Alle Infos über Bremen

Bremen: Geschichte und Sehenswürdigkeiten - alles über die Freie Hansestadt

+
Der Marktplatz in Bremen mit dem Rathaus (li), dem Dom (mi) und der Bremer Bürgerschaft (re).

Bremen zählt zu den größten und bedeutsamsten Städten in Bremen. Egal ob die Geschichte oder Sehenswürdigkeiten - wir haben alle Infos über die Hansestadt.

Bremen - Die Stadt Bremen zählt zu den größten und bedeutsamsten in Deutschland. Als Teil eines Zwei-Städte-Staates gehört Bremen gemeinsam mit Bremerhaven zudem zu den 16 Bundesländern der Bundesrepublik. Neben dem kulturellen und wirtschaftlichen Zweig erhält die Hansestadt vor allem durch den Fußball-Bundesligisten SV Werder Bremen regelmäßig überregionale Aufmerksamkeit. 

Bremen: Die zehn wichtigsten Informationen zur Hansestadt

  • Mit 569.352 Einwohnern (Stand: Dezember 2018) ist Bremen die elftgrößte Stadt Deutschlands
  • Bremen ist Teil der Metropolregion Nordwest (u.a. Oldenburg) mit rund 2,7 Millionen Einwohnern
  • Gemeinsam mit Bremerhaven bildet die Stadt Bremen das Bundesland Bremen
  • Erstmalige geschichtliche Erwähnung fand Bremen im 8. Jahrhundert
  • Friedrich Barbarossa machte Bremen im Jahr 1186 zur freien Stadt - das ist Bremen noch heute
  • Der Bremer Roland (1404) und das Bremer Rathaus (1409) sind Teil des UNESCO-Weltkulturerbes
  • Bremen gilt europaweit als einer der bedeutendsten Standorte der Raumfahrt
  • Der Fußball-Bundesligist SV Werder Bremen zählt zu den erfolgreichsten Vereinen in Deutschland
  • In Bremen befindet sich das größte Produktionswerk der Daimler AG (Mercedes-Benz)
  • Das Bundesland Bremen erwirtschaftete im Jahr 2018 ein Bruttoinlandsprodukt von 34,4 Milliarden Euro

Bremen: Die Geschichte der Freien Hansestadt

Der Stadtkern von Bremen liegt auf einem Dünenrücken, der etwa zehn Meter über dem Meeresspiegel liegt. Hier ließen sich zwischen dem 1. und dem 8. Jahrhundert die ersten Menschen nieder. Das Gebiet bot sich an, da es trotz der Nähe zur Weser, die das heutige Bremen von Südosten nach Nordwesten verlaufend durchquert, nicht häufig überschwemmt wurde. Im Jahr 782 wurde Bremen erstmals erwähnt. In der Lebensbeschreibung von Missionar Willehad, der im Zuge der Christianisierung von Karl dem Großen in die Weserregion geschickt wurde, steht geschrieben: "...hat man uns aus Bremen vertrieben und zwei Priester erschlagen."

Bremen: Friedrich Barbarossa macht Bremen zu einer freien Reichsstadt

Im Jahr 787 wurde Bremen schließlich von Karl dem Großen zum Bischofssitz erhoben und erhielt so erstmals auch auf Reichsebene Einfluss. Es sollte jedoch bis zum Jahr 1186 dauern, ehe Bremen von Kaiser Friedrich Barbarossa zu einer freien Reichsstadt ernannt wurde. Bremen unterstand fortan direkt dem Kaiser und nicht mehr der Regierungsgewalt der Kirche. Im Jahr 1260 trat Bremen schließlich der Hanse bei, einer Vereinigung niederdeutscher Kaufleute, die so gemeinsam ihre wirtschaftlichen Interessen vertraten. Bremen blühte in der Folge durch den Freihandel auf und wurde so zu einer reichen Stadt. Als Zeichen seiner Freiheit ließ Bremen den Roland (1404) sowie das Rathaus (1409) auf dem Marktplatz bauen - beides gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe.

In den darauffolgenden Jahrhunderten bewahrte Bremen sich ein ums andere Mal das Privileg, eine freie Hansestadt zu bleiben. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) sicherte Kaiser Ferdinand III. die Freiheit der Stadt Bremen. Nach der französischen Besetzung infolge der Napoelonischen Kriege durch Napoleon Bonaparte (1811-1814) wurde Bremen erneut zur freien Stadt. Weil die Weser über die Zeit bereits mehrfach versandete, kaufte Bremen im Jahr 1827 schließlich die Siedlung Bremerhaven vom Königreich Hannover ab. Seither gehört Bremerhaven, das etwa 60 Kilometer nordwestlich von Bremen liegt, als Exklave zum Stadtstaat Bremen.

