Bremer Schüler in der Kritik

"Fridays for Future"-Schock: Schüler fliegen bei jeder zehnten Klassenreise

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Bei den „Fridays for Future“-Demonstrationen fordern tausende Bremer Schüler einen besseren Klimaschutz. Wenn es um Klassenfahrten geht, widersprechen sich die Schüler in Bremen jedoch selbst.

In Bremen demonstrieren tausende Schüler bei „Fridays for Future“. Doch von wegen Klimaschutz! Jede zehnte Klassenfahrt wird mit dem Flugzeug gemacht.

  • In Bremen gehen tausende Schüler im Rahmen der „Fridays for Future“-Demo auf die Straße
  • Doch von wegen Klimaschutz - jede zehnte Klassenfahrt wird mit dem Flugzeug gemacht
  • Jetzt stehen die Bremer Schüler in der Kritik

Bremen - Viele junge Menschen protestieren im Rahmen der „Fridays for Future“-Bewegung, die von Klima-Aktivistin Greta Thunberg ins Leben gerufen wurde, auch in Bremen für den Klimaschutz. Zu tausenden gehen die Demonstranten, meistens Schüler, jeden Freitag auf die Straße. Dann skandieren sie ihre Forderungen nach weniger CO2-Ausstoß, erneuerbaren Energien oder dem Abschalten von Kohlekraftwerken. Doch jetzt zeigte ausgerechnet die Bildungsbehörde in Bremen auf - die Schüler widersprechen sich selbst. Denn: jede zehnte Klassenfahrt wird in Bremen mit dem Flugzeug absolviert.

Bremen: Schüler widersprechen sich selbst - jede zehnte Klassenfahrt wird mit Flugzeug gemacht

Stand November wurden der Bildungsbehörde in Bremen insgesamt 165 Klassenfahrten an 63 weiterführenden Schulen gemeldet. Bei 14 Reisen, also neun Prozent der Klassenfahrten, flogen die Schüler - jede zehnte Klassenfahrt wird also mit dem Flugzeug gemacht. Ein krasser Widerspruch zu dem, was die „Fridays for Future“-Demonstranten, welche größtenteils Schüler sind, regelmäßig fordern - einen bessere Klimaschutz. Immerhin: die meisten Reiseziele der Schüler aus Bremen lagen in Europa, am beliebtesten waren London und Barcelona. Doch schon jetzt ist auffällig, dass der Anteil der Flugreisen bei den Bremer Klassenfahrten wächst. 

Bremen: Anteil der Flugreisen bei Klassenfahrten wächst - Bildungssenatorin kritisiert Schüler

Im letzten Schuljahr wurden der Bildungsbehörde Bremen insgesamt 575 Klassenfahrten gemeldet, 35 davon per Flugzeug (sechs Prozent). Die Bremer Bildungssenatorin Claudia Bogedan nimmt deshalb die Schüler in Bremen in die Pflicht. „Angesichts der vielen Aktivitäten zum Klima-Streik durch Schüler in Bremen setzen wir darauf, dass die Schüler in ihren Schulen auch bei der Wahl ihrer Reiseziele und -mittel auf klimafreundliches Reisen achten“, sagt die SPD-Politikerin zur Bild. Doch die Kritik richtet sich auch an die Reiseanbieter: „Problematisch ist dies allerdings, wenn Flugreisen in deutsche und europäische Städte günstiger sind als Fahrten mit der Bahn“, findet die Bildungssenatorin aus Bremen. Erst kürzlich hatte ein FDP-Politiker das Bundesland Bremen kritisiert, nun wehrt sich die Bremer Justizbehörde.

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