Jetzt ist für Erwachsene

Ganz kurz: Diese Shots solltet Ihr in der Region probiert haben

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Der „Kollateralschaden“ im Wohnzimmer

Nein, nein … wir wollen hier niemanden zum Voll-Suff animieren, aber sind wir doch ehrlich: Ein Shot zur richtigen Zeit kann richtig wohltuend sein. Ob nach dem Essen als Zerhacker, als Anheizer in einer Party-Runde oder als Kickstarter ins Feier-Wochenende – manchmal passt ein kurzer Schnaps einfach gut ins Programm. Aber welcher soll's denn sein? Sofern Ihr volljährig seid, haben wir da ein paar Tipps für Euch: Fünf nordbuzz-Redakteure, fünf Schnaps-Empfehlungen für Genuss- und Wirkungstrinker in der Region Bremen/Oldenburg.

Verspricht mächtig Rückenwind: Die „Bremer Luft“

Die „Bremer Luft“ in der Kunstbar

Ich bin da nicht stolz drauf, habe aber vermutlich so ziemlich jede Spirituose schon irgendwann mal als Shot getrunken. Was absurd ist, weil ich Hochprozentiges aus kleinen Gläsern gar nicht sonderlich mag. Im Gegenteil, früher oder später, meistens früher, wird mir davon schlecht. Mit einer Ausnahme: Die „Bremer Luft“ sorgt dafür, dass mir im Laufe der Nacht nicht die Puste ausgeht. Im Gegenteil, das babsch-süße Zeug aus der „Kunstbar“ im Viertel ist eine starke Erfrischung für zwischendurch, verspricht mächtig Rückenwind - und erinnert verdächtig an flüssige Zahnpasta. Die Eigenkreation dreht mit etwa 40 Prozent sehr ordentlich und der im Alkohol aufgelöste „Bremer Babbeler“ haut Euch den richtigen Zucker-Kick in den Kopf - absolut empfehlenswert! 

Lars Kattner, Redakteur

Kollateralschaden im Wohnzimmer

Der „Kollateralschaden“ im Wohnzimmer

Ich bin da irgendwie hineingeraten, eines Abends im „Wohnzimmer“ in Bremen: Diesen einen Schnaps müsse ich probiert haben, der sei heftig, irgendwo zwischen Pferdetöter und Reanimations-Shot anzusiedeln, gar nicht mal so lecker, aber trotzdem irgendwie gut. „Der bringt uns alle nach vorne“, sagte einer meiner Mitstreiter. Gemeint war der „Kollateralschaden“ für 2,20 Euro. Runter damit – kein Scheiß, ich bin fast nach hinten umgefallen. Der Kurze ist ein Mix aus Tequila, Old Pascas (73 %!) und Tabasco und macht einen dem Namen entsprechend kaputt. 

Definitiv ein Shot für Wirkungstrinker, wer schon die Lampen anhat, sollte lieber die Finger von dem Zeug lassen. An alle anderen: Probiert's aus. Klar, ist das dann eher als Mutprobe, denn als schmackhafter Kurzer für Zwischendurch zu verstehen, aber Spaß macht der Kollateralschaden (wenn überstanden) dann irgendwie ja doch. Und wenn nicht – beeindruckend ist er allemal! 

Timo Strömer, Leitender Redakteur

„Black Russian“ im Eisen: Eine Reminiszenz mit Geschmack

„Black Russian“ im Eisen

Ohne auf diesem Gebiet Spezialist zu sein, fällt es mir nicht schwer einen Favoriten aus dem bunten Reigen mehr oder weniger geschmackvoller Schnäpse der Bars dieser Stadt zu benennen. Der „Black Russian“ ist steht auf der Getränke-Karte des Eisen am Eck im Viertel unter der Rubrik „Schweinereien“. Dort befindet er sich für 2,50 Euro mit Krabbeldiwandenuff (offizielle Schreibweise), Offenes Bein, Betonmischer oder Hirn in äußerst illustrer Gesellschaft. Dass meine Wahl dennoch auf „schwarzen Russen“ fällt, hat dann genau zwei gute Gründe: der Name und der Geschmack. Ersteinmal ist „Black Russian“ als Pendant zu „White Russian“ für mich eine Hommage an „The Big Lebowski“ und eine Reminiszenz an den „Dude“ – seines Zeichens Protagonist des gleichnamigen Cohen-Kult-Klassikers.

