Pastor beleidigte Homosexuelle

Bremen: Hetz-Pastor Olaf Latzel angeklagt - Amtsgericht legt Datum für Prozessbeginn fest

Pastor Olaf Latzel hat heftig gegen Schwule und Lesben gehetzt. Die Bremische Evangelische Kirche lässt ihn dennoch weiter predigen. Jetzt steht das Datum des Prozessbeginns fest.

  • Pastor Olaf Latzel äußerte sich im Oktober 2019 gegen Homosexuelle.
  • Das Amtsgericht Bremen eröffnet im September 2020 das Verfahren gegen den Hetz-Pastor.
  • Die Bremische Evangelische Kirche (BEK) hat entschieden, Latzel bleibt vorerst im Dienst.

Update vom 8. September: Bremen - Der Prozess gegen den evangelischen Pastor Olaf Latzel in Bremen wegen Volksverhetzung beginnt am 20. November. Das teilte das Amtsgericht Bremen am Dienstag mit. Der Fall werde aus Platzgründen nicht im Gericht, sondern im Konzertsaal „Die Glocke“ verhandelt.

Das Amtsgericht Bremen hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass es die Anklage unverändert zulässt. Die Leitung der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK) hat sich erschüttert über den Fall geäußert. Gegen den konservativen Pastor Olaf Latzel, der von seiner Gemeinde St. Martini unterstützt wird, läuft auch ein innerkirchliches Disziplinarverfahren.

Stadt:Bremen
Fläche: 325,56 Quadratkilometer
Einwohner:567.559 (Stand: 31. Dezember 2019)
Vorwahl:0421

Evangelische Kirche in Bremen: Hetz-Pastor Olaf Latzel wegen Volksverhetzung angeklagt

Update vom 5. September, 8:00 Uhr, Bremen – Der Fall Latzel nimmt Fahrt auf. Wie butenunbinnen.de meldet, hat das Bremer Amtsgericht das Hauptverfahren gegen den Pastor eröffnet. Noch in diesem Jahr soll der Prozess beginnen. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft ist heftig: Latzel wird wegen Volksverhetzung angeklagt. Weder die Evangelische Kirche noch Latzel äußerten sich zu dem Verfahren. Sollte Pastor Olaf Latzel verurteilt werden, drohen bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe.

Erstmeldung vom 19. August, 16:29 Uhr, Bremen– Pastor Olaf Latzel ist wegen Volksverhetzung angeklagt. Der Grund: Er beleidigte öffentlich Homosexuelle - in einem Ehe-Seminar, aber auch im Netz. Trotzdem darf er weiter als Pastor in der Sankt Martini-Gemeinde in Bremen tätig sein, das hat die Bremische Evangelische Kirche (BEK) jetzt beschlossen.

Bremen: Hetz-Pastor darf weitermachen - diese Beleidigungen äußerte er

Der Hetz-Pastor habe laut Staatsanwaltschaft unter anderem „Homosexuelle generalisierend als Verbrecher und die Homosexualität als Degenerationsform der Gesellschaft“ bezeichnet, wie butenunbinnen.de berichtet. In einem Youtube-Video hatte er, laut Zeit.de, unter anderem gesagt: „Überall laufen diese Verbrecher rum vom Christopher Street Day.“

Pastor Olaf Latzel darf trotz seiner Anklage wegen Volksverhetzung weiter im Dienst sein. (nordbuzz.de/Montage)

Später entschuldigte sich Olaf Latzel für die Worte und führte an, er habe nichts gegen Homosexuelle. Darüber hinaus sorgte er mit beleidigenden Äußerungen auch gegenüber dem Islam und der katholischen Kirche für Aufsehen.

Bremen: Hetz-Pastor darf weitermachen – Verfahren bleibt bestehen

Im Juli einigten sich Vertreter der Kirchenleitung in Bremen mit Olaf Latzel auf eine Beurlaubung geeinigt - bis zum kommenden Montag. Die Staatsanwaltschaft hatte Anklage wegen wegen Volksverhetzung gegen den Hetz-Pastor erhoben. Dennoch darf er jetzt vorerst weitermachen. Latzel hat sich gegenüber dem Kirchenausschuss „zu einer Mäßigung im Rahmen seines Verkündigungsauftrags verpflichtet“, heißt es.

Ansonsten bleibt der Inhalt des Gesprächs im Haus der Kirche in Bremen geheim. Das kirchliche Disziplinarverfahren aus dem Mai ist von der Vereinbarung allerdings unberührt und bleibt so lange ausgesetzt, bis das Strafverfahren gegen den Hetz-Pastor abgeschlossen sei.

Bremen: Hetz-Pastor darf weitermachen – harte Kritik auf Twitter

Auf Twitter wird die Entscheidung der BEK kritisch gesehen. „Weil Nasen wie er geduldet werden, bin ich aus der Kirche ausgetreten“, schreibt ein User. Ein anderer spricht ihm seine Eignung Priester zu sein: „Seine Einstellung ist wie Rassismus einfach falsch und keine Meinung.“

Auch, dass Bremer „Rat- und Tat-Zentrum“ kann, laut butenunbinnen.de die Entscheidung der BEK nicht nachvollziehen. Die Kirche hätte vor diesem Schritt erst das gerichtliche Verfahren abwarten sollen. Einige sind so empört, dass sie sich mithilfe einer Onlinepetition, für die Absetzung des Hetz-Pastors einsetzen.

Rubriklistenbild: © Ingo Wagner

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