Bunker-Kauf rückt näher: Zucker erhält nächste Zustimmung der Bremer Politik

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Der Bunker an der Hans-Böckler-Straße in der Bremer Überseestadt soll ans Zucker Netzwerk gehen.

Wenige Tage nachdem der Zucker Club in Bremen Massen mobilisierte und mit einem Demo-Rave in Innenstadt und Viertel ein deutliches Zeichen für die Subkultur in der Stadt setzte, kommt der Verein seinem Ziel ein Stück näher. Die Wirtschaftsdeputation hat dem Verkauf des Hochbunkers an der Hans-Böckler-Straße in der Überseestadt an das Netzwerk von Künstlern, Kreativen und Kulturschaffenden zugestimmt, wie der „Weser Kurier“ berichtet.

Bremen braucht Subkultur. Das hat der Demo-Rave mit einer großen Masse an Teilnehmern eindrucksvoll verdeutlicht. Unterschiedlichen Angaben zufolge gingen zwischen 1.000 und 3.000 Demonstranten in der Innenstadt und dem Viertel auf die Straße. Viert Tage später hat die Wirtschaftsdeputation in ihrer Sitzung am Mittwoch dem Verkauf des markanten Hochbunkers in der Überseestadt an den Verein zugestimmt. Der Kaufpreis beträgt 240.000 Euro, das berichtet der „Weser Kurier“.

Es ist die zweite Zustimmung, nachdem Ende Mai der Senat den Verkauf durchgewinkt hatte. Nach sechs Jahren Suche, rückt eine Neue Bleibe für das Netzwerk näher. In dem Bunker soll ein Kulturzentrum mit Techno-Club, Ateliers, Bühnen und vielem mehr entstehen. Nach Angaben von „buten un binnen“ kommen noch einmal 600.000 Euro für den Umbau hinzu. Ausbaupläne und ein Finanzierungsanschub liegen seit dem erfolgreichen Crowdfunding vor anderthalb Jahren bereit. Ergänzt werden soll die Summe demnach über Spenden, Zuschüsse und Kredite.

Gegen den Direktverkauf hatte dem Bericht nach die CDU gestimmt. Die Partei sei der Meinung, dass es entgegen der Pläne wie sonst auch eine Ausschreibung für den Verkauf hätte geben müssen. Ebenfalls Salz in die Angelegenheit, streue die benachbarte Straßenverkehrsgenossenschaft. Sie befürchte Beeinträchtigungen und möchte das Gelände selbst erwerben. Als nächstes muss der Haushalts- und Finanzausschuss dem Verkauf zustimmen.

Nachdem sich das Zucker Netzwerk jahrelang von der Politik alleingelassen fühlte, scheint sein Wert endgültig erkannt worden zu sein. Nach Angaben von „buten un binnen“ gilt das Engagement der rund fünfzig Aktiven zwischen 18 und 40 Jahren und seinem Umfeld von bis zu 1.000 Menschen als subkulturell bedeutsam und zudem wichtiger Standortfaktor. In der Senatsvorlage sei die Rede davon, der Verein halte Bremen für junge Bildungs- und Berufswanderer attraktiv. 

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