräfte der Polizei rücken an

Da nicht klar gewesen sei, ob es sich bei der Pistole um eine scharfe Waffe handelte, ist die Bremer Polizei mit Spezialkräften angerückt. Der 49-jährige Mann habe sich jedoch „widerstandslos festnehmen“ lassen, teilt die Bremer Polizei mit. Die Beamten beschlagnahmten daraufhin seine Waffe, eine „CO2 Softair Pistole“ – der 49 Jahre alte Waffenbesitzer sei nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen entlassen worden.

Polizeilicher Staatsschutz

„Polizeilicher Staatsschutz ist der Oberbegriff für kriminalpolizeiliche Behördenabteilungen, deren Hauptaufgabe in der Verfolgung und Verhinderung politisch motivierter Straftaten liegt. Abteilungen des polizeilichen Staatsschutzes existieren in Deutschland auf den Ebenen der regionalen Polizeibehörden, der Landeskriminalämter, sowie des Bundeskriminalamtes. Der polizeiliche Staatsschutz ist nicht mit dem Verfassungsschutz zu verwechseln und anders als dieser kein Nachrichtendienst.“ (Quelle: Wikipedia)

Nun ermittelt der Bremer Staatsschutz. Die Bremer Polizei sucht in diesem Fall noch Zeugen. Wer am Donnerstag, 3. September, gegen 12:30 Uhr in der Senator-Appelt-Straße in Bremen-Woltmershausen etwas von dem Streit mitbekommen hat, soll sich beim Kriminaldauerdienst (0421/362-3888) oder auf der nächsten Polizeiwache melden. Vielleicht erzählen die Beamten dort dann auch, wie sie die Kinderwagen-Gang in Burglesum schnappen konnte. *kreiszeitung.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Polizeipräsidium Niederbayern/Mohssen Assanimoghaddam/dpa/picture alliance

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