Rosberg unbeeindruckt von den Debatten

Wäre Rosberg ein „guter“ Weltmeister?

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Nico Rosberg.

Mexiko-Stadt - Nico Rosberg steht im Zentrum einer unwürdigen Debatte: Wäre der Deutsche ein "guter" Weltmeister für die Formel 1? Bislang lässt Rosberg all das an sich abprallen.

Nein, nicht an jedem Mitglied der Familie geht dieser Titelkampf spurlos vorbei. Am Sonntagabend schon kann Nico Rosberg sich einen "Kindheitstraum" erfüllen und erstmals Weltmeister der Formel 1 werden - doch zumindest seine Mutter wird ab 20.00 Uhr einen großen Bogen um jeden Fernseher machen.

"Sie wird dann auf jeden Fall staubsaugen", sagt Rosberg grinsend. Das WM-Duell mit Lewis Hamilton in Mexiko sei einfach zu spannend: "Deshalb wird das Haus blitzen am Montagmorgen."

Der Mercedes-Pilot ist zu Späßen aufgelegt vor dem drittletzten Saisonrennen (20.00 Uhr/RTL und Sky), und zugleich wirkt er hochkonzentriert angesichts der einmaligen Titelchance. Der Druck scheint bislang kein Problem, und Störgeräusche blendet Rosberg aus. Obwohl es davon einige gibt.

So stand der 31-Jährige in den vergangenen Tagen im Zentrum einer unwürdigen Debatte: Wäre Nico Rosberg ein "schlechter" Weltmeister für die Formel 1? Wäre er zu uninteressant? Bernie Ecclestone höchstpersönlich hatte dies losgetreten, doch Rosberg kann über Inhalt und Form der Diskussionen nur müde lächeln.

"Ich habe selbst mit Bernie darüber gesprochen, er hat es wohl nicht so gemeint", sagte Rosberg, und überhaupt: "Warum macht ihr euch so viele Gedanken darüber", fragte er die Medienvertreter: "Das alles ist mir überhaupt nicht wichtig. Ich bin hier, um Rennen zu gewinnen. Nicht, um irgendwelchen Leuten zu gefallen."

Und so wehrt Rosberg weiterhin alle Fragen nach dem Titel geradezu stur ab. Er schaue nur auf sich, denke nur "von Rennen zu Rennen". Dabei ist die Ausgangslage ja klar: Gewinnt er am Sonntag und Teamrivale Hamilton wird höchstens Zehnter - im Klartext also: Hamilton scheidet aus - dann ist Rosberg Weltmeister.

Diese ständige Zurückhaltung ist nicht besonders spannend, und unter anderem daran stößt sich nicht nur Ecclestone. "Wenn Nico den Titel holen würde, wäre das schön für ihn und Mercedes, aber es würde dem Sport nicht helfen. Weil es nichts über ihn zu schreiben gibt", mit diesen Worten wurde Ecclestone, der am Freitag 86 Jahre alt wird, zuletzt zitiert. Man brauche schon einen Showman wie Hamilton an der Spitze, um die Formel 1 zu vermarkten.

Rosberg ist all das egal, er geht wohl aus gutem Grund so vor. Denn ohnehin ist der Druck auf ihn so groß wie nie in seiner Karriere, bei 26 Punkten Vorsprung auf Hamilton hat er viel zu verlieren. Markige Sprüche helfen da nicht, das weiß er, also übt er sich weiter in Zurückhaltung. "Das ist seine Taktik, um mit der Situation umzugehen", sagt Rivale Hamilton. Und die scheint bislang aufzugehen, laute Kampfansagen braucht Rosberg nicht.

Und eines räumt sogar Ecclestone ein. "Nico wäre ein würdiger Weltmeister", sagte er der Bild, "weil er dann die meisten Punkte geholt hätte." Und dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

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SID

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