Nachtleben-Zuwachs im Bremer Viertel

Traditionsclub Römer öffnet wieder: Vorgeschichte und Vorankündigung

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Das neue Römer-Logo.

Etwa ein Jahr nach der Schließung, kommt Bewegung in den Dunstkreis des Kult-Clubs Römer. Auf Facebook kündigen neue Betreiber eine Wiedereröffnung mit frischem Konzept an. Das Grand-Opening-Wochenende steigt am 16. und 17. Februar, u.a. mit Kid Simius. Was bleibt sind der Namen und die Maxime eines toleranten, gemeinsamen Feierns. In Zukunft liegt der Fokus indes noch stärker im Bereich elektronischer Musik mit Ausflügen Richtung Hip Hop. Auch soll es vereinzelt wieder Konzerte geben.

Bewegte Vergangenheit 

Mit legendären Partys á la „Dans op de Deel“ war der Club Ecke Römerstraße im berüchtigten Bremer Bermudadreieck für viele eine prägende Viertel-Lokalität der jüngeren Geschichte. Anschließend ging es Jahre lang düsterer und rockiger zu. Nach vorübergehendem Leerstand übernahm dann Weihnachten 2015 ein Team junger Wirte den Laden, darunter auch Jonte von Döllen, der nun bei der Breminale mitmischt (nordbuzz berichtete hier und hier). Mit einer „halb fertig“-Optik im hippen Berliner Baustellen-Stil, mehr Platz und rustikalem Interrieur sowie unkonventionellen Elektro- und Hip-Hop-Partys, aber auch Jazz-Jam-Sessions mit lokalen Größen wie Flowin Immo und Flo Mega auf einer abtrennbaren Tanzfläche, fand der Laden schnell Anklang bei Künstlern, Hipstern und Freunden eines ungezwungenen Nachtlebens. 

Weitere Highlights dieser Zeit waren die 100-DJs-Party, bei der viele Kulturschaffende und Szene-Gänger auflegten. Auch der Auftritt von Turntable-Schwergewicht Stephan Bodzin bei der offiziellen Closing-Party sorgte für reichlich Aufsehen. Für so manchen war dies eine willkommene Ergänzung zum aufstrebenden neustädter Nachtleben. Für andere stand vor allem der Verlust ihres Rock-Domizils zubuche. Nach gut einem Jahr verloren die Macher aus verschiedenen Gründen das Interesse an einer Fortführung und schlossen den Laden peu a peu.

„Ordentlich auf den Kopf gestellt“ 

Unter mehreren Interessenten machten dem Vernehmen nach schließlich jene Betreiber das Rennen, die sich auch fürs „Im Lu“ am Sielwall-Eck und das Burgerrestaurant „Honigdachs“ Vor dem Steintor verantwortlich zeigen. In einem Facebook-Post geht das neue Team nun mit der Ansage „Das Römer ist tot, lang lebe das Römer!“ an den Start und geben erste Hinweise auf die Zukunft des Clubs. Ebenfalls erfolgt dort eine Positionierung in der leidenschaftlich diskutierten Frage: „Der oder das Römer?“. Die einen sagen so, die anderen sagen so. Weiterhin heißt es, dass der Club abseits des beibehaltenen Namens „ordentlich auf den Kopf gestellt“ wurde. Gemeint sind Sanierung und Renovierung des zuletzt vorherrschenden, unverputzten und etwas dreckigen Chics samt DIY-Charme.

„Völlig egal, wo du herkommst“ 

Aus den Boxen soll künftig qualitativ hochwertiger House und Techno samt sämtlicher Subgenres elektronischer Musik schallen. Ausreißer gehen Richtung Hip Hip und Trap. Bezüglich Live-Musik werden internationale Headliner und lokale Newcomer angekündigt. Hinsichtlich ihrer Philosophie schreiben die neuen Betreiber: „Es ist uns völlig egal wo du herkommst, wie du heißt, wen du liebst oder wie du aussiehst. Komm in High Heels oder Jogger, sei einfach wie du willst und lass die anderen sein wie sie sind. Ungestörtes und harmonisches Feiern steht bei uns an erster Stelle. Wenn du dich durch jemanden gestört oder belästigt fühlst, wende dich vertrauensvoll an unser Personal oder die Secu. Jegliche Diskriminierung wird bei uns konsequent unterbunden. Schaulaufen, Gaffen, Grabschen und Rumgrölen sind bei uns tabu.“

Ort für ausgelassenes Feiern 

Als Ort für ausgelassenes Feiern und zwangloses Beisammensein stellt sich der Laden vor und schreibt sich günstige Getränke nebst hochwertigen Spirituosen und Cocktails auf die Karte. Das Soundsystem aus „Funktion-One und Tannoy Komponenten“ soll für sauberen, warmen und vor allem druckvollen Klang auf dem Dancefloor sorgen. So soll ein Platz geschaffen werden, „an dem jeder Mensch willkommen ist und bei dem es nur um das eine geht – die Musik die uns verbindet.“ Wann es genau los geht? Das bleibt zunächst ein Geheimnis. Ein erstes Lebenszeichen mit neuem, durchgestyltem Vogel-Logo auf der Facebook-Seite kündigte jedoch den Betriebsstart für anderthalb Monate später an. Das wäre Mitte Februar. Während die Vorgänger gänzlich auf ein Namensschild verzichteten, zierte zu Zeiten der rockigen Ära übrigens ein Teufel Getränkekarten und Lederbezüge.

Schweres Erbe und Chance 

Klar ist, die neuen Macher treten ein vom kritischen Publikum gepflegtes, schweres Erbe in einem Club mit viel Tradition an. Klar ist aber auch, die Chancen auf eine abermalige Bereicherung des Bremer Nachtlebens klingen nicht schlecht. Und so schließt die Ankündigung auch mit den vielversprechenden Worten: „Wir wollen der Ort für deine schönen Erinnerungen und der Grund für deinen Muskelkater sein. Komm vorbei, hab Spaß und lass dich fallen.“

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