Inzidenz bestimmt Vorgehen

Bremens Corona-Pläne für Schüler: Halbvolle Klassen und freiwillige Tests

Die Corona-Pandemie zwingt bundesweit Schulen zu neuen Konzepten für den Unterricht. Was ist für Schüler in Bremen nach dem Weihnachtsferien geplant?

Bremen – Um sich nach den Weihnachtsferien nicht mit einem massiven Coronavirus-Ausbruch in den Schulen konfrontiert zu sehen, hat der Bremer Senat nun beschlossen, dass sich alle Schüler und das Lehrpersonal im neuen Jahr 2021 freiwillig auf den Erreger Sars-Cov-2 testen lassen können. nordbuzz.de skizziert das weitere Vorgehen.

Stadt in Bremen:Bremen
Fläche:326,7 Quadratkilometer
Bevölkerung:547.979 (30. Apr. 2012)
Bürgermeister:Andreas Bovenschulte
Vorwahl:0421

Corona-Pläne in Bremen: Ab bestimmten Wert führen Schulen Unterricht mit halben Klassen ein

„Wir wollen den Schulstart so gut wie möglich hinbekommen – und so pandemiesicher wie möglich“, heißt es von Claudia Bogedan, der Bremer Bildungssenatorin. In ihrem Vorhaben werde die staatliche Bildungsbehörde von der Privatwirtschaft unterstützt. Konkret bedeutet dies, dass Logistik-Parkplätze zur Verfügung stehen, um „an zentralen Orten im Stadtgebiet die Testungen anbieten zu können“, sagte Bogedan.

Ohne Mund-Nasen-Schutz nicht mehr möglich: Schüler auf dem Schulgelände.

Darüber hinaus habe ihre Behörde hinsichtlich der Testung von Schülern in Quarantäne bereits positive Erfahrungen mit einem medizinischen Anbieter gemacht. Laut Senatorin Claudia Bogedan könne dieses Angebot für die Stadtgemeinde Bremen garantiert werden. Eine Hotspot-Strategie für die Schulen hat der Bremer Senat auch beschlossen: Ab einem Wert von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen soll der Unterricht ab der 8. Klasse nur noch mit halben Klassen stattfinden.

Bremer Bildungsressort mit klaren Corona-Zielen: Abschlussprüfungen sollen stattfinden können

Besteht eine Klasse beispielsweise aus 30 Schülern, wird der Unterricht in dieser Klassengemeinschaft ab dem entsprechenden Inzidenzwert an Bremer Schulen nur noch mit der Hälfte, also 15 Schülern, durchgeführt. In diesem Fall würde auch das Schulschwimmen vom Lehrplan gestrichen werden. Das zentrale Anliegen des Bildungsressorts sei es, dass die Abschlussprüfungen ohne Ausnahme stattfinden können. Ähnlich gestaltet sich das Vorhaben der Hamburger Schulpolitik, berichtet 24hamburg.de*.

„Die Abschlussjahrgänge müssen genau so geschützt werden, dass sie ihre Abschlussprüfungen durchführen können. Und das sichergestellt wird, dass ihnen der entsprechende Unterrichtsstoff auch vermittelt wird“, betont Bildungssenatorin Claudia Bogedan. Indes ist bekannt geworden, dass am 16. Dezember, dem ersten Tag des bundesweiten Lockdowns, nur rund 15 Prozent der Bremer Schüler in ihre Lehranstalt gegangen sind.

Lernen in Corona-Zeiten in Bremen: Distanzunterricht, Zoom-Konferenzen und Telefonate

Gegenüber „buten un binnen“ erklärte Annette Kemp, Sprecherin des Bildungsressorts, dass die Schüler in den verschiedenen Schulformen „ziemlich gleich verteilt“ seien. Gemeint sind hier Grund-, Haupt-, Real-, Förder- und Gesamtschulen sowie die Gymnasien. Auch der Distanzunterricht werde laut Kemp gut angenommen – „noch nicht überall per itslearning, aber vielfach.“

itslearning stellt eine webbasierte Lernplattform dar, welche auf die Unterstützung von Lern- und Kommunikationsprozessen in Schulen ausgerichtet ist. Abseits dessen würde zudem auf die Konferenzsoftware Zoom, sowie auf Telefonate zurückgegriffen werden, um Inhalte zu vermitteln, merkte Kemp an. Darauf angesprochen, warum die freiwilligen Corona-Tests für Schüler, Lehrer und sonstige Schulangehörige in Bremen nicht noch vor den Ferien erfolgen, wies Kemp jegliche Zuständigkeit ihres Ressorts ab.

Bremer Senat und Gesundheitsbehörde mit Corona-Optimismus – „wuppen diese gigantische Aufgabe“

Vielmehr sei dies eine Angelegenheit der Bremer Gesundheitsbehörde. „Wir wuppen diese – auch für uns – gigantische Aufgabe, damit Kinder, Jugendliche und Beschäftigte sicherer in Schulen gehen können und wir einen Eindruck über die Infektionslage angesichts des Schulbeginns haben“, sagte Kemp. Die Gesundheitsbehörde in der Hansestadt erklärte ihrerseits: „Es gibt Möglichkeiten, sich privat testen zu lassen. Diese kann jeder wahrnehmen“, sagte Sprecher Lukas Fuhrmann.

Grundsätzlich habe der Bremer Senat bereits „Kriterien für das schulscharfe Vorgehen, wie es bisher auch schon verfolgt wurde“, beschlossen. Je nach Situation an der jeweiligen Schule sei es schon jetzt möglich, in den Hybridunterricht (nur einige Schüler sind im Klassenraum präsent, der Rest wird zugeschaltet) oder ins Distanzlernen zu wechseln. Laut Senatsvorlage wurde in Bremen bisher an 16 Schulen auf entsprechende Maßnahmen zurückgegriffen (Stand: 16. Dezember 2020). // *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Gregor Fischer/dpa

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