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Mit Schirm, Charme und Zitrone: Das sind Bremens beste Cocktailbars

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Der Blackberry Sage Bramble aus dem Blauen Fasan.

Ein bisschen Schnaps, ein Schuss Cola, das Ganze garniert mit einem Strauß Gemüse: Voilà, fertig ist der Cocktail. Das geht besser? Auf jeden Fall – wir verraten Euch die aus unserer Sicht besten Bremer Locations für klasse Cocktails in entspannter Atmosphäre.

Lemon Lounge: „Mit dem gebührenden Respekt vor einer 200-jährigen Bar-Kultur“

Angeblich der beste Mojito der Stadt.

Die Lemon Lounge liegt direkt am Wall, ist allerdings etwas versteckt: Über einem italienischen Restaurant die Treppe hoch, schon steht man mittendrin. Sofort fällt die gut gefüllte Bar ins Auge – sieht fancy aus. Alles am Start, womit man sich – egal ob Wirkungs- oder Genusskonsument – gediegen einen Schwipps antrinken kann. Die Atmosphäre ist stimmungsvoll und passt zur Philosophie der Location: Old Fashioned.

 „Das Wesentliche in einer guten Bar sind und bleiben die Klassiker. Mit dem gebührenden Respekt vor einer 200-jährigen Bar-Kultur ist es unser Anspruch, klassische Drinks perfekt zuzubereiten“, heißt es auf der Homepage. Nachdem ich mich durch die Karte gewühlt habe (die tatsächlich nach Jahren sortiert ist und sich wie eine kleine Zeitreise durch die Barkultur anfühlt), bestelle ich einen Mojito für 8,50 Euro. Ist ja schließlich ein Klassiker und „gilt unter den Gästen als der beste der Stadt“, so der Barchef. Klar, er muss das sagen, schließlich mixt er hier die Drinks, aber er hat mächtig Ahnung von dem, was er allabendlich zusammenrührt (oder auch schüttelt).

Kaleu, einen Shot, gemischt aus Brandy und Orangenlikör.

Hinten raus gönne ich mir auf Empfehlung noch einen Kaleu, einen Shot, gemischt aus Brandy und Orangenlikör – geht gut. Bezüglich Atmosphäre, Personal und Drinks mischt die Lemon Lounge weit vorne mit und das offensichtlich schon eine ganze Weile: 2003 wurde sie vom „Playboy“ als beste Bar Deutschlands ausgezeichnet. Ob sie auch heute noch zu den Tops der Bundesrepublik gezählt werden muss, kann ich nicht beurteilen, zu den besten Cocktailbars Bremens gehört die Lemon Lounge aber definitiv. 

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Bobby Lane: Prohibition in Schwachhausen? Aber bitte nur als Drink!

In Gedenken an die Prohibition wird der Cocktail Prohibition in einer Papiertüte serviert.

Das Bobby Lane an der Wachmannstraße 47 in Schwachhausen genießt besonders bei Gin-Freunden einen hervorragenden Ruf. Kein Wunder, zur Auswahl stehen fast 70 verschiedene Sorten. Ein Cocktail-Highlight, das Ihr auf jeden Fall probieren solltet, hat mit dem Wacholderschnaps allerdings gar nichts zu tun. Prohibition heißt das Meisterwerk – und die Basis ist Wisk(e)y. Steht Ihr nicht so richtig drauf? Probiert den Drink trotzdem – denn die elegante Mischung von Black Bush und Laphroaig 10, kombiniert mit Ginger Beer, Haselnuss und Limette, überzeugt auf ganzer Linie. Steht auf der Karte nicht umsonst unter „Bobby's Favours“. Kostenpunkt: 9,50 Euro. Dazu kommt die Optik: Serviert wird Euch der Prohibition nämlich stilecht eingewickelt in eine Papiertüte – eben als Erinnerung an die schwere Zeit der Prohibition. Ein echter Hingucker, extra fürs Bobby Lane kreiert.

Dieser Shot heißt wie er schmeckt: lecker.

Apropos Hingucker: Die Bar besticht durch ihr klassisch-gediegenes Ambiente, deswegen solltet Ihr vielleicht nicht gerade im Hoodie auftauchen. Auch, wenn es sehr ungezwungen zugeht, ein wenig Chic schadet sicher nicht. Was ebenfalls wirklich nie schadet, ist ein Shot für zwischendurch. Und wie sollte der schmecken? Natürlich lecker! Deswegen bestellt ihr am besten den „Lecker“. Licor 43 mit frischem Zitronensaft gemischt, das ist einfach … könnt Ihr Euch sicher denken!

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1st Class Suicide: Vom Punker bis zum Banker ist jeder willkommen

Hier gibt es richtig gute Cocktails!

Im 1st Class Suicide (seit 2014 in der Neustadt) ist vieles anders – und das ist cool. Die Atmosphäre ist etwas kerniger, die Musik gefühlt ein wenig lauter und die Drinks im Schnitt etwas günstiger. Viel bemerkenswerter ist aber: Die Cocktails sind richtig gut, das Personal hat's drauf! Der Barchef ist ein entspannter Typ, ein absoluter Fachmann und gerät ins Schwärmen, wenn er von seinen Eigenkreationen spricht, ohne sich selbst zu wichtig zu nehmen. So hat er den Charles Bronson am Todestag des gleichnamigen Schauspielers kreiert, weil ihm „danach war“ - und wohl auch, weil er es konnte.

