Kontrollen in Krisenzeiten

Wilde Werder-Nacht und Sielwall-Suff: Polizei Bremen im Dauereinsatz

In Bremen haben zahlreiche Menschen trotz der Coronavirus-Pandemie am Wochenende ausgelassen gefeiert. Gründe gab es genug: gutes Wetter und der sensationelle Werder-Erfolg am Samstagnachmittag zum Beispiel. Viel zu tun also für die Polizei.

  • Polizei Bremen zieht Fazit von Corona-Einsätzen am Wochenende.
  • Werder-Fans feiern ausgelassen Sprung auf Relegationsplatz.
  • Party-Hotspots in Bremen sind erneut Viertel und Schlachte.

Bremen - Die Polizei Bremen war nicht zuletzt in der Nacht auf Sonntag verstärkt im Stadtgebiet unterwegs, um für die Sicherheit der Menschen zu sorgen und die Einhaltung der Coronavirus-Hygieneregeln zu kontrollieren. In zwei Meldungen fassten die Beamten die vorangegangenen Stunden in Bremen am Samstagabend und am Sonntagvormittag zusammen. Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten stand natürlich das „Wunder von der Weser“, bei dem sich das grün-weiße Bundesliga-Team des SV Werder gegen den 1. FC Köln für viele Fans völlig unerwartet die Teilnahme an der Relegation sicherte.

Fläche:326,7 km²
Bevölkerung:547.976 (30. Apr. 2012)
Bürgermeister:Andreas Bovenschulte
Sehenswürdigkeiten:Bremer Rathaus, Bremer Roland, Schnoorviertel, Weserstadion

SV Werder Bremen erreicht Relegationsplatz und Bremen feiert ausgelassen

Mit Unterstützung der Bundespolizei sowie der Polizeien aus Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern hatte die Polizei Bremen am Samstag diverse Veranstaltungen begleitet, bei dem die Einhaltung der Corona-Regeln eine besondere Bedeutung spielte. Drei Kundgebungen in der Innenstadt Bremens und das Fußballspiel des SV Werder Bremen standen an, teilten die Beamten mit. Während die Demonstrationen ohne besondere Vorkommnisse verliefen, sorgte der Sieg von Werder für einen zusätzlich erhöhten Arbeits- und Kontrollaufwand.

Beamten der Polizei Bremen stehen im Anschluss an das Bundesliga-Spiel Werder gegen Köln bereit, um die Corona-Verordnung der Stadt durchzusetzen und für Sicherheit zu sorgen.

Nachdem der SV Werder Bremen am späten Nachmittag den Relegationsplatz erreicht hatte, strömten laut Angaben der Polizei Bremen bis zu 500 Anhänger zum Weserstadion, in dem die Kohfeldt-Elf zuvor das Geisterspiel gegen den 1. FC Köln mit 6:1 fulminant gewonnen hatte. Die Werder-Fans wurden durch die Einsatzkräfte der Polizei, durch extra eingesetzte Kommunikationsteams und durch Lautsprecherdurchsagen der Polizei auf die Einhaltung der Corona-Verordnung hingewiesen, heißt es weiter. In der Regel verhielten sich die Angesprochenen laut Mitteilung einsichtig und kooperativ. Ob das Verhalten der Fans Konsequenzen für Werder Bremen hat, ist noch offen*, berichtet deichstube.de.

Sommerwetter und Corona-Lockerungen führen zu Partys in Viertel und an der Schlachte

Nach Erkenntnissen der Beamten kam es zu keinen größeren Zwischenfällen. Die Polizei appellierte am Samstagabend dennoch weiterhin, sich an die Maßnahmen im Sinne der Coronavirus-Verordnung zu halten und auf diese Weise nicht unnötig Polizeikräfte zu binden. Es komme auf jeden einzelnen an, um die eigene Gesundheit und die der Menschen in der Umgebung trotz Werder-Siegestaumel und Partystimmung zu schützen.

Ausgelassene Stimmung nach dem Spiel, das dem SV Werder Bremen den Relegationsplatz sicherte.

Auch in der einbrechenden Nacht auf Sonntag führten die sommerlichen Temperaturen, die Lockerungen in der Corona-Verordnung für Bremen und weiterhin nicht zuletzt das Erreichen des Relegationsplatzes des SV Werder Bremen zu einer enthemmten Stimmung, die die Einsatzkräfte der Polizei forderten. Insbesondere im Viertel und im Bereich der Schlachte sei eine solche Situation erneut aufgetreten, heißt es vonseiten der Polizei.

An der Sielwall-Kreuzung versammelten sich laut Angaben der Polizei Bremen in der Spitze bis zu 350 Menschen. Bereits mehrfach waren dort zahlreiche Verstöße gegen die in Bremen geltenden Corona-Regeln* aufgefallen, berichtet nordbuzz.de. Seit einigen Wochen gilt unter anderem dort ein Verbot des Außer-Haus-Verkaufs von Alkohol*, um die Situation nicht noch weiter zu verschärfen, berichtet kreiszeitung.de.

Polizei Bremen setzt auf Dialog - muss aber auch Schlägereien und Fußballspiel beenden

Die Bremer Beamten setzten vor allem auf die Dialogbereitschaft und auf die Einsicht der feiernden Bremerinnen und Bremer. Kommunikationsteams waren erneut im Einsatz und machten auf Verstöße aufmerksam. In der Regel verhielten sich die meisten Angesprochenen einsichtig und kooperativ, es gab aber auch aggressive und unbelehrbare Adressaten, teilte die Polizei weiter mit. Die Einsatzkräfte hatten es nach eigenen Anhaben mit der einen oder anderen Schlägerei zu tun, mussten Fußballspiele auf und an der Sielwall-Kreuzung unterbinden und fertigten eine Anzeige wegen des Zündens einer Rauchbombe. Lärmbelästigungen standen ebenfalls auf den Einsatzprotokollen der Beamten.

Darüber hinaus kam es zu Platzverweisen und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Unbekannte beschmierten einen Polizeiwagen mit der Abkürzung „ACAB“ und den Ziffern „1312" - zwei Ausdrucksformen einer gängigen Polizistenbeleidigung. Gegen zwei Autofahrer, die meinten mit aufheulenden Motoren die Straßen auf und ab fahren zu müssen, wurden Ordnungswidrigkeitenanzeigen geschrieben. Auch an der Schlachte schritt die Polizei wegen Lärmbelästigungen ein und sorgte wiederholt für das Einhalten der Abstände unter den Feiernden, heißt es in einer Meldung der Beamten.

Appell der Polizei vor Werders Relegation-Heimspiel am Donnerstag

Mit Blick auf Werder Bremen und das Relegation-Heimspiel am Donnerstag appelliert die Polizei erneut an alle Bremer und Bremerinnen: „Bitte halten Sie sich an die Maßnahmen im Sinne der Corona-Verordnung, binden Sie nicht unnötig Polizeikräfte. Schützen Sie ihre Gesundheit und die der Menschen in Ihrer Umgebung.“ *kreiszeitung.de, nordbuzz.de und deichstube.de sind Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

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