Corona-Pandemie

AstraZeneca: Bremer Impf-Chaos – Behörde streicht Corona-Impfungen

Die Impfungen gegen Covid-19 mit dem Wirkstoff von AstraZeneca sind im Land Bremen ab sofort ausgesetzt. Der Impfstoff ist erst seit kurzem wieder im Einsatz.

Update vom 31. März 2021, 12:30 Uhr: Bremen/Hannover – Das Land Bremen setzt die Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von AstraZeneca aus. Die Landes- und Bundesgesundheitsminister haben sich darauf am Dienstagabend, 30. März 2021, in einer Konferenz auf dieses Vorgehen geeinigt. „Wir werden die Beschlüsse der Konferenz der Gesundheitsminister selbstverständlich in Bremen umsetzen“, sagte Lukas Fuhrmann, Sprecher des Gesundheitsressorts im Land Bremen, gegenüber „buten un binnen“.

Coronavirus in Zahlen im Land Bremen:Stand: 30. März, 16 Uhr. Quelle: Senatspressestelle
Aktive Corona-Infektionen:1.480 (+7 innerhalb von 24 Stunden)
Coronafälle insgesamt:20.832 (+121)
Genesene Personen:18.946 (+112)
Gestorbene mit Corona-Infektionen:406 (+2)
7-Tage-Inzidenz:113,8 (Bremen) / 271,9 (Bremerhaven)

Corona-Chaos in Bremen: Alle Impftermine werden eingehalten

Trotz des Impf-Chaos durch das Vakzin von AstraZeneca müsse am Mittwoch, 31. März 2021, kein Impftermin in Bremen abgesagt werden, erklärte der Sprecher. Derzeit verfüge Bremen über 11.700 Impfdosen des BionTech-Impfstoffes. Diese seien am Dienstag geliefert worden. Über das Vorgehen in der Stadt Bremerhaven war am Morgen noch nichts in Erfahrung zu bringen.

Beschlossen wurde dies, weil die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Vorgaben für das Corona-Vakzin von AstraZeneca kurzfristig geändert hat. Grundlage für die Stiko-Empfehlung sind derzeit verfügbare Daten zum Auftreten „seltener, aber sehr schwerer thromboembolischer Nebenwirkungen“, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Nebenwirkungen bei AstraZeneca: Thrombosen in Hirnvenen treten vermehrt bei jungen Frauen auf

Diese seien 4 bis 16 Tage nach der Impfung ganz überwiegend bei Personen im Alter unter 60 Jahren aufgetreten, teilte das beim Robert Koch-Institut (RKI) angesiedelte Gremium mit. Dabei geht es um Auffälligkeiten bei Fällen von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen, die vor allem bei jüngeren Frauen registriert wurden.

Auch Niedersachsen zieht mit und stoppt sämtliche Impfungen mit AstraZeneca für unter 60-Jährige. Diese Regelung tritt am Mittwoch, 31. März 2021, in Kraft. Der Impfstoff wird nur noch für Menschen ab 61 Jahren verwendet, die den Priorisierungsgruppen 1 und 2 angehören. Damit folge die Landesregierung in Hannover der jüngsten Empfehlung der Stiko, wie Regierungssprecherin Anke Pörksen am Dienstagabend mitteilte. Inzwischen wurde auch der Impfstoff von AstraZeneca umbenannt, berichtet kreiszeitung.de*. (dpa/jon)

AstraZeneca: Impf-Chaos – droht der erneute Vakzin-Stopp?

Erstmeldung vom 30. März 2021, 14:49 Uhr: Bremen/Berlin – Als Erstes preschte am Dienstagmittag, 30. März 2021, das Land Berlin vor: Impfstopp mit dem Vakzin von AstraZeneca bei unter 60-Jährigen. Kurz darauf zog auch die bayerische Landeshauptstadt München nach. Zuvor hatte das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) im hessischen Langen gewarnt, dass es erneut heftige Nebenwirkungen mit dem Impfstoff gegeben habe.

