„Dein Viertel liefert“ und „Viertel Lieferservice“

Corona in Bremen: „Dein Viertel liefert“ – Restaurants mit Lieferservice

Bremens Restaurants kontern der Corona-Pandemie. „Dein Viertel liefert“ und „Viertel Lieferserive“ bringen dir jetzt das Essen nach Hause.

Bremen – Hinter dem Weserdeich vereinen sich nicht nur Ostertor und Steintor – auch für viele Menschen ist das Quartier ein Zufluchtsort, der viel zu bieten hat. Kulturelle Angebote machen das Viertel genauso beliebt wie Bars und Kneipen. Ausgerechnet jene Branchen machen den Ort so lebenswert, die aktuell am meisten leiden. Vor allem die vielfältigen Restaurants fehlen dem Viertel sehr. Doch dies hat nun ein Ende – die Restaurants kontern der Corona-Pandemie jetzt mit eigenen Lieferdiensten.

Stadt:Bremen
Fläche:326,7 km²
Bevölkerung:569.352 (Stand: 2019)
Bürgermeister:Andreas Bovenschulte

Bremer Viertel: Restaurants antworten auf den zweiten Lockdown

Für viele Restaurants aus dem Bremer Viertel bedurfte es sicherlich noch eine Eingewöhnungsphase. Schließlich liefern manche ihr Essen nun zum ersten Mal aus. So zum Beispiel das beliebte „Pott und Pann“. 33 Jahre arbeitet Restaurant-Chef Babak Darabi schon in der Gastronomie-Branche, doch noch nie sah er sich in der Situation seine Mahlzeiten ausliefern zu lassen. Der zweite Corona-Lockdown zwang ihn in die Knie. Wie viele anderen Restaurants nutzte auch er Lieferando, um das Viertel-Essen in ganz Bremen und umzu zu auszuliefern.

Der Haken: Der Dienstleister, der das Essen von A nach B fährt, verlangt bei der jeder Bestellung 30 Prozent des Umsatzes. Dies sei eindeutig zu viel, schließlich verdiene „ein guter Gastronom, wenn er alles richtig macht, mit der Küche maximal 30 Prozent Gewinn“, sagte Babak Darabi in Medienberichten. Auch wenn Bremen aktuell mehr Rechte für Genesene und Corona-Geimpfte genehmigt, braucht das Bremer Viertel ein anderes Konzept.

„Dein Viertel liefert“ und „Viertel Lieferservice“ bringen dir das Essen aus dem Viertel nach Hause. (nordbuzz.de-Montage)

„Dein Viertel liefert“: Bremens Restaurants kämpfen gemeinsam gegen die Corona-Pandemie

Dass es so nicht weitergehen kann, wird dem Restaurant-Chef schnell bewusst. Da ein unabhängiger Lieferdienst nur für ein Restaurant nicht rentabel ist, kam Darabi die Idee daraus eine gemeinnützige Aktion für das gesamte Viertel und ihre kulinarischen Genüsse zu machen. Über „Dein Viertel liefert“ kriegen die Restaurants des Viertels mittlerweile etwa genauso viele Bestellungen wie über Lieferando. Der große Unterschied: Pro Vermittlung zahlen die Restaurants nur 49 Cent. Für Lieferando gibt es nun also neue Konkurrenz*.

Neben „Pott und Pann“ beteiligen sich auch Vera Delizia, Souryana, Mekong Grill, Buddel Cocktail sowie künftig Yamma und Suppkultur. Darüber hinaus sind bereits jetzt weitere Interessenten im Gespräch. Doch Darabi denkt noch weiter: in Zukunft möchte er gerne komplett auf Mittelsmänner verzichten. Das Projekt, welches mit etwa 40.000 Euro Kosten verbunden ist, soll bereits im Juni starten.

„Dein Viertel liefert“ und „Viertel Lieferservice“ halten Bremens Gastronomie am Leben

Doch Babak Derabi ist nicht der einzige mit einer solchen Idee: Diese Lieferservices bringen Ihnen Lebensmittel direkt vor die Haustüre*. Auch Atila Zafer Caner, Inhaber des Burgerhauses, machte sich ähnliche Gedanken und gründete den „Viertel Lieferservice“.

Durch die Umsetzung eines eigenen Lieferdienstes hätten sich die Kosten für die Lieferung halbiert. Doch dass das Projekt deutliche Ersparnisse erwirtschaftet, ist gar nicht mal der Hauptgrund für den Lieferservice: „Wir wollen keinen Profit durch Lieferungen machen, nur das übliche Geschäft ermöglichen“, so Caner. Und das „übliche Geschäft“ sei über Lieferando eben nicht möglich.

Auch der „Viertel Lieferservice“ kann bereits große Erfolge verbuchen. Über 50 Prozent der Lieferungen laufen bereits über den unabhängigen Lieferdienst. Caner sieht weitere Vorteile. So könne man die Mitarbeiter aus der Kurzarbeit holen und man stelle sicher, dass das Essen auch wirklich in einem guten Zustand beim Kunden ankommt.

Doch der wichtigste Aspekt ist ein anderer: Das Geld bleibt im Viertel und so können Bremens vielfältige Restaurants auch in Zeiten von Corona überleben. *nordbuzz.de, 24rhein.de und extratipp.com sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Eckhard Stengel und IMAGO / Petra Schneider

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