Der wohl lässigste Typ, den es je gab und das Gesicht des „White Russian“ schlechthin. Geschmacklich kann der „Black Russian“ bei dieser vollmundigen Ankündigung problemlos mithalten, setzt er sich doch aus Wodka und Kaluha zusammen, spart im Vergleich also lediglich Sahne und/oder Milch ein. Eine sehr bekömmliche Kombination, die nach einem Hauch von Kaffee schmeckt, einen aufgeweckten Schub mitschwingen lässt und gleichzeitig keinerlei Unwohlsein im Rachen erzeugt. Gefährlich. Verantwortungsvoll genossen aber ein echtes Schmankerl und in der Atmosphäre des Eisen überaus empfehlenswert.

Joschka Schmitt, Redakteur

„Lütje Minze“ – Mehr als hochprozentige Mundspülung

„Lüttje Minze“ aus Lütjenburg

Als gebürtige Ammerlängerin müsste ich eigentlich die uralte Tradition des „Ammerländer Löffeltrunks“ huldigen, der mit einem plattdeutschen Spruch daher kommt und in Zinnlöffeln serviert wird – eigentlich. Denn ehrlich gesagt schmeckt mir dieser Fusel überhaupt nicht. Auch auf die Gefahr hin als Kulturbanause deklassiert zu werden: wenn hochprozentiger Schnaps, dann muss es auch ein echter Trinkgenuss sein. Mein Favorit: „Lütje Minze“ aus Lütjenburg. Zugegeben: mit 50 Prozent Alkoholgehalt ist dieser Pfefferminz-Trunk schon mit Vorsicht zu genießen, aber eisgekühlt taugt der minzige Shot nicht nur als Munderfrischer, sondern perlt angenehm wärmend die Kehle hinunter ohne dabei großartig zu brennen.

Zwar mit leichter Zahnpasta-Note, aber wer auf Pfefferminze steht, der wird begeistert sein. Tipp für die kalte Jahreszeit: ein gut gemeinter Schuss Lütje Minze im heißen Kakao plus Sahnehaube – wärmt von innen und schmeckt wie After-Eight-Schokolade.

Jasmin Martens, Redakteurin

Von der Lila Eule in die heimische Bar: Rhabarber-Schnaps

Rhabarber-Schnaps wie in der Lila Eule

Ich liebe den süßsauren Geschmack von Rhabarber schon seit meiner Kindheit. Der Rhabarber-Kuchen mit Streuseln von meiner Oma macht mich auch heute noch glücklich und ich habe sogar ein Rhabarber-Duschgel im Bad stehen. Da weiß ich selbstverständlich nicht, wie es schmeckt! Der Tag, an dem mich ein Kumpel in der Lila Eule auf einen, mir bis dato unbekannten Schnaps einlud, war dementsprechend eine Offenbarung. Der Drink kam auf Eis und in knalligem Rosa. Ich erwartete eines dieser unerträglich süßen Getränke, die man als Frau häufiger mal ausgegeben bekommt. 

Was dann meine Kehle hinunter glitt, war zwar süß, aber gleichzeitig auch ein bisschen sauer, sehr erfrischend. Das Beste: Es schmeckte nach Rhabarber! Weil der Kurze nur mit geringem Alkoholgehalt von 15% kommt, kann man ihn relativ bedenkenlos trinken, ohne sofort ins Suff-Koma zu fallen. Zwischenzeitlich ist der Schnaps aus der Königlichen Destillerie der Niederlande De Kuyper auch in meine heimische Bar eingezogen. Meiner Oma schmeckt er übrigens auch. Zum Wohl!

Anne Beny, Redakteurin

Eine Sache noch: 

Es handelt es sich in diesem Text um subjektive Eindrücke. Ihr habt andere Favoriten? Her damit, nutzt doch einfach die Kommentarfunktion.

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