Musik per Video-Call

Konzerte trotz Corona: Bremer Musik-Branche kämpft gegen Krise

Endlose Tourneen oder ausgiebige Studio-Sessions ‒ für viele Musiker aus Bremen ist das Tagesgeschäft. Doch im Corona-Lockdown müssen kreative Wege her.

  • Dank Corona-Lockdown: Seit März 2020 brechen der Musik-Szene fast alle Einnahmen weg.
  • Musiker suchen neue Wege, um auf sich aufmerksam zu machen.
  • „Club100“ oder „Vorspiel @ Home“ sind Bremer Beispiele für eine gelungene Umsetzung von digitalen Konzerten.

Bremen ‒ Die Coronavirus-Pandemie trifft Kulturschaffende im Land Bremen, so auch Musikerinnen und Musiker, besonders hart. Seit März 2020 befindet sich die Musikwelt im Lockdown. Wann es wieder wie zuvor mit Konzerten & Co. weitergeht, ist noch ungewiss. Neue Regeln, die vergangene Woche im Zuge des Corona-Gipfels beschlossen wurden, lässt die Wiederaufnahme der Musik- und Kulturszene völlig außen vor. Von der eigenen Musik leben zu können ‒ für viele Hobbymusiker eine absolute Wunschvorstellung ‒ scheint aktuell schwerer als je zuvor.

Sänger:Joris
Geboren:1. Dezember 1989
Geburtsort:Stuhr
Vollständiger Name:Joris Ramon Buchholz

Corona-Krise im Land Bremen raubt Musikern Kreativität – Joris entwickelt neue Konzepte mit

Für viele Musiker sorgt die Perspektivlosigkeit der Branche für fehlende Motivation und Kreativität, wie die Bremer Pianistin Ella Winkelmann in einem Medienbericht offenbarte. Während es für viele Hobbymusiker zurück in ihren erlernten Berufen geht, nutzen Berufsmusiker nun neue Wege, um Einnahmen zu generieren.

Wie der Sänger Joris, gebürtig aus Stuhr (Niedersachsen), sorgen sich auch andere Musik-Profis um den Erhalt der gesamten Kulturbranche. Denn nicht nur Musikschaffende haben mit der Corona-Pandemie zu kämpfen. Menschen, die eher hinter den Kulissen agieren, wie Techniker oder Aufbauhelfer, sieht der 31 Jahre alte Sänger von Hits wie „Nur die Musik“ genauso in Gefahr wie die Veranstaltungsbranche an sich. Da müssen neue Konzepte her, um dem Wirtschaftszweig eine neue Perspektive zu geben.

Bands und Musiker wie Selig, Pohlmann, Madsen oder Sofia Portanet sind bereits bestätigt, weitere sollen folgen. Das Bremer Projekt „Club100“ bringt dir deine Lieblingsband per Live-Stream direkt nach Hause und fördert dabei nicht nur die Musiker, berichtet kreiszeitung.de*. Wie auch für ein echtes Konzert muss der Zuschauer zunächst ein Ticket kaufen. Die Fans dürfen sich über eine hochprofessionelle Performance freuen, die vergleichbar sei mit Fernsehproduktionen, sagt Mit-Initiator Christian Tipke. Erfahrene Kameraleute und Regisseure begleiten das Projekt, genauso wie zahlreiche Techniker im Hintergrund.

Mit digitalen Konzerten versuchen Musiker wie Joris die Branche am Leben zu halten. (nordbuzz.de-Montage)

Vom Live-Stream profitieren also noch weitere Berufsgruppen, die in der schwierigen Zeit oft vergessen werden, weil sie nicht im Vordergrund stehen. Mit großer Neugierde wird das Projekt aus Bremen auch in anderen Bundesländern beobachtet. Es ist gut möglich, dass „Club100“ Schule machen wird.

Eine weitere Idee zur Stärkung der Musik-Branche im Land Bremen hört auf den Namen „Vorspiel @ Home“. Die Initiative des Radiosenders „Bremen Vier“ bietet Musikern eine Plattform, um mit den Fans zu interagieren. Es handelt sich um ein besonderes Erlebnis für jeden Musik-Fan, denn die Zugänge für die Online-Passwörter sind stark begrenzt.

Gäste wie Joris, Bosse, Johannes Oerding, der mit Ina Müller liiert ist*, Silbermond oder Clueso präsentieren allerdings nicht nur neue Musik. Per Video-Call können Fans Gesprächen lauschen und sogar den einen oder anderen privaten Einblick erhaschen, wenn die Lieblingsband Eintritt in Proberäume und Wohnzimmer gewährt. Wie bewältigen die Musiker die Corona-Krise und wie sehr fiebern sie dem Ende des Lockdowns entgegen? Natürlich werden auch diese Fragen bei „Vorspiel @ Home“ beantwortet. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Matthias Balk/dpa & Sina Schuldt/dpa

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