Bremen: Auch unter der US-Amerikanischen Besatzung bleibt die Hansestadt frei

Auch nach der nationalsozialistischen Herrschaft (1933-1945) und dem Zweiten Weltkrieg, in dem 62% der Stadt zerstört und über 4000 Zivilisten getötet wurden, schaffte es Bremen, eine freie Stadt zu bleiben. Die US-Amerikaner, die das in der Britischen Besatzungszone gelegene Bremen gemeinsam mit Bremerhaven als Exklave nutzten, um für Nachschub in die eigene Besatzungszone zu sorgen, gestatteten Bremen die am 21. Oktober 1947 erlassene Landesverfassung der Freien Hansestadt Bremen. Seit 1949 ist das Land Bremen mit seinen Städten Bremen und Bremerhaven ein Bundesland der Bundesrepublik Deutschland. Bremen und seine Autobahnen - alles über die A1, A27, A270 und A281.

Bremen: Das sind die bekanntesten Sehenswürdigkeiten in der Bremer Altstadt

Bremer St. Petri Dom: Der Bremer St. Petri Dom ist das älteste noch erhaltene Gebäude der Stadt. Es befindet sich östlich des Marktplatzes auf dem höchsten Punkt der Weserdüne (10,5 Meter über Meerespiegel). Der Dom wurde von 1044 bis 1070 auf älteren Vorgängerbauten errichtet und im 13. Jahrhundert im Stil der Gothik umgebaut. 

Nachdem der Bremer Dom im 14. und 15. Jahrhundert mehrfach ausgebaut wurde, kam es erst im späten 19. Jahrhundert zu einer umfangreichen Renovierung. Zuvor war bereits einer der beiden Türme eingestürzt. Von 1888 bis 1901 wurde der Bremer Dom, der zur evangelisch-lutherischen Domgemeinde St. Petri gehört, schlussendlich renoviert. Seit 1973 steht der 98 Meter hohe Bremer St. Petri Dom unter Denkmalschutz.

Bremen: Roland und Rathaus - Bremer Wahrzeichen als Teil des UNESCO-Weltkulturerbes

Bremer Roland: Der 1404 gebaute Bremer Roland wurde als Zeichen der Freiheit Bremens gebaut und gilt heute als eines der Wahrzeichen der Stadt. Die Figur, die sich auf dem Marktplatz in Bremen befindet, blickt in Richtung des St. Petri Doms und ist rund fünfeinhalb Meter hoch. Mit dem Pfeiler im Rücken, der die Statue stützt, sowie dem Baldachin über der Figur kommt der seit 1973 unter Denkmalschutz stehende Bremer Roland auf eine Gesamthöhe von 10,21 Metern. Damit ist der Bremer Roland, der seit 2004 zudem zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, die größte freistehende Statue des deutschen Mittelalters.

Bremer Rathaus: Genauso wie der Bremer Roland steht auch das Rathaus seit 1973 unter Denkmalschutz, seit 2004 gehört es zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das Rathaus befindet sich an der Nordostseite des Marktplatzes in Bremen und gilt es als eines der bedeutenden Bauwerke der Backsteingotik. Im Jahr 1409 wurde das heutige Bremer Rathaus nur unweit des St. Petri Doms gebaut und war damit eine Demonstration des städtischen Selbstbewusstseins gegenüber dem Erzbischof und der Kirche. Ebenso wie der Roland gilt auch das Rathaus als Zeichen der Freiheit Bremens. Heute ist das Bremer Rathaus der Sitz des Senats (Landesregierung) und des Bürgermeisters.

Bremen: Bremer Stadtmusikanten - eine Bronzestatue erweckt das Märchen zum Leben

Bremer Stadtmusikanten: Die Bremer Stadtmusikanten zählen zu den Wahrzeichen der Hansestadt. Die 1953 von Gerhard Marcks erbaute Bronzestatue befindet sich auf der linken Stirnseite des Bremer Rathauses und befindet sich seit 1955 im Besitz der Stadt Bremen. Das etwa zwei Meter hohe Denkmal der Bremer Stadtmusikanten wurde zugunsten des gleichnamigen Märchens der Brüder Grimm errichtet, welches 1819 erstmalig veröffentlicht wurde. 

Hierin machen sich vier Tiere (Esel, Hund, Katze und Hahn), die von ihren Besitzern aufgrund ihres Alters für nicht mehr nützlich gehalten werden, auf den Weg nach Bremen, um Stadtmusikanten zu werden. Als sie in einem Wald übernachten müssen, finden sie jedoch ein Räuberhaus. Die vier Tiere erschrecken und vertreiben die Räuber, indem sie sich vor dem Fenster aufeinanderstellen und mit lautem "Gesang" hineinbrechen. Anschließen verteidigen sie das Haus erfolgreich gegen einen zurückkehrenden Räuber und machen es zu ihrem neuen Heim. Die aufeinanderstehenden Tiere verewigte Gerhard Marcks im Jahr 1953 in Bremen schließlich zur weltbekannten Bronzestatue.

