Relegation gegen Polen

Vor Davis Cup: Wenige Worte zu angeblichen Suspendierung

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Michael Kohlmann ist der Chef der deutschen Davis-Cup-Mannschaft. Foto: Soeren Stache

Die deutsche Tennis-Auswahl geht als klarer Favorit in die Relegation gegen Polen, trotz der Absagen und Ausfälle. Die angebliche Suspendierung eines Trios für das kommende Jahr will der DTB-Chef nicht bestätigen. Auch der deutsche Kapitän schweigt dazu.

Berlin (dpa) - Der Weltgruppen-Verbleib sollte für das deutsche Davis-Cup-Team gegen Polen kein Problem werden, unklar bleibt nach angeblichen Suspendierungen, wer 2017 überhaupt spielen darf.

Der Präsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB), Ulrich Klaus, wollte einen Tag vor der Relegation in Berlin zunächst nicht bestätigen, dass Dustin Brown, Tobias Kamke und Mischa Zverev im kommenden Jahr nicht berücksichtigt werden, weil sie für das Abstiegsduell abgesagt hätten. Entsprechend hatte sich DTB-Vizepräsident Dirk Hordorff in der "Süddeutschen Zeitung" geäußert.

"Das ist etwas, das wir in der nächsten Woche abarbeiten werden", sagte Klaus am Rande der Auslosung in der Hauptstadt. "Das Team findet das auch nicht schön", fügte er noch mit leichtem Unbehagen hinzu. Kapitän Michael Kohlmann mochte sich zu diesem Thema inhaltlich gar nicht äußern. "Wir sind hier für alles andere", sagte Kohlmann. "Drei Punkte zu holen, ist unser Hauptziel", fügte der 43 Jahre alte Westfale hinzu und bestätigte, dass er auch im kommenden Jahr das Davis-Cup-Team betreuen soll. Brown hatte am Donnerstagabend via Twitter erklärt: "Wenn ich früher auf den DTB gewartet hätte, gäbe es heute den Tennisspieler Dustin Brown nicht...".

Dass die deutsche Mannschaft trotz der Absagen von Brown und Alexander Zverev sowie dem Ausfall des verletzten Philipp Kohlschreiber ab Freitag (11.00 Uhr) klarer Favorit ist, machte auch Kohlmann klar. Er hofft auf Punkte aus allen vier Einzeln, nur im Doppel sind die Gäste zumindest ebenbürtig.

Eröffnen wird die Partie im Grunewald Jan-Lennard Struff. Der Warsteiner trifft auf den 20 Jahre alten Weltranglisten-277. Kamil Majchrzak, anschließend bekommt es Routinier Florian Mayer mit dem 19-jährigen Hubert Hurkacz zu tun, derzeit die Nummer 329 der Welt. Mayer hat seinen Gegner im Internet auf Videos studiert. "Er wird nichts zu verlieren haben, das ist nie eine leichte Situation", sagte der im Abstiegskampf erfahrene Bayreuther.

Struff kennt beide jungen Kontrahenten von einem Challenger-Turnier in Stettin, wo in dieser Woche sowohl Brown als auch Polens stärkster Einzelspieler Jerzy Janowicz aufschlagen. Kohlmann hatte sogar noch bis vor wenigen Tagen mit einem kurzfristigen Einsatz von Janowicz gerechnet und seine Schützlinge auch darauf vorbereitet.

Für das Doppel am Samstag nominierte der deutsche Kapitän neben Daniel Brands noch Neuling Daniel Masur. Sie treffen auf die Spezialisten Marcin Matkowski und Lukasz Kubot, der einst auch vor dem Sprung in die Top 40 im Einzel stand. Am Schlusstag stehen sich zunächst Mayer und Majchrzak gegenüber, danach treffen Struff und Hurkacz aufeinander. Änderungen sind noch möglich.

Die Partie ist seit langer Zeit das erste hochklassige internationale Tennis-Ereignis im Steffi-Graf-Stadion. Die einst auf 7000 Plätze erweiterte Arena fasst am Wochenende 4200 Besucher, im Verlauf des Freitags hofft der DTB auf 2500 bis 3000 Fans.

Kurzvorschau auf Davis-Cup-Homepage

Tweet von Brown

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