Knotenkunde mit „Was ist buzz“

Knoten in Kopfhörerkabeln & Co.: Experte erklärt, ob Ihr Euch gegen Kabelsalat wehren könnt

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Klar, ist zwar lästig, aber kein großes Ding, mal eben die Kopfhörer zu entknoten, nachdem man sie aus der Hosentasche gezogen hat. Und das Kabel-Chaos unterm Schreibtisch stört ja auch nicht groß – solange man es nicht sieht. Aber was passiert da eigentlich genau, warum haben Kabel den innigen Wunsch, immer und überall zu verknoten? Kann man da nichts gegen unternehmen? Wir haben uns schlau gemacht – und einen der wenigen echten Experten zum Thema Kabelsalat gefunden.

Ihr kennt das: Kabel einpacken, Kabel wieder auspacken – und schon hat man den (Kabel)salat. Irgendein Knoten ist irgendwo immer. Eine Erfahrung, die auch Jens Eggers gemacht hat. Und zwar bei seinem Umzug nach England. Dort arbeitet der Professor für angewandte Mathematik seit einigen Jahren an der Universität Bristol. Beim Auspacken der Umzugskisten waren seinerzeit – natürlich – alle Kabel verknotet. Doch während jeder andere diesen Umstand zähneknirschend akzeptiert hätte, hat sich Eggers gefragt: Warum ist das so? Dafür muss es doch eine Erklärung geben. Und so ist dank Eggers und seinen Kollegen mit „Knotting probability of a shaken ball-chain“ die erste und bislang einzige wissenschaftliche Arbeit zum Thema Kabelsalat entstanden.

Die gute Nachricht ist auch gleichzeitig die schlechte: Prinzipiell seid Ihr nicht Schuld, wenn sich die Kabel verknoten – Ihr könnt Euch aber auch nicht groß dagegen wehren. Denn: Ist das Kabel (im Versuch der Wissenschaftler war es eine aus Kugeln bestehende Kette) lang genug, gibt es quasi immer Knoten. Das bestätigt auch Professor Eggers: „Wir haben ein vereinfachtes System betrachtet, in dem Kugelketten auf einer Platte geschüttelt wurden. Dabei haben wir herausgefunden, dass hinreichend lange Ketten fast immer Knoten haben. Der Grund ist, dass durch die Bewegung Knoten an den Enden der Ketten entstehen – und es werden ständig neue produziert.“ Ihr werdet also auch in Zukunft die Kabel der Kopfhörer entknoten müssen, nachdem Ihr sie aus der Hosentasche gezogen habt. Hilft nichts.

Auf dem Feld der internationalen Kabelsalat-Forschung gibt es noch viel zu tun

Aber hat die internationale Kabelsalat-Forschung inzwischen nicht vielleicht doch einen Durchbruch erreicht, um dem Durcheinander ein Ende zu machen. „Ich glaube, da gibt es noch viel zu tun“, befürchtet Eggers. Um dem Chaos, der Geißel der modernen Welt, Herr zu werden, bleibt also nur eins: Ihr müsst Eure Kabel mit Klammern bündeln. „Dann kann sich nichts mehr bewegen, und es gibt auch keinen Kabelsalat.“

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