Einschränkungen für alle

Bremer Freimarkt in der Corona-Krise: Senat gibt Erlaubnis – Einschränkungen und Regeln notwendig

Der Bremer Freimarkt findet im Jahr 2020 nicht statt - zumindest nicht in gewohnter Form. Der Bremer Senat macht Einschränkungen zur Bedingung.

  • Trotz Corona-Krise: Der Bremer Senat stimmt für die Durchführung des 985. Bremer Freimarkts.
  • Politik und Schausteller sehen ein Freizeitpark-Konzept als Möglichkeit.
  • Bremer Senat und Schausteller diskutieren Alkoholverbot auf der Bürgerweide.

Update 8. September: Bremen - Die gute Nachricht vorweg: Der 985. Bremer Freimarkt findet statt. Die nicht ganz so gute Nachricht: Es gibt deutliche Einschränkungen - Corona-Krise sei Dank. Dies hat der Senat der Hansestadt Bremen am Dienstag beschlossen. Das Gelände wird eingezäunt und es gibt Ein- und Ausgänge. Dort muss der Besucher seine Daten angeben. Wer dies nicht will, bekommt keinen Zutritt, heißt es in der Sitzungsvorlage. Zu den Corona-Einschränkungen des Bremer Freimarkts gehören:

  • Maximal 6.000 Besucher gleichzeitig
  • 150 Fahrgeschäfte und keine Großzelte
  • An den Karussells dürfen sich Ein- und Aussteigende nicht begegnen
  • Eine Mund-Nasen-Bedeckung ist an vielen Stellen zu tragen
  • Die Eröffnungsfeier und der Freimarktsumzug finden nicht statt
  • Kein Ausschank von hochprozentigem Alkohol

Den Kleinen Freimarkt auf dem Marktplatz, die Buden vor dem Hauptbahnhof, sowie den historischen Markt rund um den Unser-Lieben-Frauen-Kirchhof soll es aber geben, wenn auch in entzerrter Form.

Bremer Freimarkt: Senat stimmt über Veranstaltung auf der Bürgerweide ab

Meldung vom 4. September: Bremen - Der 985. Bremer Freimarkt wird nicht in altbekannter Form mit rund vier Millionen Besuchern stattfinden. Politik und Schausteller diskutieren zurzeit über eine gangbare Lösung in Zeiten der Coronavirus-Pandemie. Auch eine komplette Absage ist noch nicht ganz vom Tisch. Der Bremer Senat will in der nächsten Woche eine Entscheidung über das Volksfest treffen. nordbuzz.de berichtet über den aktuellen Stand der Dinge.

Veranstaltung:Bremer Freimarkt
seit:1035
Schausteller:über 300
Ort:Bürgerweide

Bremer Freimarkt in Coronavirus-Zeiten: Partys in Halle 7 abgesagt - ist Jahrmarkt noch zu retten?

Partys in der Halle 7 wird es in diesem Jahr nicht geben, egal wie die Entscheidung des Bremer Senats ausfällt. Der Veranstalter hat die fetten Partynächte schon abgesagt. Damit fehlt für viele Menschen ein heiß geliebter Teil der „Ischa Freimaak“-Experience. Möglicherweise gibt es sogar ein komplettes Ausschankverbot für alkoholische Getränke. Ist der 985. Bremer Freimarkt trotzdem noch zu retten?

Der Bremer Senat will nächste Woche über den Freimarkt 2020 entscheiden.

Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Die Linke) schlug bei einer Senatspressekonferenz am Dienstag ein Freizeitpark-Konzept vor. Die Bürgerweide könnte eingezäunt werden, ein kostenloses Ticket-System wird eingeführt, über das Besucher zurückverfolgt werden können. Das Angebot an Fahrgeschäften ist reduziert, um ausreichend breite Laufwege zu gewährleisten. So wäre eine Durchführung machbar.

Bremer Freimarkt in Coronavirus-Krise - Senat und Schausteller für Freizeitpark-Konzept

Natürlich will der Bremer Senat nicht ohne Rücksprache mit den Schaustellern über ein mögliches Konzept für den Bremer Freimarkt 2020 entscheiden, doch auch sie sind für das Freizeitpark-Konzept. Rudolf Robrahn, Vorsitzender des Bremer Schaustellerverbandes, hat seinen Kollegen bereits einen dementsprechenden Antrag vorgelegt. „In den anderen temporären Freizeitparks wird bereits mustergültig bewiesen, dass man Abstands- und Hygieneregeln einhalten kann. Wir wollen auch in Bremen gerne beweisen, dass unsere Konzepte funktionieren“, sagt Robrahn.

Um die finanziellen Verluste möglichst gering zu halten, möchte Robrahn den Bremer Freimarkt von zwei auf vier Wochen ausdehnen. Dann wären die Herbstferien eingeschlossen und der Besucherandrang könnte entzerrt werden. In anderen deutschen Städten haben solche Konzepte für Volksfeste bereits gut funktioniert. Ob es in Bremen im Jahr 2020 Weihnachtsmärkte geben wird, hängt davon ab, wie der Freimarkt läuft, weiß Kai Stührenberg, Sprecher bei der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa.

Bremer Freimarkt in Zeiten der Coronavirus-Pandemie - erste Messen in der Hansestadt finden statt

Gute Nachrichten gibt es für Publikumsmessen: Die Urlaubsmessen Reiselust und Caravan (6. bis 8. November) können stattfinden. Die Veranstalter haben ein umfangreiches Hygienekonzept aufgestellt und die Messen daraufhin zugelassen. Ein wichtiger Punkt sei auch gewesen, dass der Messestandort Bremen als Wirtschaftsfaktor nicht gefährdet werden soll.

Alle Entscheidungen sind weiterhin unter Vorbehalt: Bei einer schlechten Entwicklung der Infektionszahlen im Land Bremen könnten die jetzigen Entscheidungen auch wieder zurückgenommen werden. Mit einem anderen Platz-Problem muss sich eine afrikanische Worshipper-Gemeinde in Hemelingen rumschlagen. Sie wurden von ihren christlichen Glaubensbrüdern der evangelischen Kirche auf die Straße gesetzt.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa & Carmen Jaspersen/dpa

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