Da hat was aufgemacht

Neueröffnungen im Viertel: Kulturkneipe, Craft-Beer-Bar und Burger-Schmiede

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„Honigdachs“, „TwoBeers“ und „Die Zukunft“ bereichern seit Freitag, 13. Januar, das Viertel.

Drei auf einen Streich! Am Freitag, dem 13. Januar, erblickten mehrere neue Gastro-Angebote das Licht des Bremer Viertels. Die Burger-Schmiede „Honigdachs“, das Craft-Beer-Paradies „TwoBeers“ und die temporäre Kultur-Kneipe „Die Zukunft“. Ein erster Eindruck vom Eröffnungsabend.

Für das Viertel lässt sich Freitag der 13. zu Jahresbeginn getrost als gutes Omen ansehen: Die Vielfalt in der Gastro- und Kneipen-Szene wächst vielversprechend. Mit dem „Honigdachs“ geht ein weiterer hochwertiger Burger-Händler an den Start, das „TwoBeers“ bietet das eigene Craft Beer Grebhan‘s sowie über 40 weitere internationale Sorten an, und „Die Zukunft“ kommt mit weniger Hochglanz, aber umso mehr kulturellem Anspruch daher. Wir waren am Eröffnungsabend im Viertel unterwegs und haben uns einen ersten Eindruck verschafft.

„Honigdachs“ Vor dem Steintor

Bereits seit Oktober war der „Honigdachs“-Schriftzug über einem verhangenen Laden zu sehen. Dort, wo es zuletzt „Crumpler“-Taschen zu kaufen gab, direkt neben dem ehemaligen, immer noch leerstehenden „Video Stern“. Die geheimnisvolle Fassade sorgte für Neugier und Spekulationen in sozialen Netzwerken, beim googeln landete man zunächst auf der Homepage des Restaurants „Loui & Jules“. Nun zeigt das „Honigdachs“-Impressum namentliche Überschneidungen mit der Kneipe „Im Lu“ am Eck. Entscheidend ist jedoch auf‘m Teller, respektive im Glas. Also, mal schauen, wo der Dachs – sprichwörtlich – den Honig holt.

„Honigdachs“ Vor dem Steintor 36.

Beim Betreten des aufwändig umgebauten Ladens springt dem Gast das rustikale Interieur entgegen, ganz im Stile des allseits angesagten Industrie-Charme, geprägt von unverputzten Backstein-Wänden, Holztischen, großen Glühbirnen und gläsernen Trennwänden. Im vorderen Teil steht Ess-Mobiliar, zentral folgt die Bar und hinten findet sich auf der Empore eine lauschige Lounge, die offenbar auch als Raucherbereich fungieren kann.

Die offene Küche sorgt für Transparenz, das Angebot klingt vielversprechend: Burger, Salate, Snacks, nachhaltiger Utamsi-Kaffee, Desserts, Hausgemachte Eistees und Limonaden sowie ausgewählte Spirituosen, Highballs und Weine. Dabei liegt besonderes Augenmerk auf lokalen Produkten, auch beim Bier, das von der Union Brauerei Bremen kommt. Die Burger tragen klangvolle Namen wie „Nordisch by Nature“ oder „Kohl ‘n‘ Kassler“. Ersterer ist mit traditionellem Knipp belegt, letzterer spricht für sich.

Die Praxis konnte der vollmundigen Theorie am Eröffnungswochenende leider noch nicht folgen, zeitweise kam es – auch während unseres Besuchs – zu Bestellstopps, da die Küche dem Andrang nicht standhielt, so eine Mitarbeiterin. Vermutlich der Hauptgrund, warum der Laden am Freitagabend nicht mehr überquoll, denn tagsüber sei es brechend voll gewesen. Auch am Folgetag schien die Küchen-Kinderkrankheit noch nicht endgültig gelöst. Davon zeugen viele negative Bewertungen bei Facebook, die vor allem die Wartezeit monieren, jedoch oft gleichzeitig die Burger loben. Die konstruktive und zumeist verständnisvolle Kritik kontert der Honigdachs mit dem überwältigenden Besucheransturm und der stets frischen Zubereitung. Die Prozesse sollen optimiert werden.

Wir sind gespannt und werden es wieder probieren.