Auch Uni-Kliniken in Nordrhein-Westfalen fordern einen Impf-Stopp für jüngere Menschen unter 60 Jahren. Das berichtete am Dienstagnachmittag die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Erst vor rund zwei Wochen gab es einen Impf-Stopp mit dem Vakzin im Land Bremen, bevor die Impfungen am 19. März 2021 im gesamten Bundesland wieder anliefen. Kommt jetzt die erneute Rolle rückwärts der Politik?

Impf-Chaos mit AstraZeneca: STIKO fordert Impfstopp

Laut übereinstimmenden Medienberichten empfiehlt mittlerweile auch die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts (RKI) einen Impf-Stopp mit dem Vakzin von AstraZeneca für Menschen unter 60 Jahren. Zuerst berichtet die Augsburger Allgemeine am Dienstag exklusiv. Dem Medium liegt eine Beschlussvorlage der STIKO vor.

„Auf Basis der derzeit verfügbaren, allerdings noch begrenzten Evidenz und unter Berücksichtigung der gegenwärtigen pandemischen Lage empfiehlt die Stiko, die Covid-19 Vaccine AstraZeneca für Personen im Alter über 60 Jahren zu verwenden“, zitiert die Zeitung aus Süddeutschland aus der Vorlage. Die Kommission wird am Abend zusammentreten und sich weiter beraten, berichtet merkur.de*. Auch die Landes- und Bundesgesundheitsminister werden am Abend zu einer Konferenz zusammenkommen.

AstraZeneca in Bremen: Impfen, was das Zeug hält

Von der Senatorin für Gesundheit in Bremen, Claudia Bernhard (Die Linke), war zunächst am Dienstagnachmittag nur die Informationen zu erhalten, dass die Konferenz der Landes- und Bundesgesundheitsminister abgewartet werde. Ebenso die Entscheidung der STIKO. Derzeit wird mit dem Vakzin in Bremen und Bremerhaven also munter weiter geimpft. Mit extremen Gefahren für unter 60-Jährige? Wenn man den Berichten des PEI folgt, ja.

In Deutschland seien bislang 31 Verdachtsfälle einer Hirnvenenthrombose nach Impfung mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca bekannt, berichtete das PEI am Dienstag. Bis Montagmittag, 29. März 2021, waren dem Institut diese 31 Fälle gemeldet worden, in 19 Fällen wurde zusätzlich eine Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen) gemeldet. In neun Fällen war der Ausgang tödlich, wie das für die Sicherheit von Impfstoffen zuständige Institut berichtete.

Impfstoff von AstraZeneca: Nebenwirkungen hauptsächlich bei Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren

Mit Ausnahme von zwei Fällen betrafen laut PEI alle Meldungen Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren. Die beiden Männer waren 36 und 57 Jahre alt. Laut Impfquotenmonitoring des RKIs wurden bis einschließlich Montag 2,7 Millionen Erstdosen und 767.000 Zweitdosen von AstraZeneca verimpft.

Das Impfen mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca war erst am Freitag, 19. März 2021, im Land Bremen wieder angelaufen. Zuvor hatte die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) den Impfstoff als sicher eingestuft.

AstraZeneca in Bremen: Impftermine bleiben vorerst bestehen

„Es war wichtig, dass die Empfehlung der Europäische Arzneimittel-Agentur abgewartet wurde. Ich bin froh, dass wir nun die Impfungen mit dem Impfstoff von AstraZeneca fortsetzen können, um so weiterhin die vulnerablen Gruppen zu impfen und vor einer Corona-Infektion zu schützen“, erklärte Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard noch vor anderthalb Wochen.

Auch die Impfungen in den Kliniken sowie Impfungen der mobilen Teams in priorisierten Einrichtungen bleiben bestehen beziehungsweise werden neu vereinbart. Die Impfzentren in der Stadt Bremen haben auch über die Osterfeiertage zu den üblichen Zeiten geöffnet.

Auch für den Ostersonntag, 4. April 2021, und Ostermontag, 5. April 2021, können Impftermine vereinbart werden. In Bremerhaven wird das Impfzentrum nur am Karfreitag, 2. April 2021, geöffnet sein. * nordbuzz.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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