Japanische Nudelsuppe bei Tampopo: Das taugt Bremens erste Ramen-Bar

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Die Ramen-Bar Tampopo in der Metzerstraße 2b in Bremen Schwachhausen

Ramen – in Städten wie Hamburg längst ein Trend. Bremen hinkte hier kulinarisch lange hinterher. Bis jetzt. Die japanische Nudelsuppe ist endlich in der Hansestadt angekommen. In der Metzer Straße in Schwachhausen hat Bremens erste Ramen Bar eröffnet. Eine gelungene Alternative zu Falafel, Döner und Burger.

Flach, eckig, aus Holz, ein paar Bänke und Tische davor auf dem Gehweg. Das niedrige Häuschen sticht zwischen den Schwachhausener Wohnungen hervor. Ein rot leuchtendes Schild zeigt uns, dass wir richtig sind: „Tampopo“.

Nudel-Bar mit Club-Charakter

Herein spaziert. Hier wartet Bremens erste Ramen-Bar oder auch Ramen-ya auf uns. Gäste haben die Wahl am Fenster, wo man auf Barhockern in einer Reihe auf die wenig befahrene Metzer Straße blickt oder an einem der hohen Tische für je zwei Personen Platz zu nehmen. Wer keine Lust auf Barhocker hat, setzt sich an einen der größeren Holztische. Hier haben Gäste die Möglichkeit, kommunikativ – denn nicht in Reihe und vor allem zu mehreren – zu essen.

Der erste optische Eindruck ist gut. Loungig. Clean. Das Licht ist schummrig. Poppige, R‘n‘B-mäßige Musik tönt aus den Boxen. Für ein Lokal ungewöhnlich laut. Und gut besucht für den Anfang. Gegen halb acht schlagen wir mit mehreren Menschen bei Tampopo auf – und haben Glück noch einen der zwei großen Tische abzubekommen. Die restlichen Sitzplätze sind bereits belegt. Die Gäste sind jung. Geschätzt zwischen 25 und 35 Jahren.

Service und Speisekarte

Kaum haben wir uns gesetzt, werden wir auch schon nach unserer Bestellung gefragt. Zuvorkommend, freundlich aber nicht belagernd. Als wir zugeben, noch etwas Zeit zu benötigen, ziehen sich die Mitarbeiter charmant zurück.
Ein gutes Restaurant erkennt man daran, dass nicht übertrieben viele Speisen auf der Karte stehen, hat uns Fernsehkoch Frank Rosin erklärt. Tampopo hat es nicht nötig, sich hinter einer riesigen Auswahl zu verstecken und dadurch vom Wesentlichen abzulenken. Eine handvoll Starter, vier Basic Ramen, die leichte Variationen zu lassen und ein paar Desserts. Genau das zeichnet eine Ramen-Bar aus: Der Fokus liegt auf Ramen. Das ist der große Unterschied zu anderen japanischen Restaurants in denen neben Ramen zum Beispiel gleichzeitig Sushi als Hauptgang geboten wird.
Wir testen uns quer durch die Speisekarten. Edamame, Gyoza, Goma-Me – hinter diesen Namen verstecken sich Sojabohnen, gebratene Teigtaschen und gedünsteter Spinat mit Sesamdip. Zur Hälfte mit Fleisch, zur Hälfte vegetarisch. Die Starter kommen ruckzuck und kosten zwischen vier und sieben Euro. Sie schmecken allesamt prima. Dazu erfrischende Getränke. Eine Ingwer-Honig-Kurkuma-Limo, japanisches Bier und eine beachtliche Auswahl an Sake.

Tonkotsu oder Miso – was sind eigentlich Ramen? 

In Deutschland sind Ramen bei vielen nur als Instant-Suppen bekannt. In Asien haben sie eine lange Tradition. Eine kräftige Brühe mit Nudeln. Nudelsuppe. Die Brühe basiert auf einem Fleischfond aus Huhn oder Schwein mit einigen Scheiben Bauchspeck. Gemüsige, würzige Zutaten wie Ingwer und Frühlingszwiebeln kommen hinzu. Dazu gesellt sich ein halbes, auf den Punkt weichgekochtes Ei. Heraus kommt die „geheime Suppe“ – die laut Speisekarte acht Stunden Zubereitung benötigt.

Miso Ramen mit Bauchfleisch

Bei Tampopo können wir zwischen Miso und Tonkotsu Ramen wählen. Tonkotsu nennt sich der cremige Klassiker aus Schweine-Fonds. Erstaunlich wie man eine Suppe so gehaltvoll und sämig bekommt. Die Brühe ist milchig-trüb, die Konsistenz cremig. Miso ist um einiges leichter. Das zeigt sich schon an der klareren Farbe der Brühe.
Für die fleischfreien Esser gibt es eine vegetarische Miso-Variante. Voll mit Sojasprossen, Mais, Spinat und geröstetem Seetang. Durch die frischen Zutaten hat die Suppe etwas frühlingshaft-sommerliches. Gleichzeitig verleiht die kräftige, heiße Brühe eine innere Wohligkeit. Herbstlich-winterlich. Eine Kombination perfekt für das ganze Jahr.
Die Ramen kosten zwischen zehn und zwölf Euro. Gerechtfertigt. Wer sich selbst einmal an der Zubereitung versucht hat, weiß, welch großer Aufwand dahinter steckt. Und dann noch die Menge.Wer sich für Ramen entscheidet, braucht keine Sorge haben, hungrig nach hause zu gehen. Die warme Hauptspeise ist üppig genug, um auch ohne Starter die besten Esser satt zu bekommen.

Und zum Nachtisch gibt es Eis

Einen kleinen Abzug gibt es bei der Zeit: Die Ramen ließen auf sich warten. Aber das mag auch der Gruppengröße von sechs Personen geschuldet gewesen sein.

Und der Name? Bisschen Ramenwissen 

Cineasten haben es längst erkannt. Der japanische Kultfilm aus den 1980er Jahren ist hier Namenspate. Eine Geschichte über eine Frau, Tampopo, die eine Ramen-Bar eröffnet. Tampopo heißt außerdem Pusteblume. Aah, darum zerteilt die kämpferische Frau an der Wand und auf den Tischsets mit ihrem Schwert eine Pusteblume.

nordbuzz-Fazit

Nichts für große Gruppen, sondern aufgrund der Tische eher für ein Essen mit zwei bis drei Personen ausgelegt. Ein Mittagstisch wäre klasse und ist auch in naher Zukunft geplant. Solange öffnet Tampopo erst abends seinen Türen.
Leider ist die Lage nicht besonders zentral. Aber geschmacklich lohnt sich der Abstecher nach Schwachhausen. Endlich mal was anderes als Burger und Pizza. Wenn wir ordentlich hingehen, dauert es ja vielleicht nicht mehr allzu lange bis ein Ableger im Viertel oder der Innenstadt aufmacht.

Auf einen Blick

Was? Tampopo Ramen-ya
Wo? Metzer Strasse 2B | 28211 Bremen
Wann?  Dienstag bis Donnerstag: 18 bis 23 Uhr | Freitag bis Samstag: 18 bis 24 Uhr |Sonntags bis Montags: geschlossen

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