Bremen: Die Böttcherstraße - von der Handelsstraße zum Touristenmagneten

Die Böttcherstraße: Die heutige Böttcherstraße ist eine circa 110 Meter lange Straße in der Bremer Altstadt, die im Süden vom Marktplatz abgeht. Die meisten Gebäude wurden in der Zeit von 1922 bis 1931 gebaut, die Straße an sich besteht jedoch schon seit Jahrhunderten. Für das Jahr 1317 ist der Name "Hellinchstrate" belegt - zu dieser Zeit stellte die Böttcherstraße eine wichtige Verbindung vom Marktplatz zur Weser dar. Als der Hafen Mitte des 19. Jahrhunderts verlegt wurde, verlor die Böttcherstraße zunächst an Bedeutung. 

Heute zählt die kurze und enge Böttcherstraße, die nicht mit Kraftfahrzeugen durchquert werden kann, zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt Bremen. Neben den in der Böttcherstraße befindlichen Museen, Kunsthandwerkstätten, Gastronomien und Geschäften ist die Straße vor allem für das vergoldete Bronzerelief "Der Lichtbringer" bekannt, das vom Marktplatz aus gesehen an der Fassade zur Böttcherstraße hängt. Das Objekt steht wie die gesamte Böttcherstraße seit 1973 unter Denkmalschutz.

Bremen: Der Schnoor - das Fischerdorf am Rand der Bremer Altstadt

Der Schnoor: Das Schnoorviertel ist ein mitteralterliches Gängeviertel in Bremen, das östlich des Bremer Marktplatzes liegt. Der Schnoor verdankt seinen Namen dem Schiffshandwerk, denn in einem Teil des Viertels wurden Seile und Taue (Schnoor = Schnur) hergestellt. Im 13. Jahrhundert wurde am Rand des heutigen Schnoorviertels zunächst ein Franziskanerkloster gebaut, von dem allerdings nur noch die Klosterkirche erhalten ist - die am westlichen Rand des Schnoorviertels gelegene Kirche St. Johann

Seit dem 14. Jahrhundert beherbergte der Schnoor in Bremen zunächst hauptsächlich Flussfischer und Schiffer, die von der durch das Viertel fließenden Balge, einem ehemaligen Nebenarm der Weser, profitierten. Nachdem die Balge zunächst kanalisiert und im 19. Jahrhundert endgültig zugeschüttet wurde, entwickelte sich der Schnoor in Bremen zu einem Arme-Leute-Viertel. Heute ist das Schnoorviertel, dessen denkmalgeschützte Häuser aus dem 15. bis 19. Jahrhundert größtenteils erhalten geblieben sind, eines der größten Sehenswürdigkeiten der Stadt Bremen.

Bremen: Die Schlachte - vom Hafen zur Biergartenmeile

Die Schlachte: Bereits im Jahr 1247 besiedelten erste Bremer Bürger den bis dato unbebauten Uferstreifen vor den Stadtmauern. Drei Jahre später wurde den angesiedelten Bürgern ein Privileg ausgestellt, das mit eingeschlagenen Pfählen befestigte Areal instand zu halten. Damit begann Mitte des 13. Jahrhunderts am Ufer der Weser, die direkt vor den Toren der Bremer Altstadt fließt, der Aufbau eines Hafenbetriebes

Nachdem zunächst noch viele Schiffe auf der Balge, einem Nebenarm der Weser, die südlich des Marktplatzes floss, anlegten, verlagerte sich der Schiffsverkehr über die Jahre immer mehr an die Schlachte. Auf der Weser konnten die Schiffe einen deutlich höheren Tiefgang haben. Nachdem sich die Schlachte Mitte des 16. Jahrhunderts in Bremen als Hafen etablierte, wurde die Schlachte im Jahr 1557 auch rechtlich dem Stadtgebiet zugesprochen. 

Fortan führten zehn Gassen, die als Straßen heute größtenteils noch existieren, aus der Bremer Stadt auf den Hafenplatz, die bei Nacht jedoch verschlossen wurden. Als das Hafenbecken der Schlachte im 19. Jahrhundert zunehmend versandete und die Schlachte somit als Hafen ausdiente, begann die Stadt Bremen die Uferpromenade umzugestalten. Heute besteht die etwa 650 Meter lange Schlachte aus zwei Teilen: die untere Ebene dient den Schiffen als Anlegestelle, die obere Ebene wandelte sich zur Gastronomie- und Biergartenmeile.

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion