C64, Atari 800 XL & Sinclair ZX81: So faszinierend ist eine Zeitreise im Computer-Museum Oldenburg

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Ihr denkt bei alten Computern nur an große graue Bürokisten, die eher langweilig um die Ecke kommen? Dann solltet Ihr aber ganz schnell ins Oldenburger Computer-Museum (OCM) gehen. Denn es gibt noch viel mehr als Lochstreifen und funktionell-sachliches Design. Wir haben uns für Euch im OCM umgeschaut und lassen uns von Vorstandsmitglied Katrin Gross auf eine Zeitreise in die Vergangenheit mitnehmen.

Warum Ihr Euch über die Ahnen unserer heutigen Computer eine Ausstellung geben solltet? Die Antwort ist schnell gefunden: Es geht um die Faszination an Technik und um einen grandiosen Schulterblick auf ein Stück Kultur- und Zeitgeschichte. Eine Zeit, in der elektronisches Gaming erstmals Großteile einer ganzen Generation in den Bann zog, der bis heute ungebrochen ist.

Schon auf den ersten Metern unserer Führung kommen wir an einem voll eingerichteten Wohnzimmer vorbei. Zeitkapsel-Station: späte 70er-Jahre! Bitte aussteigen! Wir entdecken neben der damals typi­schen Couchgarnitur viele zeitgenössische Accessoires wie alte Ausgaben von „Bravo” und Co. sowie Brettspielklassi­ker wie Frogger oder Donkey Kong, die es auch schon als analoge Versionen gab.

Wahnsinn! Der Weltraum-Shooter „Phönix”

Was für uns damals uner­reich­bar weit weg war und jetzt wie selbstverständlich das Holzfurnier­ensemble komplettiert: ein spielbereiter Atari 2600 mit dem damals hochaktuellen Top-down-Welt­raum-Shooter „Phönix”. Wahnsinn! Das wollen wir gleich ausprobieren.

Genau das ist beim OCM seit jeher fester Bestandteil der Ausstellungsphilosophie. Nur so lasse sich ein Eindruck über die Hard- und Software vermitteln sowie die Unterschiede zwischen den einzelnen Computern ausmachen, erfahren wir von Katrin.

Vom 70er-Jahre-Orange bis Elfenbein-Pastell ist fast alles vertreten

Die Exponate sind alle voll funktionsfähig und bis auf kleinere Ausfälle erstaunlich solide gebaut – dabei gehen die meisten inzwi­schen stramm auf die 40 Jahre zu. Bis Mitte der 80er-Jahre wurde eine Vielzahl von unterschiedlichen Marken, Produkten und Spielen auf den Markt gebracht, die sich neben dem äußeren Erscheinungsbild auch durch Bedienung, der Geräusch­kulisse oder sogar den Geruch unter­scheiden lassen. Ein Großteil davon ist im OCM ausgestellt.

Der Rundgang durch die vier Ausstellungsräume folgt dabei der chronologischen Reihenfolge der Erscheinungsjahre. Wir begegnen auf unserer Zeitreise vielen alten Bekannten, an denen man selbst schon stundenlang gebannt auf den Monitor geschaut hat, und stellen fest, dass Computer auch immer schon modisch sein durften. Vom 70er-Jahre-Orange bis Elfenbein-Pastell ist fast alles vertre­ten. Das Design einiger Exemplare hätte mit Sicherheit auch für einen Gastauftritt in der “Star Wars”-Saga gereicht.

Top 5 der OCM-Games

  • Donkey Kong
  • Pac Man
  • Dyna Blaster
  • Monkey Island
  • Hyper Olympics

Top 5 der ikonischsten Exponate

  • Commodore PET
  • Apple ][
  • Sinclair ZX81
  • Commodore C 64
  • Atari 800 XL

Alle Infos auf einen Blick

Ihr habt Lust, die alten Spiele von früher zu zocken? Gönnt Euch! Jeden Dienstag von 18 bis 21 Uhr hat die Dauerausstellung (Bahn­hofsplatz 10) geöffnet. Zudem könnt Ihr an zahlreichen Sonder­events teilnehmen. Einmal im Monat öffnet die OCM-Arcade, in der Ihr an alten Arcade-Automaten und Flippern spielen könnt. Oder Ihr schaut bei diversen Themen-Events vorbei, die mal im Zeichen von Lucas-Arts-Games stehen oder als Pixel-Art 3.0 zum Erstellen von Pixelbildern mit Bügelperlen einladen. Aktuelle Infos unter www.computermuseum-oldenburg.de.

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