Freimarkt-Feeling in Innenstadt

Bremer Schausteller in der Corona-Krise: Mit 13 Buden gegen die Pleite

Die Osterwiese wurde abgesagt, der Freimarkt ist in Gefahr. Die Bremer Schausteller stecken tief in der Corona-Krise. Können 13 Buden gegen die Pleite helfen?

  • Bremer Schausteller in der Coronavirus-Krise
  • Schausteller sorgen in Bremer Innenstadt für Freimarkt-Feeling
  • Nach Absage des Freimarktumzugs: Bremer Freimarkt in Gefahr?

Bremen - „Ist denn schon wieder Freimarkt“, werden sich einige Bremer wohl gefragt haben, die in den vergangenen Tagen in der Innenstadt unterwegs waren. 13 Buden stehen dort verteilt. Einige Schausteller bieten Jahrmarkt-Snacks, wie gebrannte Mandeln, Zuckerwatte oder Eis wie Sahne, an.

Nach Coronavirus-Aus für Osterwiese: Bremer Schausteller kämpfen um Existenz

Der Grund für die verfrühte fünfte Jahreszeit ist die Coronavirus-Krise. So ein richtiges Freimarkt-Feeling will in Bremen aber nicht so recht aufkommen. Es sind weder Fahrgeschäfte noch Stände mit deftigem Essen aufgebaut. Die Schausteller kämpfen um ihre Existenz.

„Wir mussten kreativ werden. Uns fallen dieses Jahr ja sehr viele Einnahmequellen weg“, erklärt Wolfgang Ahrens vom Bremer Schaustellerverband. Die Schausteller geraten in der Coronavirus-Krise durch den Wegfall der großen Jahrmärkte in große Existenz-Ängste.

Bremer Schausteller in der Not: 13 Buden gegen die Pleite

Deshalb stehen jetzt 13 Jahrmarkt-Buden in Bremen verteilt: drei am Bahnhof, zwei in der Nähe vom Herdentor, drei auf dem Frauen-Kirchhof und fünf auf dem oberen Domshof. Das Experiment ist erstmal auf einen Monat angelegt. Im Vorfeld mussten die Schausteller allerdings ein großes Problem lösen.

Die Schausteller dürfen nämlich keine Buden mit klassischem Pommes- oder Bratwurst-Angebot aufstellen. Der Grund dafür ist simpel: Die Stadt Bremen möchte in der Corona-Krise die in der Innenstadt ansässigen Gastronomen fördern und befürchtet ein Abwandern der Gäste, wenn die Schausteller dasselbe Angebot böten. „Die Stadt will natürlich die Kaufkraft bei den Restaurants in der Innenstadt ankurbeln“, erläutert Ahrens. Somit gab es für die Schausteller harte Einschränkungen beim Angebot.

Coronavirus-Krise in Bremen: Schausteller hoffen auf Verständnis der Gastronomen

In ein bis zwei Wochen werde der Schaustellerverband Bremen erneut mit der Handelskammer verhandeln. Dann geht es um eine längere Standerlaubnis und auch darum, dass die Schausteller mehr Buden aufstellen wollen. Ahrens glaubt an eine friedliche Koexistenz zwischen Schaustellern und Innenstadtbetrieben. Er fordert angesichts der schwierigen Lage der Schausteller in der Corona-Krise Einsicht von Seiten der Stadt.

Es kommt natürlich auch darauf an, wie profitabel das Geschäft der Schausteller in der Bremer Innenstadt ist. „Nach dem ersten Wochenende lassen sich dazu noch keine genauen Angaben machen“, sagt Ahrens, aber auf Facebook bekomme er viele positive Reaktionen. Für die Verkäufer ist es ebenso eine besondere Situation: „Es ist ganz anders als der Alltag auf einem Jahrmarkt“, berichtet er.

Ob der Bremer Freimarkt dieses Jahr stattfindet, ist noch nicht entschieden. Zurzeit kämpfen Schausteller um ihre Existenz.

Ob der Bremer Freimarkt in diesem Jahr stattfindet, steht noch nicht fest. Großveranstaltungen sind in Bremen bis zum 31. August verboten. Wie kreiszeitung.de* berichtet, fällt erstmals der Freimarktsumzug aus.

Quelle: nordbuzz.de

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Rubriklistenbild: © Selina Spöttel

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