Auch Kliniken sollen folgen

„100 Prozent Bio“ in Bremens Kitas und Schulen bis 2022

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Bremens Schulen und Kitas sollen zukünftig nur noch mit Bio-Nahrung versorgt werden

Bremen will an Kitas, Schulen, Kantinen und Kliniken den Anteil von Bio-Lebensmitteln deutlich erhöhen. Bei den Kindertagesstätten und Schulen soll es schon innerhalb der nächsten fünf Jahre nur noch Bio geben.

Nach einem Beschluss des rot-grünen Senats vom Dienstag sollen Schulen und Kitas bis 2022 ihre Gemeinschaftsverpflegung zu 100 Prozent auf Bio umstellen. Für die städtischen Krankenhäuser gilt bis 2024 eine Quote von nur 20 Prozent, die zudem unter Finanzierungsvorbehalt steht. 

Umweltsenator Joachim Lohse (Grüne) sprach dennoch von einem „deutlichen Signal in Richtung Erzeuger und Produzenten aus Bremen und dem Umland“. Damit liege die Stadt Bremen auch bundesweit ganz vorne, so Lohse.

Dazu im Interview: Umweltstaatsrat Ronny Meyer

Bremen setzt auf Bio – warum?

Ronny Meyer: „Wir sehen, dass in der Massentierhaltung und der konventionellen Landwirtschaft so einiges schief läuft. Die Massentierhaltung schadet den Tieren und verunreinigt das Grundwasser, giftige Pestizide in der Agrarwirtschaft schaden Insekten und Menschen. Unser Ziel ist, den Menschen gute ökologische Lebensmittel anzubieten. Das Modell der Zukunft ist der ökologische Landbau – mit unserem Beschluss wollen wir auch politisch ein Zeichen setzen.“

Was soll wann umgestellt werden?

Meyer: „Für Kitas, Schulen und eigene öffentliche Kantinen heißt die Vorgabe bis Ende 2022: 100 Prozent Bio. Der Anteil von Billigfleisch wird auf Null gefahren, der Bio-Anteil für Milch, tierische und pflanzliche Produkte auf 100 Prozent erhöht. Bei Krankenhäusern sieht der Beschluss die 100 Prozent noch nicht vor, sondern bis 2024 sind es 20 Prozent. Bei Bio-Milch liegt der Anteil allerdings auch in den Kliniken ab Ende 2018 bei 100 Prozent. Zumindest ist für das Umweltressort klar: Auch in Krankenhäusern muss das Ziel langfristig 100 Prozent Bio heißen.“

Wird es teurer und reicht das Angebot?

Meyer: „Wir haben festgestellt, dass wenn man weniger Fleisch anbietet – was auch ökologischer ist, denn wir essen in den westlichen Industrienationen viel zu viel Fleisch – dann ist es möglich, das auch weitgehend aufkommensneutral zu machen. Zumindest ist das bei Kitas und Schulen so. Bei Krankenhäusern ist die Diskussion noch nicht ganz zu Ende. Wir glauben zudem, dass wir durch eine höhere Nachfrage ein entsprechendes Angebot kreieren und der wachsende Bio-Markt nachzieht.“

dpa

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