Konkurrenz im Steintor

Erster Eindruck: Das taugt der neue Zoomburger im Viertel

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Der „ZoomBurger“ im neuen Zoomburger kann sich durchaus sehen und vor allem schmecken lassen.

Kürzlich eröffnete mit Zoomburger ein weiterer Hamburger-Laden im Viertel direkt neben der Helenenstraße – nach vorherigem Betrieb an der Disco-Meile kein Unbekannter im Bremer Burger-Kosmos. Aber noch so eine Braterei im Steintor, tut das Not? Wir haben uns einen ersten Eindruck verschafft.

Zoomburger wirbt mit dem für ein Fast-Food-Angebot ambitionierten Claim: „Made with Love“. Wie sich dies in der Praxis anfühlt, gilt es zu überprüfen. Ende Mai verkündete der Laden via Facebook die Aufgabe seines Standorts an der Disco-Meile und tauchte Wochen später mitten im Viertel wieder auf. In der Zwischenzeit tingelte die Buletten-Schmiede mit eigenem „Zoomtruck“ über etliche Streetfood-Events. Bei einem Wettbewerb hob gar die kulinarische Trash-TV-Ikone Jumbo Schreiner den Zoomburger aufs Treppchen – immerhin auf Platz drei von 22 Teilnehmern. 

Vermeintliche Schmuddel-Ecke: Zommburger liegt direkt neben der sündigen Helenenstraße.

Warme Holzvertäfelung sorgt für Gemütlichkeit 

Nach aufwändigen Umbauarbeiten zog die Burger-Braterei in den ehemaligen Gemüse-Laden Vor dem Steintor, gegenüber vom Ziegenmarkt, unmittelbar neben der Helenenstraße. Unter anderem wurde der Eingang versetzt, wo vorher Geld aus einem Automaten kam, kommen nun Gäste hinein, in die runderneuerten Räumlichkeiten. Eine warme Holzvertäfelung sorgt für Gemütlichkeit in modernem, rohen Industrie-Charme. Es herrscht Arbeitsambiente und Retro-Chic mit Backstein-Ornamenten an der Wand. Auch die puristische Beleuchtung darf nicht fehlen, um die momentan offenbar kaum eine Neueröffnung herum kommt. Und warum auch nicht, sorgt schließlich für eine freundliche Atmosphäre. 

Zoomburger bietet insgesamt acht Tische und eine gute Aussicht auf den Ziegenmarkt.

Blick auf das rege Treiben des Viertels 

Eine große Fensterfront eröffnet den Blick auf das rege Treiben des Viertels, woran es insbesondere am Ziegenmarkt bekanntlich nicht mangelt. Interessant, das Ganze aus Sicht der vermeintlich zwielichtigen Schmuddel-Ecke in Nachbarschaft zur Helene zu betrachten. Der großzügige Restaurant-Raum bietet mit acht Tischen und je zwei Bänken reichlich Platz für hungrige Gäste. Zubereitet wird die Kost in einer offenen Küche, die Schöpfung der Kreation lässt sich also mitverfolgen. Am Werke sind freundliche, junge Burger-Brater, die einen bemühten, jedoch noch nicht immer vollends betriebstemperierten Eindruck machen. 

Die Speisekarte von Zoomburger.

Angus-Rind ohne Hormone und Antibiotika 

Zur Auswahl stehen neben den Klassikern auch unterschiedliche Chicken- und Veggie-Variationen, Hot Dogs mit Rindswürstchen und Salate. Außerdem Shakes und Fresh Brewed Ice Tea sowie Fresh Squeezed Lemonade. Wir entscheiden uns zu Testzwecken für das Flagschiff „ZoomBurger“ ohne allzu viel Schnickschnack. Schriftlich angekündigt wird hundertprozentig bescheinigtes, natürliches Angus-Rindfleisch ohne Hormone und Antibiotika zu bezahlbaren Preisen. Klingt erstmal fair: 5,50 Euro für doppeltes, frisch gegrilltes Fleisch, eine Scheibe amerikanischer Cheddarkäse, Lolo Bionda Salat, Plum Tomaten und hausgemachte Zoom Soße. Dazu eine Single-Portion Ziggy-Fries á 2,00 Euro und eine Cola zum gleichen Preis. 

Der „ZoomBurger“ im neuen Zoomburger kann sich durchaus sehen und vor allem schmecken lassen.

Fast Food, aber frisch zubereitet  

Weil auf Bestellung zubereitet wird, bedarf es anschließend wenig Wartezeit, allerdings zur mittäglichen Testzeit absolut im Rahmen. Als der Burger im weichen Brioche Brötchen an den Tisch geliefert wird, trieft die Papier-Hülle vor Fett, doch das Gesamtpaket macht einen stimmigen Eindruck. Eine insgesamt zarte, doch bissfeste Angelegenheit, die vor allem beim Abbeißen nicht in ihre Einzelteile zerfällt. Dazu krosse Riffel-Pommes in angemessener Größe. Das Fazit steht schnell fest: Fast Food, aber frisch zubereitet, zu 9,50 Euro fürs komplette Menü. Das ist günstig, ohne dabei billig zu wirken. Klar, die Viertel-Burger-Koryphäen Rock & Wurst, Loui & Jules Grillboutique oder Honigdachs spielen qualitativ in einer anderen Liga, als Premium-Anbieter allerdings auch preislich. 

Eine Single-Portion Ziggy-Fires, kross und riffelig.

Alleinstellungsmerkmal: Öffnungszeiten 

Neuzugang Zoomburger muss sich vom Kostenpunkt her eher mit der alteingesessenen Institution Burgerhaus messen und kann hier mit seinen neuen Impulsen bestehen. Nicht mit in den Vergleich aufgenommen werden kann an dieser Stelle freilich der Hot-Dog- und Burger-Imbiss direkt am Eck, mit seinen schnellen Happen für zwischendurch auf die Faust. Aber so hat jedes Angebot seine Abnehmer. Weil es zur Mittagszeit leer war und schnell ging, taugt Zoomburger obendrein als Geheimtipp für den Mittagstisch. Ein wahres Alleinstellungsmerkmal sind die derzeitigen* Öffnungszeiten: Sonntag bis Donnerstag 12 bis 2 Uhr sowie Freitag und Samstag 12 bis 6 Uhr. Damit wird Zoomburger zur nächtlichen Döner- oder Pizza-Alternative nach dem Feiern und tritt dann eben doch noch in den Wettbewerb mit den Burger-Schnappern vom Eck – bloß auf anderem geschmacklichen Niveau. 

„Made with Love“? 

Bleibt abschließend noch die Frage, wie war das jetzt mit „Made with Love“? Ohne den Köchen den Einsatz absprechen zu wollen, so richtig liebevoll kommt das Ergebnis in letzter Konsequenz nicht rüber. Dafür ist es dann doch zu sehr Fast Food. In diesem Genre kann sich der gekostete Burger jedoch sehen und vor allem schmecken lassen. Der Spagat zwischen frisch und zügig zubereitet, günstig und trotzdem durchaus genießbar gelingt. 

Zoomburger, Vor dem Steintor 55, 28203 Bremen, So-Do: 12-2 Uhr, Fr-Sa: 12-6 Uhr (*Testphase), 0421/43 23 55 18, Aktuelle Infos bei Facebook 

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