Aus aktuellem Anlass

Verbraucherzentrale Bremen: Vorsicht bei Konzert-Karten aus dem Internet

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Die Verbraucherzentrale Bremen warnt davor, allen Internet-Händlern blindlings zu Vertrauen.

Zugegeben, komfortabel ist es ja schon: Ein paar Klicks hier und dort – und schon ist das Konzert gebucht. So einfach geht das mit den Online-Tickets. Aber: Die Verbraucherzentrale Bremen warnt aus aktuellem Anlass davor, allen Internet-Händlern blindlings zu Vertrauen.

Das ist passiert: Eine Frau aus Bremen buchte bereits im August 2016 auf der Verkaufsplattform TicketTube Karten für ein im Oktober 2017 in Bremen geplantes Konzert. TicketTube ist jedoch nur ein Ticketwiederverkäufer. Das bedeutet: TicketTube erwirbt beziehungsweise bestellt selbst Tickets, beispielsweise bei einem Großhändler, und verkauft diese Eintrittskarten weiter an Konzertbesucher. Im aktuellen Fall hatte die Verbraucherin ihre Konzertkarten Anfang Januar 2017 nicht erhalten, obwohl der offizielle Verkauf bereits begonnen hat.

Die Tickets können kurzfristig oder gar nicht kommen

TicketTube nimmt eine Vielzahl von konkreten Bestellungen an, gibt jedoch keine Garantie für eine Lieferung der bestellten Karten, da sie diese selbst ja gar nicht vorrätig haben. Damit, so die Verbraucherzentrale in einer Pressemitteilung, bestehe die Gefahr, dass die Konzertkarten entweder kurz vor Konzertbeginn – schlimmstenfalls erst am Veranstaltungstag – beim Verbraucher ankommen oder die Lieferung sogar gänzlich ausbleibt. So steht es auch in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen: „In Ausnahmefällen kann es zu einer kurzfristigen bzw. Last-Minute-Lieferung kommen. In Einzelfällen kann es je nach Marktlage vorkommen, dass die gewünschten Tickets trotz aller Anstrengungen von TicketTube nicht lieferbar sind."

Problem: Der überhöhte Preis

Die Verbraucherin hat 89 Euro pro Karte bezahlt, während Tickets für die beste Kategorie vom Veranstalter für 55 Euro angeboten wurden. Der Aufpreis betrug somit 34 Euro, und das ohne Garantie, die Karten überhaupt zu bekommen. TicketTube erklärt dies auf der Website wie folgt: „Da TicketTube ein kommerzielles Ticketbüro ist, sind die Ticketpreise stark abhängig von Angebot und Nachfrage auf dem Markt. Auch ist der Ankauf der Tickets von ausverkauften Konzerten mit einem hohen Aufwand verbunden, weshalb die Verkaufspreise mitunter stark vom Originalpreis der Konzertkarten abweichen können. Durch diese Mehrkosten können wir unseren Kunden den Besuch eines bereits ausverkauften oder sehr kurzfristigen Konzertes ermöglichen."

Im konkreten Fall seien die Konzertkarten allerdings problemlos direkt beim Veranstalter in allen Preiskategorien erhältlich gewesen, wie ein Test der Verbraucherzentrale Mitte Januar ergeben hat. Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen, sagt deswegen: „Wir empfehlen Verbrauchern, keine Tickets bei Dritt-Anbietern zu kaufen, sondern am besten direkt beim Veranstalter oder bei der Agentur, die vom Veranstalter empfohlen wird. Konzertgänger sollten besonders wachsam sein, wenn ein Ticketverkäufer Karten vor dem offiziellen Vorverkaufsstart anbietet." Grundsätzlich besteht beim Kauf eines Tickets im Internet kein Widerrufsrecht.

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