„Honigdachs“, Vor dem Steintor 36, 28203 Bremen
Montag bis Samstag, Küche: 12-22 Uhr, Bar Open End

„TwoBeers“ in der Feldstraße

Ähnlich geheimnisvoll ging „TwoBeers“ an den Start, auf der Homepage ist bis dato lediglich zu lesen „TwoBeers – And tasty Food“ mit dem Zusatz „Craft Beer von Grebhan‘s und leckeres Essen in Bremen“. Grebhan‘s ist eine Mikrobrauerei, die benannt nach ihrem Braumeister bis vor einiger Zeit im Schnoor ansässig war. Inzwischen wird in etwas größerem Stil in Horn gebraut und nun auch in der Feldstraße ausgeschenkt. Zwischen den benachbarten Bars „Lemans“ und „Feldschlösschen“ gibt es nun also Bier aus Bremen und Essen aus aller Welt, zubereitet mit regionalen Zutaten.

„TwoBeers“ in der Feldstraße 19.

Auch dort, wo früher die „Feldküche“ kochte, ist nun ausgeprägte industrial Optik mit großen Glühbirnen zu finden. Am Eröffnungsabend war erst nach etwas Wartezeit ein Sitzplatz zu bekommen. Genug Zeit also, sich schon einmal ins Bier-Angebot einzulesen. „TwoBeers“ führt deutlich mehr als die namensgebenden zwei Bier, neben der Grebhan‘s Auswahl nämlich über 40 internationale Craft-Sorten jeglicher Couleur – klassisch, stark, malzig, fruchtig, verraucht. Darunter Imperial Stout und jede Menge Indian Pale Ales. Vieles davon aus der Flasche, einiges jedoch auch aus der vielköpfigen Zapfanlage.

Auch entsprechende Grundlagen werden in Form von Speisen und Snacks gereicht. Hier beweist das „TwoBeers“ Humor und preist auf einer Tafel an: „Unser Sonntagsbraten: Kleine Käseplatte“. Für den Sommer sind Außenplätze angekündigt, dem genussvollen Open-Air-Bier-Konsum im Unterholz des „Bermuda Dreieck“ abseits des Viertel-Trubels steht also nichts im Wege.

„TwoBeers“, Feldstr. 19, 28203 Bremen
Öffnungszeiten: 17.30 bis 23.30 Uhr

„Die Zukunft“ im Sielpfad

Einen Freiraum für Kunst, Kultur, Musik und Gemeinschaft – für alle, die es gut meinen – will der Verein „Wanderlust“ im leerstehenden „Café Olé“ schaffen. Um die Ecke vom „Malenchen“, fast am Deich, war am Eröffnungstag bereits einiges an guter Gesellschaft zusammengekommen. Unterhalb eines wegweisenden Zorro-Z auf dem alten Kneipen-Schild, musste man sich minutenlang zur Bar durcharbeiten, um ein Hemelinger zu bestellen. Einerseits, weil der düstere Laden derart rappelvoll war, andererseits, weil gefühlt jedes zweite ein bekanntes Gesicht war. Auch als Nachbarschaftstreff möchte die Kneipe mitten in der Wohnstraße fungieren und trug Sorge dafür, dass der Lärmpegel draußen nicht Überhand nahm.

„Die Zukunft“ im Sielpfad 7.

Unkommerziell und leidenschaftlich soll es in der „Zukunft“ zu gehen. Für dieses Vorhaben kann der erste Abend getrost Pate stehen. Günstige Preise am Tresen und Aufbruchsstimmung in der Luft machen Hoffnung auf ein erlebnisreiches Jahr. Ja, ein Jahr. Auf diesen Zeitraum ist die Zwischennutzung in Kooperation mit der „ZwischenZeitZentrale“ festgelegt. Dieses Jahr möchte „Wanderlust“ dazu nutzen, ausgewählte Kunst und Konzerte „für ein schöneres Leben“ zu präsentieren. Am Eröffnungsabend standen Herr Uschi Wacker und Misha Kappa auf dem Programm.

„Haben Sie einen Augenblick Zeit mit uns über die Zukunft zu reden? Haben Sie nicht auch schon lange davon geträumt, dass alle Menschen und Tiere in harmonischer Einheit ohne Kriege und Hass zusammenleben? Dieser Traum wird wahr.“ So die selbstbeschreibende Ankündigung, die man den Machern vertrauensvoll abnimmt, sind sie doch erfahrene Bremer Kulturschaffende, unter anderem aus dem „kukoon“ in der Neustadt.

„Die Zukunft“, Sielpfad 7, 28205 Bremen
Donnerstag bis Samstag, 19 bis 0 Uhr rauchfrei, 0 Uhr bis Open End mit Aschenbechern
Sonntag bis Mittwoch kostenlos für soziale, kulturelle und politische Gruppierungen nutzbar

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