Betriebe in Gefahr

Bremen: Ende der Fahnenstange – Restaurants klagen gegen Corona-Beschluss

Heftige Kritik an Corona-Maßnahmen: Eine Gemeinschaftsklage gegen die Verordnung soll drei Bremer Gaststätten Bewirtung der Außengastronomie ermöglichen.

Bremen – Drei Bremer Gaststätten haben eine Klage gegen die Corona-Maßnahmen der Freien Hansestadt Bremen eingereicht. Der andauernde Lockdown setze die Existenzen vieler Gastronomen aufs Spiel. Mit ihrem Schreiben wendet sich damit die Bremer-Gastro-Gemeinschaft (BGG) – repräsentiert von drei der mehr als 50 Mitgliedsbetriebe – in letzter Not an das Oberverwaltungsgericht Bremen. Das klare Ziel: eine sofortige Öffnung der Außengastronomie.

Coronavirus in Zahlen im Land Bremen:Stand: 18. März, 16 Uhr. Quelle: Senatspressestelle
Aktive Corona-Infektionen:951 (+85 innerhalb von 24 Stunden)
Coronafälle insgesamt:19.419 (+148)
Genesene Personen:18.077 (+58)
Gestorbene mit Corona-Infektionen:391 (+5)
7-Tage-Inzidenz:84,2 (Bremen) / 166,3 (Bremerhaven)

Corona in Bremen: Entscheider stehen vor einem Trümmerhaufen - katastrophale Lage für Gastronomie

Corona-Impfungen schreiten nur im Schneckentempo voran, die Inzidenzwerte schwanken stark und stiegen zuletzt wieder und eine Öffnung der Gastronomie scheint in weite Ferne zu rücken. Für die Bremer-Gastro-Gemeinschaft sei die aktuelle Corona-Lage der letzte Beweis für eine desaströse Politik: „Die politischen Entscheider stehen mit ihren Maßnahmen vor einem Trümmerhaufen“. Der BGG-Geschäftsführer Thorsten Lieder erklärt: „Gastronomische Betriebe werden weiter massiv in ihren Grundrechten beschnitten.“

Noch bleiben Bremer Restaurants wie hier an der Schlachte geschlossen. Kann eine Klage nun eine Öffnung erzwingen?

Wie die Bremer-Gastro-Gemeinschaft sorgt sich auch Guido Zöllick – Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes – um die aktuelle Situation. Auch wenn Lockerungen in Sicht seien, verharrten Gastronomiebetriebe bereits seit mehreren Monaten im Lockdown. Das Gastgewerbe befinde sich in einer katastrophalen Lage, einer „Schockstarre“, wie Zöllick die dramatische Situation beschreibt. Ein einfaches Durchhalten scheine immer schwieriger.

Corona-Pandemie in Bremen: Gastronomie fordert von Politik klare Perspektive für Öffnungen

Zöllicks Forderung ist eindeutig: Die Gaststätten und Hotels dürfen nicht weiter ignoriert werden. Geht es nach dem Präsidenten des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes muss bereits beim nächsten Treffen von Bund und Ländern am 22. März eine klare Perspektive zur Öffnung kommuniziert werden. Der Grund des Unmuts ist sicherlich nachvollziehbar. Während für Mallorca kürzlich die Reisewarnung aufgehoben wurde, präsentiert Guido Zöllick Umsatzverluste für Gastronomie-Unternehmen und Hotels in Höhe von etwa 75 Prozent. Die Angst vor dem endgültigen Aus steige ins Unermessliche, schließlich seien auch sämtliche Rücklagen aufgebraucht. 222.000 Unternehmen mit mehr als 2,4 Millionen Beschäftigten seien nach Verbandschef Zöllick in Gefahr.

Forderungen, wie sie die Bremer-Gastro-Gemeinschaft oder der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes formulieren, beruhten nach eigenen Aussagen jedoch keineswegs auf einen unüberlegten Schnellschuss, der jegliche Corona-Maßnahmen über Bord werfen wolle. Die Gastronomie erwarte lediglich „ein besseres Management beim Impfen und beim Testen“. Mit der Klage wolle die Bremer Gastronomie ein Zeichen setzen, damit die Nöte der Gastronomie nicht vergessen werden – mit der Hoffnung auf eine bessere Perspektive.

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt/dpa

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