Bronson wird mit Absinth, Southern Comfort, Cherry Brandy, Lime und Ananas gemischt.

Wann immer ich mich daran versucht habe, Spirituosen möglichst ergiebig zusammen zu kippen, schmeckte das Resultat nach „Pferdetöter“. Hier nicht – der Bronson geht gut und wird mit Absinth, Southern Comfort, Cherry Brandy, Lime und Ananas gezaubert. Ohnehin wird im 1st Class Suicide offensichtlich gerne zusammengeführt, was in der Schubladen-Denke nicht zusammenpasst: „Uns ist eine ungezwungene Atmosphäre wichtig, auch Leute, die vielleicht nicht die klassischen Cocktailtrinker sind, sollen sich hier wohlfühlen, ob Metal-Head oder sonstwer – völlig egal.“ Der Barchef vermittelt glaubhaft den Eindruck, dass im 1st Class Suicide wirklich jeder vom Punker bis zum Banker willkommen ist. Eine Sache noch: Ich empfehle dringendst, den Shot „Der leckere Kurze vom letzten Mal“ zu probieren. Heißt, wie er schmeckt und ist eine Geheimrezeptur. 

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Blauer Fasan: „Apfelstrudel“ ist Pflicht!

Der Fasan liegt abseits des touristischen Trubels.

Der Blaue Fasan liegt in Schlachte-Nähe, jedoch etwas abseits des touristischen Trubels. Kurioserweise war das Viwien Wu vorher dort, wo jetzt der Fasan ist – hier geben sich gute Cocktailbars die Klinke in die Hand. Die Location selbst ist stilvoll, übersichtlich und gemütlich. Heißt aber auch, dass es rund um die pompöse Theke schon mal eng werden kann, was insofern nicht verwundern darf, als dass gute Drinks einfach viele Menschen anziehen, klar. Zu den Cocktails: Der Barchef versteht sein Handwerk bestens, mixt, schüttelt macht und tut – war bei unserer Begegnung allerdings etwas kurz angebunden. Das kann in der Hektik vorkommen, so richtig einladend wirkt das dann aber natürlich nicht.

Barchef Jonas in Action.

Eine Empfehlung des Hauses ist beispielsweise der Blackberry Sage Bramble für 8,80 Euro (Gin, Holunderblüte, Limette, Brombeerpüree, Läuterzucker und frischer Salbei) – fruchtig! Top-Seller des Blauen Fasans ist dennoch ein Kurzer: „Apfelstrudel nach Omas Geheimrezept“. Kein Scherz, der Shot schmeckt tatsächlich wie der gleichnamige Kuchen, also köstlich. Das hat sich rumgesprochen: Ganze Gruppen legen auf ihren Touren nur wegen des „Apfelstrudels“ einen Zwischenstopp im Fasan ein. Ohnehin lohnt es, die Bar regelmäßig zu besuchen. Es gibt immer einen Drink der Woche sowie eine wechselnde Monatskarte mit Specials der Barkeeper. Heißt: Wer ein stilvolles, intimes Ambiente, Abwechslung und Spitzen-Drinks mag, ist im Blauen Fasan bestens aufgehoben. Und dieser „Apfelstrudel“… sagte ich schon, wie gut dieser „Apfelstrudel“ ist? 

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ChinChilla: mit großem Außenbereich

Barfrau Isa rät zum Lili.

Seit 2014 im Viertel ansässig, hat sich das ChinChilla in vergleichsweise kurzer Zeit als ein echter Hotspot am Eck etabliert. Dickes Plus: der großzügige Außenbereich. In der Sonne Cocktails schlürfen und sich die unterschiedlichsten Gestalten des Viertels anschauen – im ChinChilla geht`s am besten! Aber auch der Barbereich drinnen kann sich sehen lassen. Es gibt zwar Sitzgelegenheiten, die zum Loungen locken, ich persönlich favorisiere aber einen Platz an der Quelle, sprich am u-förmigen Tresen.

Thymian im Cocktail ist tatsächlich lecker.

Das ChinChilla ist insbesondere für seine erstklassigen Gin-Cocktails bekannt, die im viertelpreisigen Segment liegen. So geht Thyme for Raspberry (Gin mit Limettensaft, Zuckersirup, Himbeeren und Thymian, ja, wirklich Thymian) für 8 Euro über die Theke. Noch günstiger wird es in der Happy Hour, täglich zwischen 18 und 19 Uhr. Wer Shots mag, ist indes mit einem Lütten namens Lili (Licor 43 mit frisch gepresstem Limettensaft) fantastisch beraten. Die Barfrau meint, der sei so gut, dass es eigentlich nicht bei einem Kurzen bleiben sollte – stimmt. Mein Fazit: Im ChinChilla treffen sehr gute Drinks auf entspannte Leute in lockerer Atmosphäre. Klingt nach der Beschreibung eines Swingerclubs? Mag sein, gemeint ist aber eine der besten Cocktailbars Bremens! 

Weitere Infos gibt es hier.

Eine Sache noch: In jeder der hier vorgestellten Bars darf geraucht werden. Ich denke, das solltet Ihr wissen. Außerdem handelt es sich in diesem Text um subjektive Eindrücke. Ihr habt andere Favoriten? Her damit, nutzt doch einfach die Kommentarfunktion.

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