Wartezeit bis zu sieben Jahre

Werder-Legende Ivan Klasnic braucht wieder eine neue Niere

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Das Spenderorgan seines Vaters funktioniert nicht mehr, Ivan Klasnic braucht erneut eine neue Niere.

Zehn Jahre ist es her, dass der ehemalige Werder-Stürmer und Double-Gewinner Ivan Klasnic von seiner Nierenerkrankung erfuhr. Zunächst bekam der heute 36-Jährige ein Spenderorgan seiner Mutter, das von seinem Körper aber nicht angenommen wurde. Zwei Monate später wurde ihm eine Niere seines Vaters eingesetzt, die auch ordnungsgemäß ihren Dienst verrichtete. Jetzt erhielt Klasnic die schlechte Nachricht: Die Niere funktioniert nicht mehr, er braucht erneut eine neue.

Sein Bruder Josip, berichtet die „Bild“, komme als Spender für die Werder-Legende nicht mehr in Frage, da sein Körper inzwischen Antikörper gegen Organe von Familienangehörigen gebildet habe. „Josip fand das schlimmer als ich, weil er mir nicht helfen konnte", wird Klasnic von der Zeitung zitiert. Und weiter: „Ich nehme das, wie es kommt. Wenn das Leben am seidenen Faden hängt, dann lernt man das irgendwann als Schicksal hinzunehmen. Alles was gut geht, ist ein Geschenk."

Dass eine Spenderniere nicht ewig hält, ist kein Geheimnis. Auch Klasnic war sich dessen stets bewusst. So sagte er bereits vor etwa eineinhalb Jahren im Interview mit „n-tv“: „Ich weiß, dass die Niere nicht ein Leben lang halten kann, aber damit muss ich leben. Im Endeffekt werde ich irgendwann wieder kämpfen müssen.“

Fotostrecke: Ivan Klasnic im Trikot von Werder Bremen

Und dieser Fall scheint jetzt eingetreten zu sein. Das Problem: Um in Deutschland eine neue Niere zu bekommen, muss der Empfänger bis zu sieben Jahre warten. Und während dieser Zeit muss das Blut per Dialyse mehrmals pro Woche gereinigt werden. Ein extremer Eingriff in das alltägliche Leben.

Nur ein Drittel der Bevölkerung hat einen Organspendeausweis

Übrigens: Laut einer Pressemitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vom Juni 2016 warten in Deutschland mehr als 10.000 Menschen auf ein neues Organ. 81 Prozent der Deutschen stehen demnach der Organspende aufgeschlossen gegenüber, allerdings hat nur ein Drittel der Bevölkerung einen Organspendeausweis. „Jeder muss für sich selber entscheiden. Ich würde es gut finden, wenn sich viele Leute für das Ausfüllen des Organspendeausweises entscheiden würden“, so Klasnic gegenüber „n-tv“.

Einen Organspendeausweis könnt Ihr Euch ganz einfach online bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung erstellen.

Mehr Informationen über Werder Bremen findet Ihr hier. Ebenfalls interessant: Das denken unsere Kolumnisten der nordbuzz-Kolumne „Vier sind Werder Bremen“ über die aktuelle Lage des Vereins.

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