Polizei Bremen zeigt Präsenz

Corona-Chaos: Bremer Senat greift durch - Außer-Haus-Verkaufsverbot von Alkohol

Der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer hatte vor Menschenansammlungen gewarnt, doch einige feierten weiter. Nach etlichen Corona-Partys griff der Senat nun durch.

  • Nach Corona-Chaos in Bremen: Innensenator droht mit Sperrstunde
  • Bremen: Abstandsregeln in Coronavirus-Pandemie werden nicht überall beachtet
  • Bremen stoppt Alkoholverkauf nach 22 Uhr an Wochenenden

Update vom 16. Juni: Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) sagte nach den erneuten Corona-Partys vom Wochenende: „Darauf müssen wir eine Antwort geben“. Konkret umfasst die neue Bremer Allgemeinverfügung ein an Freitagen und Samstagen ab 22 Uhr geltenden Außer-Haus-Verkaufsverbot von Alkohol. Auch Abende vor Feiertagen sind davon betroffen. Nicht betroffen sind Gastronomen, die Alkohol an Tischen ausschenken. Die Allgemeinverfügung für die Stadt Bremen gilt dort in drei Gebieten: SchlachteHauptbahnhof und Discomeile sowie dem Gebiet zwischen Humboldtstraße und Weser in der Östlichen Vorstadt, dem Viertel. Die Regeln seien in enger Absprache mit den Bremer Gastronomen entstanden.

Polizei und Ordnungsamt werden laut Mäurer diese Regelung beachten und ihre Umsetzung kontrollieren. Hundertschaften, die betroffene Plätze räumen, werde es nicht geben, sagte der Innensenator. Stattdessen werde es entsprechende Lautsprecherdurchsagen und Platzverweise geben, betonte der SPD-Politiker.

Update vom 15. Juni: Kommt die Sperrstunde in Bremen? Nach der Chaos-Nacht am Freitag im Viertel musste die Polizei Bremen auch am Samstag mehrmals einschreiten. Endlich äußerte sich Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) zu den dramatischen Ereignissen während der Coronavirus-Einschränkungen.

Nach Chaos im Bremer Viertel: Kommt Sperrstunde? Innensenator Mäurer will durchgreifen

Ulrich Mäurer will jetzt Konsequenzen ziehen: „Ich werde morgen mit konkreten Vorschlägen in den Senat gehen“, heißt es in einem Statement vom Montag. Ob es zur Sperrstunde in Bremen, mit der er bereits vor dem Wochenende gedroht hatte, komme, stehe noch nicht fest. Klar sei bisher nur, dass größere Menschenansammlungen nicht mit Polizeieinsätzen aufgelöst werden. Dies hätte nur „Solidarisierungseffekte“ zur Folge, sowie die nächste aggressiv aufgeladene Ansammlung eine Straßenecke weiter.

„Am Ende können wir nur weitere Ansteckungen mit dem Coronavirus verhindern, wenn die Menschen aus Einsicht und Überzeugung nicht zu übermütig werden. Wir dürfen unsere neuen Freiheiten nicht durch das bierselige unbekümmerte Verhalten bestimmter Gruppen aufs Spiel setzen“, appelliert Bremens SPD-Innensenator Mäurer nochmals an die Bevölkerung.

Nach Corona-Chaos in Bremen: Polizei erteilt Platzverweise

In der Innenstadt von Bremen fand am Samstagnachmittag zunächst eine Kundgebung mit etwa 30 Teilnehmern statt. Hier hielten sich alle an die Corona-Abstandregeln. Kurz darauf kam es zu einer spontanen Versammlung mit ebenfalls 30 Teilnehmern. Hierbei wurde mehrfach der Mindestabstand nicht eingehalten. Dies ist von der Polizei dokumentiert worden.

Nachdem die Veranstalterin die Versammlung offiziell beendet hatte, blieben zehn Personen auf dem Marktplatz und hielten sich nicht an die Corona-Abstandsregeln. Die Polizei Bremen erteilte deshalb Platzverweise. Zwei Personen verweigerten eine Feststellung der Personalien und mussten zu einem Polizeirevier gebracht werden.

Massenauflauf in Bremer Innenstadt: Mehr als 300 Menschen an Sielwallkreuzung

Der Samstagnachmittag und die Nacht zu Sonntag verliefen aus Sicht der Polizei Bremen ruhig: Aufgrund des guten Wetters war zwar einiges in der Bremer Innenstadt los, aber die Mehrheit hielt sich an die Abstands- und Hygienevorschriften. Später in der Nacht waren dennoch rund um die Sielwallkreuzung mehr als 300 Menschen unterwegs, diese verhielten sich jedoch nach Ansprache durch Polizeikräfte kooperativ. Es gab nur vereinzelt Verstöße gegen die Corona-Regeln.

Auch in der kommenden Zeit wird die Polizei Bremen die Einhaltung der Coronavirus-Rechtsverordnung kontrollieren und der Lage entsprechend mit Kräften in der Stadt präsent sein. Zudem appellieren die Beamten erneut: „Bitte halten Sie sich an die Maßnahmen im Sinne der Rechtsverordnung, binden Sie nicht unnötig Polizeikräfte. Es kommt auf jeden Einzelnen an. Schützen Sie ihre Gesundheit und die der Menschen in Ihrer Umgebung.“

Bremen: Chaotische Szenen an der Sielwallkreuzung - Mindestabstand ignoriert

Update vom 14. Juni: Die Warnung von Bremens Innensenator Ulrich Mäurer war erst wenige Stunden alt, da kam es in Bremen zu teilweise chaotischen Szenen. Vor allem in der Nacht zu Samstag waren entlang der Schlachte, des Osterdeichs und auch an der Sielwallkreuzung viele Menschen unterwegs und hielten mehrfach den Mindestabstand nicht ein. Hier reagierte die Mehrheit einsichtig, wenn sie von Einsatzkräften angesprochen wurde.

