Vor Duell gegen Ex-Klub

Niemeyer: „Bin an zwei Tagen der Saison kein Werder-Fan“

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Peter Niemeyer vom SV Darmstadt 98 denkt noch immer gerne an seine Zeit bei Werder Bremen zurück. 

Für Peter Niemeyer ist es noch immer ein besonderes Spiel, wenn er gegen Werder Bremen antritt. So auch am Samstag, 15.30 Uhr, wenn er mit seinem aktuellen Verein SV Darmstadt 98 auf die Grün-Weißen trifft. Immerhin spielte der 32-Jährige von Januar 2007 bis Juli 2010 an der Weser. Kuriosität am Rande: Sein erstes Tor in der Bundesliga erzielte der defensive Mittelfeldspieler exakt heute vor neun Jahren, am 29. September 2007, beim 8:1-Sieg gegen Bielefeld. Im nordbuzz-Interview spricht Niemeyer über seinen Bezug zu Werder, alte Bekannte und die Fans.

nordbuzz: Peter, am Samstag triffst Du auf Deinen alten Verein Werder Bremen. Noch immer ein besonderes Spiel für Dich?

Peter Niemeyer: Ja klar. Ich hatte dreieinhalb überragende Jahre bei Werder, und die Erinnerungen sind noch sehr präsent: Der Gewinn des DFB-Pokals, das Europa-League-Finale, Champions-League-Spiele – das war eine geile Zeit. Außerdem habe ich noch immer einen großen Bezug zu der Stadt und zu Werder.

nordbuzz: Was verbindest Du mit Bremen?

Niemeyer: Zuallererst die Menschen. Ich habe in Bremen viele Freunde gefunden, auch außerhalb des Fußballs. Die Bremer sind zwar etwas eigen, aber sehr liebenswerte Leute. Zudem stehen sie wie eine Wand hinter Werder, auch in Krisenzeiten – das ist schon geil, was die Fans in der letzten Saison auf die Beine gestellt haben.

„Ich bin eigentlich ein netter Kerl, aber auf dem Rasen ist das anders“

nordbuzz: Die Werder-Fans sind für ihren außergewöhnlichen Support bekannt – auch auswärts. Inwiefern lässt sich eine Heimmannschaft davon beeindrucken?

Niemeyer: Werder bringt eine große Fanbase mit nach Darmstadt. Das hörst Du auf dem Platz, klar, aber davon werden wir uns nicht beeindrucken lassen.

nordbuzz: Hast Du eigentlich noch Kontakt zu Ex-Kollegen?

Niemeyer : So viele Spieler aus meiner Werder-Zeit sind ja nicht mehr da, aber mit Clemens Fritz habe ich zum Beispiel noch viel Kontakt, mit Christian Vander und mit dem Team um die Mannschaft herum. Ich habe mich bei Werder mit vielen Leuten sehr gut verstanden, und das ist auch heute noch so.

nordbuzz: Gibt es auf dem Platz freundschaftlichen Trashtalk mit dem Werder-Kapitän?

Niemeyer: Auf dem Platz bin ich eine andere Persönlichkeit. Ich bin eigentlich ein netter Kerl, aber auf dem Rasen ist das anders. Ich ziehe mein Spiel durch, Clemens wird das auch tun. Nach dem Spiel können wir dann wieder Freunde sein. Den Trashtalk spare ich mir trotzdem, den bekommen andere ab (lacht).

„Werder ist ein Gegner, der eher unserer Sprunghöhe entspricht“

nordbuzz: Wie schätzt Du Werder ein?

Niemeyer: Die Mannschaft scheint wieder Vertrauen in sich zu haben, gegen Wolfsburg hatte sie auch wieder die nötige Power im Offensivspiel. Trotz der Verletzungsmisere haben sie genug Qualität auf dem Platz. Das wird ein ganz schwieriges Spiel für uns.

nordbuzz: Aber Werder ist keine Mannschaft mehr, vor der man Angst haben muss…

Niemeyer: Sagen wir es so: Werder ist eine Mannschaft, mit der wir uns messen müssen. Wir sind in jedem Spiel Außenseiter, aber Werder ist ein Gegner, der eher unserer Sprunghöhe entspricht. Wir sind in jeder Partie David gegen Goliath. Gegen Werder ist Goliath aber deutlich kleiner als gegen Bayern oder Dortmund.

nordbuzz: Dennoch kommt der Bremer Trainerwechsel und der damit einhergehende Trainereffekt für Euch zu einem ungünstigen Zeitpunkt.

Niemeyer: Das darf für uns keine Rolle spielen. Wir müssen unser Spiel durchziehen, unabhängig davon, wer bei Werder auf der Trainer-Bank sitzt. Wir müssen ein ekeliger Gegner sein, Werder früh den Spaß am Spiel verderben und auf den Fritz achten (lacht) – dann können wir Werder schlagen. Ich bin an zwei Tagen der Saison kein Werder-Fan, einer davon ist Samstag.

nordbuzz: Wie geht’s aus?

Niemeyer: 2:1 für uns!

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Über die Geschehnisse rund um den SV Werder Bremen machen sich unsere Kolumnisten Tim Borowski, Tobias Holtkamp, Lars Kranenkamp und Laura Wontorra im wöchentlichen Wechsel in der nordbuzz-Kolumne „Vier sind Werder Bremen“ Gedanken. Alles weitere über Werder Bremen erfahrt Ihr hier.

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