Kampagne stark gestartet

„Außerhalb 2.0“: Crowdfunding soll Freiraum für Kultur schaffen

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Das „Außerhalb“ in Woltmershausen war 2016 ein voller Erfolg.

Bremen erlebte 2016 einen Festival-Sommer voller Musik, Tanz, Subkultur und Begegnung außerhalb des Alltags. Und es soll ihn von Mai bis September 2017 wieder geben. Das „Außerhalb“ hat eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, um Unterstützung und Aufmerksamkeit für die zweite Auflage ihrer Großstadt-Oase zu sammeln. Mit Erfolg: Keine zwei Tage nach Beginn sind über 2.000 der benötigten 8.000 Euro beisammen. Doch das reicht längst nicht.

Im letzten Jahr hat das „Außerhalb“-Kollektiv einer Woltmershauser Brache erfolgreich neues Leben eingehaucht und einen Ort abseits der Norm geschaffen. Seit 2012 ist das Kollektiv aktiv, verwirklicht Visionen und bringt Schwung ins (sub)kulturelle Leben Bremens. Von kleinen illegalen Open-Air-Partys, über die Zwischennutzung „Unterhalb“ 2015 nahe des Hauptbahnhofs, bis hin zum „Außerhalb“ 2016 in Woltmershausen – so die Vita der umtriebigen Kulturschaffenden, die sie nun um die Gründung des Vereins „Kultur im Beutel“ erweitert haben. Das „Außerhalb“ beschreibt die Truppe als „einen Platz für vielfältige kulturelle Spielereien unter freiem Himmel“. Nach eigenen Angaben fand dieses Konzept bei der ersten Ausgabe Gefallen bei über 15.000 Besuchern. Ein klares Signal: Bremen braucht diesen Raum für Begegnung und Kreativität.

Kultur- und Kreativ-Oase „Außerhalb“

Bereits seit Dezember wird ein neuer Ort fürs „Außerhalb 2.0“ gesucht. Das Kollektiv beschreibt den Prozess als zähes Ringen, bei dem es noch einige Widerstände zu überwinden gilt. Doch sie sind frohen Mutes, dass es klappt. Aus Sicht der Gruppe hat Bremen in den vergangenen Jahren einen beachtlichen Wegzug kreativer Köpfe zu verzeichnen, weil die Räume zur Entfaltung fehlen. Auch in den eigenen Reihen habe man einige Leute verloren, die etwa nach Leipzig gegangen seien. Dieser Entwicklung soll das erneute „Außerhalb“ entgegengesetzt werden. Geplant ist das „Außerhalb 2.0“ wieder als unkommerzieller Ort für musikalische, künstlerische und kulturelle Veranstaltungen aller Art. Auf dem Programm stehen etwa mehrmals die Woche Konzerte, Ausstellungen, Workshops, Theater, Partys, Freiluftkino, Poetry-Slams und Familien-Veranstaltungen für alte und junge Menschen jeglicher Couleur. Zu den Kooperationspartnern des „Außerhalb 2.0“ gehören die Hochschule für Künste, das Theater Bremen, die ZwischenZeitZentrale, das Kukoon, Papp/Karton und viele mehr.

 

Zwar hat das Kollektiv mit Veranstaltungen im Winter bereits etwas Startkapital gesammelt, doch fürs „Außerhalb 2.0“ reicht dies längst nicht. Bühne, Bar, Infrastruktur und Schallschutz müssen finanziert werden, das neue Projekt wird aufwändiger, als all ihre bisherigen Arbeiten. Daher riefen sie die Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Die Startsumme liegt bei 2.500 Euro und es sieht danach aus, als würde diese Schwelle bereits am zweiten Tag erreicht. Kommt mehr, als die ausgeschriebenen 8.000 Euro zusammen, müssten sie wohl oder übel einen zweiten Floor bauen, wie das Kollektiv bei Startnext schreibt. Eine erfolgreiche Kampagne wäre ein öffentliches Zeichen, ähnlich der erfolgreichen Finanzierung des neuen Zucker-Kulturzentrums. Sollte es am Ende nicht reichen oder das „Außerhalb 2.0“ aus anderen Gründen scheitern, werden die Spenden zurückgezahlt. Welche Anreize und „Dankeschöns“ winken, ist auf der Kampagnen-Seite aufgeführt. Noch bis zum 14. Mai ist Zeit zu unterstützen.

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