Im Verlauf der Nacht sammelten sich dann immer mehr Menschen an der berüchtigten Sielwallkreuzung in Bremen, in der Spitze über 500 feiernde Menschen. Die Feiernden spielten - wie schon oft - auf der Sielwallkreuzung Fußball. Nach Angaben der Polizei Bremen kam zu mehreren Verstößen gegen die Hygienevorschriften. Plötzlich kippte die Stimmung und wurde aggressiver. Gefährliche Feuerwerkskörper wurden gezündet. Gegen 2:30 Uhr attackierten Unbekannte eine Polizeistreife mit Flaschen, die gerufen wurde, weil eine Frau sich bedroht gefühlt hatte. Zwei Personen wurden vorläufig festgenommen. Zeugen, die die Flaschenwürfe beobachtet haben, werden gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst der Polizei Bremen unter 0421 362-3888 zu melden.

Coronavirus-Partys: Innensenator tobt - Sperrstunde und Alkoholverbot angedroht

Ursprüngliche Meldung vom 13. Juni: Bremens Innensenator Ulrich Mäurer platzte der Kragen angesichts der Erfahrungen der letzten Wochenenden Bremen. Sollten sich die Bremer angesichts des Coronavirus weiterhin so sorglos verhalten wie zuletzt an den Wochenenden, werde es eine Sperrstunde geben.. Diese hatten zuvor auch schon andere Städte wie Berlin und München erlassen, nachdem nachts viele Menschen mit zunehmendem Alkoholgenuss die Corona-Regeln einfach „vergessen" hatten, wie nordbuzz.de* berichtet.

Bremen: Menschenmassen trotz Corona-Regeln

Ordnungsamt und Polizei in Bremen hätten – vor allem in Zusammenhang mit AlkoholTrauben von Menschen vor Lokalen festgestellt, Bekannte und Freunde umarmten sich, begrüßten sich mit Küsschen, schüttelten Hände, berichtete der Senator. Mäurer: „Wer sich so verhält, gefährdet sich und andere ganz erheblich.“ Zudem seien Menschenansammlungen weiterhin verboten. Das mühsam Erreichte werde durch diese Sorglosigkeit gefährdet.

Innensenator Ulrich Mäurer warnt vor Menschenansammlungen und droht mit Sperrstunde in Bremen. (Montage)

Mäurer betonte: „Wir dürfen uns nicht in falscher Sicherheit wiegen. Das Virus ist noch mitten unter uns.“ Auch Lokalbetreiber zeigten in Sachen Abstand und Maskenpflicht ein „erschreckend geringes Problembewusstsein“. Der Senator erwägt daher neue Einschränkungen. Sollten am Wochenende erneut viele Verstöße festgestellt werden, droht er mit einer Sperrstunde ab 1 Uhr oder einem Verkaufsverbot für Alkohol nach Mitternacht, wie kreiszeitung.de berichtet.

Polizei Bremen löst in der Nacht Menschenansammlung im Viertel auf

An der Sielwallkreuzung im Ostertor waren in der Nacht erneut viele Menschen zusammengekommen, ohne auf Hygiene- und Abstandsregeln zu achten. Die Polizei in Bremen löste Menschenansammlung an der Sielwallkreuzung auf, wie ein Sprecher der Polizei buten un binnen bestätigte, Aus der Menschenmenge sollen vereinzelt Flaschen auf die Beamten geflogen sein.

Coronavirus-Lockerungen: Diese Regeln gelten aktuell in Bremen

Es können sich mehrere Angehörige aus zwei Haushalten im öffentlichen Raum treffen. In geschlossenen Räumen sind Veranstaltungen mit maximal 20 Personen möglich, wenn ein Hygienekonzept vorliegt. Bei Veranstaltungen im Garten, auf der Parzelle oder ähnlich umfriedeten Flächen im Freien liegt die Grenze bei 50 Personen. Für beide Fälle wird die einschränkende „Zwei-Haushalts-Regel“ aufgehoben. In geschlossenen Räumen muss eine Teilnehmerliste geführt werden. Messen bleiben verboten.

Restaurant- und Kneipenbesuche sind möglich. Es gelten ein Thekenverbot, Sitzplatz- und Bedienpflicht. Bars - im Sinne von Einraumeinrichtungen mit Tresen - bleiben weiterhin geschlossen.

Hotels und Ferienwohnungen dürfen öffnen, Campingplätze ebenso. Sporthallen und Fitnessstudios dürfen unter Auflagen wieder öffnen. In Niedersachsen gelten andere Corona-Regeln.

Bremer Polizei beendet zwei Corona-Partys

Bereits am letzten Maiwochenende hat die Polizei auf einer Grillwiese am Bremer Werdersee eine Party aufgelöst, bei der rund 100 Personen zu lauter Musik getanzt und gefeiert hatten. Ein 26-Jähriger habe dazu eine Musikanlage aufgebaut, teilten die Beamten am Montag mit. Beim Eintreffen der Polizei am Samstag gegen 23.20 Uhr hätten sich die Feiernden schnell entfernt. Der 26-Jährige bekam eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz. 

Corona-Partys in Bremen

Als Corona-Party wird ein geselliges Beisammensein trotz oder wegen der COVID-19-Pandemie bezeichnet. Besonders viele Jugendliche treffen sich an den Hotspots in Bremen an der Schlachte, im Viertel oder dem Osterdeich und ignorieren die geltenden Abstands- und Hygieneregeln.

mit Material der dpa

Rubriklistenbild: © Mohssen Assanimoghaddam/dpa/Harald Hinze/Montage Hinze

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