Food-Kooperative

Bio-Naturkostladen zum Mitmachen: Werde Mitglied in Bremens KörnerKlub

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Klub-Mitglieder der ersten Stunde (v.l.v.r.): Vera de Hesselle, Klaus-Peter Land, Manuela Kastenbein

Fair geht es hier zu. Und zwar bei Preisen, Waren und dem sozialen Miteinander. Ganz ohne Profit. Wie das funktioniert, hat uns der KörnerKlub aus der Bremer Neustadt erklärt. Neue Klubber sind herzlich willkommen.

„100 Prozent Bio“ in Bremens Kitas und Schulen bis 2022

Nach reichlich Vorlauf und einiger Verzögerung ist es vollbracht: Die Bremer Neustadt hat eine neue Food-Coop. Ein Bio-Laden, der allen gemeinsam gehört – den Mitgliedern des KörnerKlub.

Im Buntentor Gneisenaustraße/Ecke Hardenbergstraße gibt es jetzt ein kleines Ladengeschäft für nachhaltige Lebensmittel. 

Von Brot über Kaffee bis hin zu Honig – soweit möglich, kommen die Produkte, die hier im Laden auf ihre Käufer warten, aus der Region. Neben Lebensmitteln sind Wasch- und Putzmittel fester Bestandteil des Sortiments. Und natürlich Körner. Körner und Flocken zum Selber abfüllen, dürfen in einem KörnerKlub nicht fehlen.

Unmittelbar und fair – das Konzept 

Der KörnerKlub – ein zurzeit 20-köpfiges Team, das sich für nachhaltige Ernährung, Handel und Lebensmittel einsetzt. Der eingetragene Verein bezieht seine Lebensmittel wie Gemüse, Obst und Käse direkt vom Erzeuger. Die landwirtschaftlichen Betriebe sitzen meist in unmittelbarer Nähe, sind also regional. Die Mitglieder des KörnerKlubs selbst verkaufen die Ware im Laden. Von Mitgliedern für Mitglieder.

Neuer Input für die Neustadt: Der KörnerKlub öffnet im Buntentor seine Türen

Der Bio-Laden ist nicht gewinnorientiert. Die Mitgliedsbeiträge von monatlich 15 Euro stemmen die Fixkosten wie Miete und Strom. Mit der Mitgliedschaft erhalten die Klubber ein Stück des Geschäfts und die Berechtigung im KörnerKlub einzukaufen. Darüber hinaus ist Eigeninitiative gefragt: Verkaufen oder mal zum Einsatz auf den Hof fahren und Tomatenpflanzen festbinden, gehört dazu. „Dafür sehen wir dann später im Laden die Früchte unserer Arbeit. Tomaten die man selber mit gepflanzt hat, schmecken am besten,“ freut sich Klaus-Peter Land, Klub-Korn der ersten Stunde.

Ökologische Lebensmittel direkt vom Erzeuger 

Die Schwerpunkte der Food-Coop sind saisonal, regional und vor allem hundert Prozent bio. Sicher, regionale Ware können wir auch auf dem Wochenmarkt kaufen. Jedoch: Der KörnerKlub pflegt direkten Kontakt zu den Höfen. Das Vertrauen ist da, schließlich kennt man sich. Und das gibt allen ein gutes Gefühl.

Auch für die landwirtschaftlichen Betriebe sind Food-Coops ein Gewinn. Der Bio-Laden in der Neustadt zahlt den Betrieben einen fairen Preis. Die kleinen regionalen Höfe erhalten die Chance gegen die großen Massenkonzerne zu bestehen. Da der KörnerKlub durch seine ehrenamtliche Mitarbeit auf Personalkosten verzichtet, liegen die Preise für die Lebensmittel unterm Strich dennoch unter denen im herkömmlichen Bio-Supermarkt.

