Bayern, Augsburg und Schalke im Visier

Rechtliche Schritte gegen Bezahlkarten im Stadion: Werder Bremen nicht betroffen

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Im Weser-Stadion wird schon lange nicht mehr mit Bargeld bezahlt.

Mit Bargeld im Weser-Stadion bezahlen? Das geht schon seit einigen Jahren nicht mehr. Mit Ausnahme des Gästeblocks müssen die Fans über eine Bezahlkarte verfügen. In der Bundesliga kein Einzelfall. Doch nun scheinen die Verbraucherzentralen bei einigen Fußball-Bundesligisten gegen besonders undurchsichtige Modelle vorzugehen.

Nach einem Undercover-Test der ARD-Radio-Recherche Sport gäbe es demnach erste rechtliche Schritte. Gemeinsam mit Verbraucherzentralen hat das ARD-Team die bargeldlosen Bezahlsysteme in fünf Bundesligastadien getestet. Die Ergebnisse fielen zum Teil so aus, dass die Verbrauchschutzzentralen jetzt Konsequenzen ziehen. Gegen die Betreiber der Bezahlsysteme in den Arenen von Bayern München, des FC Augsburg und Schalke 04 etwa wollen die Verbraucherschützer mit Abmahnungen rechtlich vorgehen. Die Verbraucherzentrale in Hessen prüft zudem rechtliche Schritte in Bezug auf das Stadion von Eintracht Frankfurt. Kritikpunkte gab es auch an den Systemen von Borussia Dortmund sowie von Hertha BSC im Berliner Olympiastadion. Diese wiegen jedoch weniger schwer, weil in beiden Arenen auch mit Bargeld bezahlt werden kann.

Werder-Fans mussten sich zu Saisonbeginn umstellen

Bemängelt wird, dass beim Bezahlen mit einer spezieller Plastikkarte statt mit Bargeld nach dem Stadionbesuch oft ein Restguthaben übrig bleibt. Da die Rückerstattung vielen Besuchern zu kompliziert ist, würde das Guthaben am Ende verfallen. Dieser sogenannte „Schlummergroschen" könnte für Vereine und Betreiber der Bezahlsysteme ein lukratives Zusatzgeschäft bedeuten. Kritiker bemängeln die Rückerstattungs-Regeln massiv und fordern mehr Transparenz. Ebenfalls beanstandet werden eine zu kurze Gültigkeit der Bezahlkarten beziehungsweise eine dadurch zu knapp bemessene Frist, innerhalb derer Restguthaben zurückerstattet werden.

Im Weser-Stadion haben zumindest die Gäste-Fans weiterhin die Möglichkeit, mit Bargeld zu bezahlen. Die Werder-Fans mussten sich dagegen zu Beginn der Saison umstellen, da der Verein im gesamten Weser-Stadion das bargeldlose Bezahlsystem auf „girogo“ umgestellt hat. Das Bezahlen von Speisen und Getränken an den Kiosken ist nun mit allen EC-Karten möglich, die die entsprechende „girogo“-Funktion enthalten. 

Ärger über lange Wartezeiten an den Stationen

Das hat viele Fans und insbesondere Dauerkarten-Inhaber zu Beginn der Saison allerdings gar nicht gefreut. Denn: Die Dauerkarten können nun nicht mehr wie bislang üblich für die bargeldlose Bezahlung genutzt werden. Das bedeutet: Wer keine „girogo“-fähige EC-Karte besitzt oder diese im Stadion nicht einsetzen möchte, muss eine zweite Karte im Portemonnaie dabei haben. Für die zudem ein Pfand in Höhe von fünf Euro fällig wird.

Die Umstellung hatte während der ersten Heimspiele für lange Schlangen an den Lade- und Bezahlstationen im Stadion Schaltern gesorgt, das Unverständnis und der Ärger waren entsprechend groß. Zumal viele Fans von der Umstellung offensichtlich nichts mitbekommen hatten und auch die Technik immer wieder streikte.

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