Neu in der Kaiserlichen Post

Grillkunst Deluxe? Erster Eindruck: So schmeckt das Steak im Lux

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Wer in den vergangenen Wochen einen Blick in das imposante Entrée der Kaiserlichen Post in Oldenburg geworfen hat, dem ist es wohl schon aufgefallen: Die großen beleuchteten „Beisserei“-Buchstaben sind verschwunden. Stattdessen hängt nun eine riesige schwarze Tafel über dem Treppenaufgang, Aufschrift: „Lux – Barkultur und Grillkunst“. Wir haben uns den Neuling in der Oldenburger Gastro-Szene angesehen und ausprobiert.

Auf den ersten Blick hat sich drinnen nicht viel verändert. Im imposanten Saal mit den hohen Fensterbögen reihen sich dunkle Tische aneinander, rote Stühle sorgen für einige Farbtupfer und die kupferfarbenen Leuchten für angenehmes, warmes Licht. Egal ob Beisserei oder Lux, fest steht: Die Räumlichkeiten in der Kaiserlichen Post sind einfach schick und vor allem groß.

Der Eingang zum Lux ist auf jeden Fall nicht zu übersehen. 

Fürs Testessen geht’s raus auf den Balkon im Innenhof, wo bereits ein eingedeckter Tisch wartet. Auch wenn der Außenbereich nicht besonders breit ist, eher tunnelartig daherkommt, lässt es sich hier wirklich schön sitzen. Bisher hatte ich immer nur drinnen gegessen und bin überrascht, wie ruhig es doch im Innenhof ist. Doch genug vom Gebäude geschwärmt, nun geht’s ans Herzstück eines jeden Restaurants: Das Essen.

Barkultur und Grillkunst verspricht der neue Laden an der Poststraße. „Exzellentes und geschmackvolles Fleisch bzw. Fisch“ vom Josper-Buchenholzkohlegrill wird in der Speisekarte angepriesen. Das legt die Messlatte schon mal hoch und weckt dementsprechende Erwartungen. Eins ist auf jeden Fall klar: Wer diese Grillkunst testen will, für den muss ein Stück Fleisch auf den Teller.

Grillkunst im Lux: Angus-Rind mit Beilagensalat und Kräuterbutter.

Die Auswahl: Hereford Rind aus Irland, US-Prime Beef aus Nebraska, Allgäuer Weiderind, australisches Angus-Rind, Kikok-Hähnchen oder Stroh-Schwein. Ich entscheide mich für das Rumpsteak vom Angus-Rind (Ladies Cut: 200g) für 22,90 Euro. Laut Karte „exzellentes, geschmackvolles Fleisch mit einem hohen Marmorierungsgrad“ von einem Rind, das „ca. 15 Monate in freier Wildbahn geweidet und ausschließlich Gras gefressen“ hat. Holla, schon wieder fällt das Wort „exzellent“ – Jetzt habe ich wirklich Hunger.

Der kleine Gruß aus der Küche: Zweierlei vom Sellerie.

Nach etwas Brot mit Dip geht’s erstmal mit einem Appetizer los: Zweierlei vom Sellerie. Mutig, denk ich mir, schließlich kommt das säuerliche Gemüse nicht bei jedem gut an. Bei mir übrigens auch nicht. Es ist also noch Luft nach oben. Dann reicht mir die Bedienung ein nach eigenen Angaben drei Kilo schweres Holzbrett mit integrierter, angewärmter Schiefernplatte – schick! An dieser Stelle: Hut ab, liebe Kellner. Drauf liegt ein saftiges Stück Fleisch, wie gewünscht medium gegart, aber leider leicht übersalzen. Dazu gibt’s Kräuterbutter, einen Beilagensalat und Süßkartoffel-Pommes mit Trüffel-Majo.

Da ist das gute Stück: Rumpsteak vom Angus-Rind (Ladies Cut).

Abgesehen von der starken Würze ist das Angus-Rind wirklich lecker, der unscheinbare Salat überrascht mit Nüssen und die Pommes sind schön knackig. Alles in allem eine runde Sache, aber keine wirkliche Geschmacksexplosion. Für den ausgerufenen Preis fehlt irgendwie das gewisse Etwas, wie es so schön heißt. Schließlich steht am Ende die stolze Summe von 27,30 Euro (22,90 Euro + 4,40 Euro für die Pommes) auf der Rechnung. Wahrlich Suchtgefahr besteht aber bei der Trüffel-Majo. Hier hat der Koch ganz Arbeit geleistet.

Meine Beilagenwahl: Süßkartoffel-Pommes mit Trüffel-Majo.

Fazit: In Sachen „kaiserlichem“ Ambiente ist das Lux in Oldenburg schon ganz vorne dabei, keine Frage. Der Oldenburger Neuling bietet aber nicht nur herrschaftliche Räume im angesagten industrial Style, sondern auch eine Fleisch- und Fischauswahl, die sich wirklich sehen lassen kann. Nur auf der Zunge konnte mich das Lux noch nicht ganz überzeugen. Übrigens: Der Service am Tisch war zwar sehr freundlich, aber leider etwas unpersönlich, irgendwie schon fast roboterhaft. Offenbar war die Kellnerin etwas aufgeregt – kein Drama, aber das geht besser.    

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