FDP-Fraktion Bremen fordert hohe Bußgelder gegen Müll

250 Euro pro Kippe? Bremer FDP stinkt der Müll in der Stadt

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Müll auf der Straße in Bremen: Geht es nach der FDP, werden Müll-Vergehen künftig härter bestraft.

Hand aufs Herz: Wer kann sich ernsthaft am Anblick von vermüllten Straßen, Zigarettenkippen auf dem Gehweg und Hundescheiße am Straßenrand erfreuen? Dürften so viele nicht sein. Trotzdem gibt es in Bremen mehr als eine Ecke, wo man seine Kinder nicht unbedingt auf dem Boden spielen lassen würde. Die FDP-Fraktion Bremen will das ändern – mit saftigen Bußgeldern von mindestens 250 Euro.

Achtung Tretminen: Bremen hat haufenweise Ärger

Fastfood-Abfälle, Kaugummis und ein nach Pisse stinkendes Bahnhofsumfeld – das stinkt der Bremer FDP-Fraktion. So weit, so richtig. Deshalb der Vorschlag aus der gelben Ideenschmiede: Die bisherigen Bußgelder erhöhen, und zwar drastisch. Ein Mindestbußgeld in Höhe von 250 Euro halten die Freien Demokraten für angemessen. Erziehung durch Strafe – ein Konzept, das funktioniert?

Auszug aus dem Bußgeldkatalog Bremen

  • Pappbecher, Zippen, Taschentücher, Bananenschalen: 20 Euro
  • Kleidung, Geschirr: 25 Euro
  • Glasscherben oder -flaschen, rostige Nägel, Eisen- und Blechreste: 20 - 250 Euro

Fraglich. Denn: Wer soll das ganze Kontrollieren? Mehr Personal, klar. Aber auch das muss bezahlt werden. Und kann längst nicht überall sein. Ein Blick nach rechts, ein Blick nach links, keiner da – und weg mit dem Müll über die nächste Hecke. Eine Frage der Mentalität, eine Frage von fehlendem Umwelt- und Verantwortungsbewusstsein. Da helfen auch keine Bußgelder.

Höhere Bußgelder: einfach – aber nachhaltig?

Wer eine saubere Stadt möchte, muss direkt in die Stadtteile gehen, muss vor Ort Präsenz zeigen, muss die Gastro-Betriebe mit ins Boot holen, die Bewohner abholen und mitnehmen, mit gemeinsamen Aktionen à la „Bremen räumt auf“. Nicht jährlich, sondern regelmäßig, vielleicht auch durch Wettbewerbe. Wer sich für seine Straße, sein Viertel, engagiert, muss unterstützt werden.

Frei nach der Broken-Window-Theorie: Wenn sich erstmal Ecken als (in)offizielle wilde Müllkippen etabliert haben, werden diese auch genutzt werden. Also darf es gar nicht so weit kommen. Lebenswerte, weil saubere Quartiere, müssen aus sich heraus wachsen. An diesem Punkt sollte die Politik flankierend eingreifen, Projekte fördern und natürlich für genügend Mülleimer sorgen (die auch geleert werden!). Klar, Bußgelder zu verteilen ist sicherlich der einfachere Weg – aber nachhaltig?

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