(Sub)Kultur in der Neustadt

Außerhalb 2.0 jetzt Anderswo: Kultur-Oasen-Fortsetzung startet

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Der Nachfolger des Außerhalb heißt Anderswo und wird wie im Vorjahr eine Kultur-Oase unter freiem Himmel bieten.

Es war still geworden ums Außerhalb. Fast genau einen Monat nach Ablauf der Crowdfunding-Kampagne zur Neuauflage der Bremer Kultur-Oase und des Sommer-Festivals, haben sich die Macher nun via Facebook mit Neuigkeiten gemeldet. Neben der Auflösung des Kollektivs verkündeten sie auch gleich einen Neuanfang, für den es in der Neustadt endlich einen Ort gibt – Anderswo.

Gut einen halben Tag nachdem die Anderswo-Facebook-Seite mit dem ersten Post an den Start ging, gefiel sie bereits über 500 Leuten. Das zeigt, wie sehr alternative (Sub)Kultur-Projekte, Freiräume zum Feiern, Platz für Kunst und Konzerte, Poetry Slams, Theater, Open-Air-Kino sowie unabhängige Begegnungsstätten in Bremen gefragt sind. Erfolgreiches Beispiel: Das Außerhalb, das im vergangenen Sommer von einer Gruppe junger Leute in Woltmershausen Maßstäbe als Kulturstätte abseits des Alltags setzte.

Frust und Druck stiegen 

Um das erfolgreiche Projekt fortzusetzen, fehlte es an Budget, vor allem aber an einem neuen Ort. Denn an der alten Fläche störten sich trotz viel Zustimmung Einzelne. Die Suche nach einer geeigneten Örtlichkeit dauerte monatelang, währenddessen sich die Truppe beispielsweise beim Glücks-Kongress oder an der Bar beim Opening der Kompletten Palette weiter einbrachte. Fast 30 konkrete Orts-Anfragen gab es. Manche der Engagierten kümmerten sich fast in Vollzeit. Und doch: Frust und Druck stiegen.

„Das Außerhalb ist tot! Es lebe das Außerhalb!“ 

Das nagte offenbar an der Gruppe, denn in ihrem Statement schreiben sie nun: „Dabei mussten wir feststellen, dass es so nicht weitergehen kann. Unsere Ansprüche an eine solidarische Kollektivstruktur und ein achtsames Miteinander deckten sich nicht mit der Wirklichkeit.“ Darum lautete die fürs Kollektiv bittere Erkenntnis: „Das Außerhalb ist tot! Es lebe das Außerhalb! In Herz und Erinnerung auf ewig. Doch Kollektiv und Projekt sind mit sofortiger Wirkung endgültig aufgelöst.“

 

150.000 Menschen erreicht 

Da jedoch jedes Ende der Anfang von etwas Neuem ist, kann die Bremer Kultur-Szene gespannt sein. Viele Supporter dürften sich seit dem Crowdfunding – dem eine erfolgreiche Kampagne des Zuckerwerks vorausgegangen war – gefragt haben, wie es um die Neuauflage des Projekts steht. Allein der Unterstützungsaufruf erreichte bei Facebook 150.000 Menschen. Das ermutigte die Aktiven trotz des, wie sie sagen, steinigen Weges mit enormen Widerständen, dran zu bleiben. Einschränkungen und Missstände auf der Suche nach Raum und Freiraum für unabhängige Kultur haben sie bei der Realisierung etlicher ähnlicher Projekten in Bremen und darüber hinaus ausgemacht.

Happy End: Grundstück in der Nähe des Flughafens 

Doch obwohl die Eröffnung ursprünglich für Anfang Mai geplant war, blieben sie hartnäckig. Eine alte Anfrage erhielt neue Beachtung und plötzlich war eine Fläche konkret im Angebot. Ein Happy End für das Zwischennutzungs-Projekt wurde greifbar. Die wasserdichte Zusage für das riesige, brachliegende Grundstück in der Nähe des Flughafens liegt seit Mittwoch vor. Und die Vision erneut etwas Außergewöhnliches zu schaffen hat neue Motivation erhalten. Eine bunte Truppe aus Mitgliedern des bisherigen Kollektivs, will nun gemeinsam mit neuen Mitstreitern unmittelbar loslegen.

Unterstützung und Engagement weiterhin gefragt 

Die Eröffnung war ursprünglich für Anfang Mai geplant, nun ist es Mitte Juni geworden. Am gestrigen Sonntag wurde erstes Gestrüpp beseitigt und Rasen gemäht. In den folgenden Tagen soll für die nötige Infrastruktur gesorgt und mit dem Aufbau begonnen werden. Hilfe und Support dafür ist weiterhin gefragt. Derzeit werden die Crowdfunder befragt, ob ihre Unterstützung in Höhe von knapp 5.000 Euro auch fürs Anderswo gilt. Wer sich mit Körperkraft oder Material einbringen und anpacken will, dabei helfen möchte, etwas wachsen zu lassen, möge sich unter kilian@kulturimbeutel.de an den eigens gegründeten Verein Kultur im Beutel e.V. wenden. Weitere Infos dazu auf der Facebook-Seite des Anderswo.

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