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Vorsätze für 2017: Mit diesen Experten-Tipps wird‘s leichter

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Er ist der Experte in Sachen Selbstkontrolltraining: Rolf Höpken gibt Tipps zum Durchhalten von guten Vorsätzen.

Kiloweise (Festtags)essen und Süßigkeiten, tagelanges Faulenzen, Alkohol und Zigaretten: Keine Frage, das muss nicht sein, das muss sich ändern. Gute Vorsätze zum Jahreswechsel eben, Ihr kennt das sicherlich. Die nordbuzz-Redakteure haben sich auch einiges vorgenommen: ein Sixpack in 90 Tagen und ein Extremtraining im Wasser durchziehen. Doch wie den inneren Schweinehund überwinden und vor allem Durchhalten? Rolf Höpken, Leiter der Fachambulanz für Suchtprävention und Rehabilitation der Caritas Bremen, erklärt, wie wir uns selbst überwinden. 

Eine Hilfe bei der Durchsetzung solcher Pläne kann SKOLL sein. Die Abkürzung steht für Selbstkontrolltraining und wird von der Caritas beispielsweise für Mitarbeiter der Uni Bremen angeboten. In den Trainingseinheiten über zehn Wochen werden eigene Ziele festgelegt und Themen wie Risikosituationen, Stressbewältigung, Krisen und Konflikte besprochen. Rolf Höpken leitet die Fachambulanz für Suchtprävention und Rehabilitation der Caritas Bremen und ist selbst SKOLL-Trainer. In der Beratungsstelle ist das vorherrschende Thema Alkohol, aber es wird auch beispielsweise bei Computerspielsucht beraten. „Wenn Freunde kritisch nachfragen“, das sei oft der erste Anhaltspunkt, das etwas nicht stimmt und man sein Verhalten ändern sollte. Weitere Anzeichen seien, dass man die Kontrolle verliere, Verpflichtungen egal werden oder man sich für sein eigenes Verhalten schämt.

„Der Anfang ist immer das Schwierige“

Ein großes Hindernis, das einem bei der Umsetzung von guten Vorsätzen im Weg stehen könne, sei dabei Angst. „Viele denken: ‚Ich bin charakterschwach‘“, erklärt Rolf Höpken. Wer sein Ziel erreiche, könne damit auch Freiheit und Würde zurückgewinnen. Es kann ein großer Ansporn sein, nicht mehr vor jedem Halt an der Zugtür zu stehen, um für anderthalb Minuten seiner Nikotinsucht zu frönen.

In Sachen gute Vorsätze müsse man erst einmal den Weg bereiten, erklärt der Suchtexperte – sei es durch eine Beratung oder ein eigenes gesetztes Ziel. „Wenn Menschen einen klaren Fahrplan haben, werden sie mutiger.“ Seien erste Schritte getan, stelle sich das Gefühl ein: Es funktioniert! Damit werde dann wie im Sport der Ehrgeiz geweckt, weiterzumachen – Selbstwirksamkeitserwartung heißt das im Fachjargon.

Ein Waschbrettbauch wie Brad Pitt? Und das in nur 90 Tagen? Wie es nordbuzz-Redakteur Tobias Picker bei seinem Selbstversuch ergangen ist und ob sich das Ergebnis sehen lassen kann, verrät er in seinem Erfahrungsbericht. Hier geht‘s zum ersten Teil von #pickerpumpt.   

Emotionales Zeitfenster von 72 Stunden

Aber so weit muss man erst einmal kommen. „Der Anfang ist immer das Schwierige“, bestätigt Ralf Höpke. Tatsächlich bleibe nach dem ersten Impuls, etwas zu ändern, meist nur ein Zeitfenster von 72 Stunden, in dem man emotional dazu auch bereit ist. In diesem Zeitraum sollte man einen ersten Schritt machen. Also: Gleich die letzte Schachtel Zigaretten wegwerfen, einen ganzen Korb Gemüse auf dem Markt kaufen oder die Laufschuhe schnüren. Los!

Auch ein temporärer Verzicht kann helfen, sich besser zu fühlen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Wochenende ohne Internet? nordbuzz-Redakteurin Anne Beny hat sich der Sache angenommen: drei Tage „Digital Detox“. Was passiert ist, als sie ein Wochenende offline gegangen ist, lest Ihr hier. 

Alena Mumme

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