So hat sich die Huntestadt verändert

nordbuzz-Serie: Oldenburg gestern und heute – Teil 2

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Der Glockenturm an der Ecke Wallstraße / Lange Straße gehörte einst zum Heiligen-Geist-Hospital.

Ob Hundehütte, das dreieckige Rathaus oder der Pulverturm – wir Oldenburger lieben unsere historischen Häuser und Altbauten. Doch in der Stadt an der Hunte hat sich im Laufe der Zeit ganz schön viel getan. Wir haben in den Archiven nach alten, braunen Bildern gekramt und uns mit den historischen Werken auf Zeitreise begeben. Wie die Oldenburger Hotspots noch um 1900 ausgesehen haben, zeigt unser Fotovergleich. Hier geht’s zum ersten Teil der nordbuzz-Serie.

Vom Spital-Turm zum ältesten Wahrzeichen der Stadt: der Lappan 

Der 35 Meter hohe Glockenturm in der Langen Straße ist das älteste Wahrzeichen Oldenburgs. Seit 1467 markiert der Turm einen wichtigen Knotenpunkt des Nahverkehrs. Das Bild zeigt den Turm im Jahr 1632 aus Sicht der Wallstraße. Besonders eindrucksvoll: Schon damals war das heutige Extrablatt-Gebäude mit vielen Rundbögen verziert, die auch heute noch zu erkennen sind. Ursprünglich gehörte der Lappan zu einem Heiligen-Geist-Spital. Dieses wurde leider im Laufe der Jahrzehnte zerstört und nicht wieder aufgebaut, der Glockenturm hingegen überstand auch den Stadtbrand von 1676 nahezu unbeschadet.

Der Glockenturm an der Ecke Wallstraße / Lange Straße gehörte einst zum Heiligen-Geist-Hospital.

Seinen Namen erhielt der Lappan vermutlich in Anlehnung an das niederdeutsche Verb „lappen“, übersetzt: einen Flicken ausbessern oder ansetzen. Anfänglich bezeichneten die Oldenburger so den Spital-Anbau am Turm. Später bürgerte sich der Name für den Glockenturm selbst ein. Über die Jahre wurde der Glockenturm mehrmals „gelappt", sprich ausgebessert und restauriert.

Der Lappan aus Sicht der Langen Straße um 1900.

Auch auf dem Foto, dass um 1900 in der Langen Straße aufgenommen wurde, ist der Lappan zu sehen. 

Prunkvolles in der Peterstraße: Das Peter Friedrich Ludwig Hospital

Bis 1841 war das vom Oldenburger Herzog Peter Friedrich Ludwig erbaute Gebäude ein Krankenhaus.

Mit seinen sechs Säulen im Eingangsbereich kommt das Peter Friedrich Ludwig Hospital an der Peterstraße prunkvoll daher. Das Kulturzentrum PFL wurde 1838 bis 1841 ursprünglich als Krankenhaus errichtet, war jedoch 1841 zu klein für die Städtischen Kliniken. Heute befinden sich im denkmalgeschützten Prunkbau die Stadtbibliothek, das inForum, die binationalen Gesellschaften und das Umwelthaus. Der Namensgeber Peter Friedrich Ludwig war 1755 bis 1829 Herzog von Oldenburg und prägte mit zahlreichen klassizistischen Bauten, wie dem Mausoleum auf dem Gertrudenkirchhof, das historische Stadtbild.

Astra Pils in der Ritterstraße: Wahnbeck's Hotel

In dem Gebäude an der Ecke Ritterstraße / Staustraße soll einst das Postamt gewesen sein.

Dort wo sich die Ritterstraße, Staulinie und Staustraße treffen, entstand diese Aufnahme etwa 1900. Während sich heutzutage in dem weißen Gebäude alles rund um die Fotografie dreht, schenkte Gastwirt Dietrich Hermann Wahnbeck in seinem Wahnbeck's Hotel & Restauration bis 1950 Astra Pilsener aus. Bei genauem Hinsehen wird deutlich, wie gut erhalten die Häuserfassade des weißen Gebäudes an der Ecke ist. Übrigens: Gegenüber des damaligen Hotels gründete sich einst die Oldenburgische Landesbank im Jahr 1869. Damals reichte der Stau noch fast bis an die Ritterstraße heran.

Ihr wollt mehr über die Stadtgeschichte Oldenburgs erfahren? Dass eine Touri-Tour alles andere als langweilig sein kann, zeigt der nordbuzz-Touri-Test für die Huntestadt.

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