Zu einer nachhaltigen Ernährung gehört ebenfalls ein Blick auf den Saisonkalender: Im Winter gibt es Grünkohl, keine Erdbeeren. Über die können wir uns im Sommer dafür umso mehr freuen. Das ist erst mal ungewohnt für unser Konsumverhalten. Der gewöhnliche Supermarkt bietet uns 24/7 eine bunte Palette der verschiedensten Obst und Gemüsekreationen. Um das nicht ganz außer Acht zu lassen, müsse es, vor allem im Frühjahr, hin und wieder Zukauf aus dem Biogroßhandel geben, erklärt Klaus-Peter Land. So müssen KörnerKlub-Mitglieder im Winter oder Frühling nicht völlig auf die geliebte Paprika verzichten.

Um ein möglichst großes regionales und saisonales Angebot zu erreichen, hatte die Lebensmittel-Gemeinschaft von Anfang an das Ziel zu wachsen. Deshalb entstand die Idee, einen Laden für Bio-Apfel, Birne und Co. zu eröffnen.

Ehrenamtliches Engagement - von Mitgliedern für Mitglieder 

Im Sommer 2017 hatten sie den Laden endlich gefunden. Aber damit war noch einiges zu tun: Feuchte Wände im Keller trocknen, neue Elektroleitungen verlegen, Fugen abdichten. Und das alles „nebenbei“. Denn: Der KörnerKlub lebt vom ehrenamtlichen Engagement. Jedes der bislang 20 Mitglieder geht neben der Food-Coop seinen alltäglichen beruflichen Verpflichtungen nach. Da bleibt nicht immer viel Zeit, um sich um das neue Geschäft zu kümmern. Aber der Mix der Vereinsmitglieder macht‘s: „Da kommt eine ganz schöne Truppe an Talenten zusammen“, freut sich Klaus-Peter Land. 

Im KörnerKlub ist alles selbstgemacht.

Vom Tiefbauer über den Elektromeister bis zum Holzbildbauer ist alles mit an Bord. Jedes Mitglied bringt Zeit und Können den eigenen Möglichkeiten entsprechend ein. Natürlich ist es auch Liebhaberei: „Ernährung ist ein wichtiger Teil des Lebens. Und die Umwelt die Grundlage – deswegen sollte es möglichst bio, mit regionalem Bezug und zu fairen Bedingungen sein,“ erläutert Klaus-Peter Land.

Die Liebe steckt im Detail 

Die Sorgfalt und Liebe zum Laden ist deutlich erkennbar: Der Jugendstil-Kachelboden im Eingangsbereich erstrahlt in neuem Glanz. Beim Umbau entdeckte der KörnerKlub einen alten Bäckereiofen hinter einer Wand. Dieser hat über die Jahre seine Funktion eingebüßt, wurde aber in den Laden zur Ansicht integriert. "Früher war hier eine Bäckerei angesiedelt, später ein Fotolabor. Wir wollen in dem Laden auch ein Stück Vergangenheit wieder sichtbar machen,“ erklärt das Vereinsmitglied.

Wer suchet, der findet – und zwar in diesem Fall alte Kacheln unter Laminat

Der Nachhaltigkeitsgedanke spiegelt sich auch im Inventar des Mitgliederladens wider: Viele der Möbel haben sie übernommen. So etwa Holzregale aus ehemaligen Bio-Läden oder einer Bäckerei. Aber auch Fundstücke und Selbstgebautes wie der Tresen aus Holzpaletten-Resten sind darunter.

Zur Zeit ist der Laden dreimal wöchentlich für den Einkauf geöffnet.

Je mehr Mitgliederzulauf es gibt, desto größer das Angebot. Neue KörnerKlubber – die Freude daran haben, mit Lebensmitteln umzugehen, Verpackungsmüll vermeiden möchte und schon immer mal einen eigenen Laden haben wollten – sind herzlich willkommen.

Öffnungszeiten:

Dienstag 17.00 bis 19.00 Uhr | Freitag: 16.30 bis 18.30 Uhr |  Samstag: 11.00 bis 13.00 Uhr

Alles weitere zum KörnerKlub erfahrt Ihr hier.

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