Alkoholverbot und Masken-Pflicht

Bremen: Senat erlaubt Prostitution - knallharte Einschränkungen für Besucher

Bordelle in Bremen sind wegen der Coronavirus-Pandemie geschlossen. Jetzt hat der Senat entschieden, Prostitution erneut zu erlauben - doch es gelten knallharte Regeln.

  • Aufatmen in Bremen: Prostitution ist ab Mitte September wieder erlaubt.
  • Bremer Senat erlässt strenge Auflagen für Prostituierte und Besucher.
  • Illegale Gewerbe in Bremen sollen durch die Lockerungen verhindert werden.

Bremen - Im Land Bremen ist, wie auch in den anderen norddeutschen Bundesländern Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein Prostitution bald wieder erlaubt - trotz andauernder Corona-Krise. Ab dem 15. September dürfen Prostituierte ihre Arbeit wieder aufnehmen und Bordelle wieder öffnen.

Stadt:Bremen
Einwohner:567.559 (Stand: 31. Dezember 2019)
Fläche:325,56 Quadratkilometer
Vorwahl:0421

Bremen: Prostitution in Norddeutschland erlaubt - Senat will illegale Gewerbe verhindern

Aber natürlich gibt es auch bei der Prostitution in Bremen Einschränkungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie. So müssen die Prostituierten nach Terminabsprache arbeiten und Kontaktlisten führen, um das Infektionsrisiko gering zu halten. Es gilt ein Alkoholverbot und eine Mund-Nasen-Bedeckung ist Pflicht. Die Landesregierungen der Bundesländer haben die Lockerungen als Stufenkonzept beschlossen - so sind Prostitutionsveranstaltungen und Prostitution in Fahrzeugen weiterhin verboten.

Prostituierte demonstrierten in Hamburg gegen das Arbeitsverbot. Bremen lässt diese Arbeit Mitte September wieder zu.

Ein wichtiger Punkt sei gewesen, dass die Lockerungen im Einklang mit den umliegenden Bundesländern entschieden werden. In der offiziellen Mitteilung des Gesundheitsressorts Bremen heißt es: „Die norddeutschen Bundesländer gehen hier gemeinschaftlich vor, damit es zu keinen Asymmetrien an ihren Landesgrenzen kommt“. Außerdem seien die Lockerungen zurzeit rechtlich gesehen erlaubt und es werde zudem das Ziel verfolgt, Illegalität im Bremer Prostitutionsgewerbe zu verhindern.

Bremen: Bordelle in Niedersachsen nach Gerichtsurteil geöffnet - Hamburg lässt Prostitution auch wieder zu

In Niedersachsen durften Bordelle nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Lüneburg bereits Ende August wieder Kunden empfangen. Auch in Sachsen-Anhalt hatte das OVG vergangene Woche entschieden, dass Bordelle wieder öffnen dürfen.

Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) geht davon aus, dass mit der jetzigen Entscheidung eine Klage der Bordellbetreiber und Sexarbeiterinnen aus Hamburg fallen gelassen wird. Sie hatten beim Verwaltungsgericht einen Eilantrag gestellt, wie der NDR berichtet.

Bremen: Nach monatelanger Bordell-Schließung - Prostituierte kämpfen für Wiedereröffnung

Die Prostituierten hatten in Hamburg bereits gegen das Berufsverbot demonstriert, um auf ihre Probleme während der Coronavirus-Pandemie aufmerksam zu machen. Sie forderten, dass die Bordelle wieder öffnen dürfen und Prostitution wieder erlaubt sein sollte.

Unverständnis bei Prostituierten und Bordellbetreibern herrschte, weil in Hamburg körpernahe Tätigkeiten wie Massagen und Kampfsport schon lange wieder erlaubt sind. Wegen der Coronavirus-Pandemie sind die Bordelle in Bremen, Hamburg und anderen Bundesländern monatelang geschlossen gewesen.

Rubriklistenbild: © Daniel Reinhardt/dpa

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