Corona-Pandemie im Land Bremen

Ausgangssperre: Bremerhaven tritt auf die Corona-Notbremse

In Bremerhaven droht der Sieben-Tages-Inzidenzwert die Marke 200 zu knacken. Der Magistrat zieht die Notbremse. Jetzt steht sogar eine Ausgangssperre im Raum.

Bremen/Bremerhaven – Während auf Bundesebene gerade die Entscheidung zum Oster-Lockdown zurückgenommen wurde, droht Bremerhaven die Kontrolle über das Infektionsgeschehen in der eigenen Stadt zu verlieren. Am Mittwoch, 24. März 2021, lag laut Angaben des Krisenstabes der Sieben-Tages-Inzidenzwert in Bremerhaven aktuell bei 193,6. Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) sah sich gezwungen, die Notbremse zu ziehen. Somit gelten in Bremerhaven neue Corona-Regeln ab Donnerstag, 26. März 2021. Diese sollen bis zum Ende des Lockdowns am 18. April 2021 Bestand haben.

Coronavirus in Zahlen im Land Bremen:Stand: 24. März, 16 Uhr. Quelle: Senatspressestelle
Aktive Corona-Infektionen:1.198 (+80 innerhalb von 24 Stunden)
Coronafälle insgesamt:20.067 (+187)
Genesene Personen:18.471 (+106)
Gestorbene mit Corona-Infektionen:398 (+1)
Sieben-Tage-Inzidenz:101,7 (Bremen) / 193,6 (Bremerhaven)

Neue Corona-Regeln in Bremerhaven: Ausgangssperre von 22:00 bis 5:00 Uhr droht

OB Grantz wies darauf hin, dass der Magistrat auch schon eine Regel gefasst habe, die im Fall der Fälle greifen soll: nämlich eine Ausgangssperre. „Sollte das Infektionsgeschehen zunehmen und der Inzidenzwert an drei aufeinanderfolgenden Tagen in Bremerhaven laut Veröffentlichungen des Robert Koch-Instituts (RKI) über dem Wert von 200 pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern innerhalb von sieben Tagen liegen, gibt es eine Ausgangssperre für das gesamte Stadtgebiet von 22:00 Uhr bis 5:00 Uhr.“ Entgegen der eigenen Zahl von 193,6 vermeldete das RKI am Mittwoch für Bremerhaven eine Inzidenz von 145,2. Ein bisschen Luft ist also noch.

OB Grantz zieht in Bremerhaven Notbremse: Alles dicht bis auf den Zoo

Trotzdem hat das Bürger- und Ordnungsamt eine Allgemeinverfügung erlassen, nach der die Geschäfte im Einzelhandel nicht mehr zum „Click-and-Meet*“ öffnen dürfen. Auch die Museen müssen für den Publikumsverkehr geschlossen bleiben und der bisher zugelassene Gruppensport für Kinder im Freien wird untersagt. Ebenfalls wurde beschlossen, die Kontrollmaßnahmen seitens der Polizei sowie des Ordnungsamts auszubauen. Verstöße sollen ohne viel Spielraum geahndet werden.

Lange hat der Oberbürgermeister von Bremerhaven, Melf Grantz, überlegt, ob er die Notbremse ziehen soll. Ab Donnerstag, 25. März 2021, gelten neue Corona-Regeln in seiner Stadt.

Von einer erneuten Schließung des Zoos am Meer nimmt die Seestadt vorerst Abstand. Das hatte auch am Dienstag, 23. März 2021, der Bremer Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD) gefordert. Bei der Entwicklung der Inzidenzzahl auf über 200 in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner – gemeint sind dabei die Zahlen des RKI – bleibt der Zugang durch den Nachweis eines negativen Schnelltests vorbehalten.

Corona in Bremerhaven: Neues Testzentrum wird eröffnet

Dafür wurde am Mittwoch, 24. März 2021, ein neues Testzentrum eröffnet, das im Wulsdorf-Center im Auftrag der Stadt von DRK und Johannitern betrieben wird. Seit Anfang dieser Woche bietet der Magistrat als größter Arbeitgeber der Stadt zudem seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit des Schnelltests in der Stadthalle. Dort wurden bisher rund 150 Personen getestet. Ein positives Ergebnis war bis dato nicht dabei.

Das Testen könne Teil einer möglichen Lockerungsstrategie sein, erläuterte Grantz. Er habe deshalb in Absprache mit dem Magistrat den Krisenstab gebeten, für die Zeit nach Ostern Modelle zu entwickeln, mit denen auch bei höherer Inzidenzzahl Einzelhandel, Gastronomie, Museen und touristische Einrichtungen möglicherweise geöffnet werden können.

Impfchaos: OB Grantz sucht Schuld bei Bundesregierung

Grantz kritisierte in diesem Zusammenhang die Bundesregierung, die es nicht schaffe, genügend Impfstoff bereitzustellen. „Hier ist einiges schiefgelaufen und es fehlt offensichtlich der Mut, für die Fehler einzustehen“, ärgerte er sich, „und wir als Kommunen dürfen die Unzulänglichkeiten auf höherer Ebene ausbaden.“

In Bremerhaven sei es dank des frühzeitig installierten Krisenstabs, der hervorragende Arbeit leiste, gelungen, die Herausforderungen anzunehmen und wirkungsvoll zu bekämpfen. Das gelte für das ausgezeichnet arbeitende Impfzentrum und aktuell für die Testzentren. *nordbuzz.de und kreiszeitung.de von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt/dpa, Lukas Schulze/dpa & Ingo Wagner/dpa

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare