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Kaffee? Gerne – aber ohne Müll! Studenten starten Test für Becher-Pfandsystem in Bremen

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Den „Cup2date“-Becher gibt es in der Testphase in 13 Lokalitäten in Bremen, unter anderem im Lütt Köök Huus in der Markthalle 8.

Jeder hat ihn, diesen Kollegen, der Morgen für Morgen mit 'nem Becher Kaffee ins Büro geschlappt kommt. Natürlich im Einweg-Becher, ist ja viel bequemer so. Aber ganz ehrlich, muss das wirklich sein? Einfach so, völlig überflüssig und gegen jedes besseres Wissen, Müll produzieren? Vielleicht einfach mal den Kopf anschalten und nachdenken! In Bremen gibt es jetzt einen Denkanstoß.

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Natürlich kann von niemandem ernsthaft erwartet werden, zu jeder Tages- und Nachtzeit einen ökologisch wertvollen Mehrweg-Becher im Gepäck zu haben, falls der Kaffee-Durst mal zufällig um die Ecke kommt. Aber gerade beim Weg zur Arbeit, wo ich doch sowie weiß, dass ich in den nächsten Minuten einen Kaffee geradezu zwingend brauche, ist es doch kein Ding der Unmöglichkeit, einen eigenen Becher einzupacken.

Denn: Alleine in Bremen werden nach Schätzungen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) pro Jahr rund 23 Millionen Einweg-Kaffeebecher weggeworfen. 23 Millionen, jedes Jahr, nur in Bremen – und das in den wohl meisten Fällen aus reiner Bequemlichkeit. Das möchte eine Gruppe von sieben Masterstudierenden am Lehrstuhl für Mittelstand, Existenzgründung und Entrepreneurship (LEMEX) der Universität Bremen ändern.

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Sie entwickelten ein Pfandsystem für Mehrweg-to-go-Becher, das vom 17. bis zum 24. Januar 2018 in 14 Bremer Cafés und Bäckereien getestet wird. Im Anschluss werten die Studierenden aus, wie das „Cup2date“ genannte Becherpfandsystem bei Partnern und Kunden ankam und was verbessert werden könnte. Mithilfe von Investoren könnte daraus eine Alternative zu den üblichen Wegwerfbechern entstehen.

Nachhaltigkeit statt Wegwerfmentalität

Die Idee für einen nachhaltigen Kaffeebecher kam den Studierenden bei der Bremer Veranstaltung „Start-up Weekend“ 2017. Kurz darauf begannen sie mit einem „Bring deinen Becher“-Tag ihre erste Aktion in Bremen. Am Aktionstag erhielten Kunden, die ihren eigenen Becher mitbrachten, Rabatt auf ihren „Kaffee to go“ bei teilnehmenden Partnern. Das Projekt „Cup2date“ ist die Weiterentwicklung der bisherigen Ideen.

BWL-Student Walter Steinhauer hat die Idee für das Pfandsystem gemeinsam mit seinen Kommilitoninnen und Kommilitonen entwickelt. Die Mehrweg-Becher des „Cup2date“-Systems bestehen aus Polypropylen (PP), einem Bisphenol A (BPA)-freien, lebensmittelechten, spülmaschinenfesten und recycelbaren Kunststoff. „Es klingt zunächst unlogisch, einen Einweg-Pappbecher durch eine Plastikvariante zu ersetzen“, sagt Steinhauer. „Doch Einwegbecher bestehen nicht nur aus Pappe – sie haben eine Kunststoffbeschichtung im Inneren. Das heißt, man kann die einzelnen Bestandteile des Bechers nicht sauber voneinander trennen und recyceln. Das ist auch ein Grund, weshalb die Becher so schädlich für die Umwelt sind.“ Die Mehrwegbecher werden in Deutschland produziert und sind bis zu 500 Mal verwendbar.

„Während unserer Testwoche verwenden wir aus Hygienegründen keine Mehrwegdeckel, sondern bieten die herkömmlichen Plastikdeckel an“, erklärt Steinhauers Kommilitonin Merle Ridder. „Dabei kann jeder Kunde selbst entscheiden, ob er den Plastikdeckel überhaupt benötigt.“ Während der Testwoche können Bremerinnen und Bremer die Becher gegen einen Euro Pfand benutzen.

Die teilnehmenden Bäckereien und Cafés in der Übersicht

  • Café Heinrich, Contrescarpe 45
  • Torhaus, Bürgermeisterin-Mevissen-Weg 1
  • Harbour Coffee, Auf den Häfen 4
  • KEN’s Stop-Shop, Buntentorsteinweg 264/266
  • YellowBird Coffee, Pappelstraße 79
  • PappCafé, Friedrich-Ebert Straße 1
  • Karton, Am Deich 86
  • Minkens, Unser Lieben Frauen Kirchhof 27
  • Werder Bäcker, Katharinen Klosterhof 7
  • Gretas Bistro, Contrescarpe 75a
  • Werder Bäcker, Willy-Brandt-Platz (Bahnhof)
  • Hüftgold, Willy-Brandt-Platz (Bahnhof)
  • Lütt Köök Huus, Markthalle 8

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