So hat sich die Huntestadt verändert

nordbuzz-Serie: Oldenburg gestern und heute – Teil 3

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Die ehemalige Eisenbahndirektion an der Donnerschweer Straße beeindruckt mit einer riesigen Fensterfront. 

Ob Hundehütte, das dreieckige Rathaus oder der Pulverturm – wir Oldenburger lieben unsere historischen Häuser und Altbauten. Doch in der Stadt an der Hunte hat sich im Laufe der Zeit ganz schön viel getan. Wir haben in den Archiven nach alten, braunen Bildern gekramt und uns mit den historischen Werken auf Zeitreise begeben. Wie die Oldenburger Hotspots noch um 1900 ausgesehen haben, zeigt unser Fotovergleich. Hier geht’s zum ersten Teil der nordbuzz-Serie.

Das ehemalige Bahn-Büro: Die Eisenbahndirektion am Pferdemarkt

Von Fahrschülern ist er mit seinen für Oldenburger Verhältnisse vielen Fahrspuren gefürchtet: der Pferdemarkt. Doch der Platz an der 91er Straße ist nicht nur ein wichtiger Verkehrspunkt in der Stadt. Hier stehen auch viele geschichtsträchtige Gebäude. 

Eines davon ist die ehemalige Eisenbahndirektion. Das dreigeschössige, rote Gebäude an der Donnerschweer Straße wurde zusammen mit der ersten Bahnlinie zwischen Oldenburg und Bremen eingeweiht: Im Jahr 1867 öffnete die „Großherzoglische Eisenbahndirektion in Oldenburg (G.O.E.)“. Der Staatsbetrieb GOE florierte und wurde mit etwa 200 Lokomotiven, 5.000 Wagen und 6.000 Beschäftigten größter Arbeitgeber des Landes. Ein Vergleich mit dem Bild von etwa 1900 zeigt deutlich, dass die Gebäudefassade noch heute nahezu unverändert ist. Natürlich musste das Mauerwerk zwischenzeitlich saniert werden, um das heute denkmalgeschützte Gebäude zu erhalten. 

Die ehemalige Eisenbahndirektion an der Donnerschweer Straße beeindruckt mit einer riesigen Fensterfront. 

Anfänglich gab es am heutigen Pferdemarkt nur das Direktionsgebäude, 1873 wurde es um einen zweigeschössigen und 1909 um einen dreigeschössigen Anbau erweitert (links daneben). Nach 68 Jahren Bestehens wurde die Eisenbahndirektion schließlich im Jahr 1934 aufgelöst. 

Schule mit Geschichte: Das Alte Gymnasium Oldenburg

Am Alten Gymnasium in Oldenburg blickt man auf eine Geschichte bis ins 14. Jahrhundert zurück. 1573 gründete Graf Johann die ehemalige Lateinschule in Oldenburg. Als Gymnasium wird die Schule bereits ab 1792 bezeichnet, doch die Umbenennung in Altes Gymnasium Oldenburg (AGO) war erst 1957. Ab 1814 war die Schule im Graf-Christophers-Haus untergebracht, bevor der Neubau am Theaterwall 1878 vollendet wurde. 

Das historische Bild zeigt das Alte Gymnasium Oldenburg um 1901.

Doch dies sollten leider nicht die letzten Baumaßnahmen am Theaterwall gewesen sein. Denn im März 1998 ging das Gebäude in Flammen auf. Zum Glück blieben die Mauern bei dem Brand größtenteils verschont. So wurde es zwischen 1998 und 2001 liebevoll wieder aufgebaut, um das prunkvolle Haus an der Haare nicht zu verlieren. Ob den Schülern bewusst ist, wie viel Geschichte in ihrem Gymnasium steckt? Fraglich. Auf jeden Fall ist es ein echtes Augenschmankerl in Oldenburg. 

Vom Holzhaus zum Prunkbau: Das Oldenburgische Staatstheater

Für viele Oldenburger eines der schönsten Gebäude in der Stadt: Das Staatstheater.  

Bereits 1832 wurde in Oldenburg der Beschluss gefasst, ein Theater zu bauen. Wo heute der weiße Bau mit den beeindruckenden Säulen steht, gab es einst nur ein hölzernes Spielhaus, im wahrsten Sinne des Wortes zusammengezimmert. Der prunkvolle Neubau wurde erst im Oktober 1881 eröffnet und nach den Plänen von Hofbaumeister G. Schnittger errichtet. 

Aus dieser Zeit stammt auch das historische Foto aus dem Stadtmuseum. Auch wenn es nun nicht mehr nur aus Holz bestand, brannte das Gebäude 1891 bis auf die Grundmauern nieder. Man vermutet, dass ein Feuerwerk während einer Vorstellung zu den Flammen führte. Zwei Jahre nach dem Brand weihte Oldenburg das wiederaufgebaute Theater ein. Seit 1893 prägt die Kuppel des heutigen Oldenburgischen Staatstheaters also die Silhouette der Huntestadt.

Portemonnaie statt Polster: Der Bahnübergang Ecke Peterstraße/ Brüderstraße

Über die Wahl der Fassadenfarbe lässt sich streiten. Trotzdem gehört das Gebäude an der Peterstraße zu eines der ältesten Oldenburgs.

Noch heute steht das gelbe Haus an der Peterstraße in Oldenburg. Wo einst das Polsterwarenlager von H. Hippe war, ist mittlerweile die Sparda-Bank eingezogen. Die Fassade an sich hat sich im Laufe der Jahre kaum verändert. Lediglich der ein oder andere Farbanstrich dürfte zwischen dem historischen Bild von 1883 und heute liegen. Damals war neben dem Gebäude an der Brüderstraße ein Bahnübergang. Auf dem Bild vom Stadtmuseum ist das ehemalige Bahnwärterhaus gut zu erkennen. Heutzutage rauscht der Zug Richtung Bremen eine Etage höher vorbei. 

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