Rätsel gelöst

Darum wurde das Wasser im Turmspring-Becken plötzlich grün

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Der klare Kontrast: links das grüne Becken der Turmspringer, rechts ein Becken mit normaler Wasserfarbe.

Rio de Janeiro - Was ist da denn los? Das Wasser im Olympia-Becken der Turmspringer hat sich urplötzlich verfärbt.

Blau, grün und - bald wieder - blau: Das Wasser im Turmspringer-Becken außerhalb der olympischen Schwimmhalle ist inzwischen mehr ein Phänomen für Chemiker als Sportler. Auch wenn der wundersame Farbwechsel offensichtlich mehrere Ursachen hat, steht zumindest eins fest: Es bestand und besteht keine gesundheitliche Gefahr für die Athleten.

Das Becken färbte sich einfach grün.

Eine defekte Umwälzanlage, Algen, insgesamt ein zu hoher pH-Wert, wohl eine Kombination verschiedener Faktoren dürfte diesen Hingucker verursacht haben. „Die chemische Zusammensetzung des Wassers hat sich verändert“, sagte der Sprecher des Organisationskomitees, Mario Andrada, am Mittwoch. „Es stellt überhaupt keine Gesundheitsgefahr dar.“

Und in diesem Sinne trainierten die deutschen Wasserspringer am Mittwoch unbeeindruckt für die nächsten Wettkämpfe. „Das ist dann eher Springen wie in einen See, aber die Sichtbedingungen waren für uns okay“, sagte Chefbundestrainer Lutz Buschkow der Deutschen Presse-Agentur. „Bei der optischen Orientierung hat es nicht gestört“, erklärte Buschkow nach dem Synchron-Wettkampf vom Drei-Meter-Brett. „Es ist, als ob man in einen See springt“, erklärte auch Patrick Hausding und fügte hinzu: „Ich hoffe, dass sie das auf die Reihe kriegen, sonst wird es irgendwann gesundheitsbedenklich.“

Ein Defekt in der Umwälzanlage habe dazu geführt, gab der Weltverband FINA bekannt. Untersuchungen des medizinischen Komitees hätten ergeben, dass keine Gefahr für die Gesundheit der Springer bestehe.

„Wir achten noch mehr auf die Hygiene für die Ohren, als Prophylaxe“, sagte Buschkow. Er betonte aber auch: „Wir blasen das Thema für uns nicht auf. Es ist weiter Wasser, ob grün oder blau.“

So sieht es unter Wasser aus.

In der ersten Unsicherheit versuchten die Organisatoren, via Twitter zu beruhigen. „Leute, bleibt ruhig wegen des Wassers vom Maria Lenk (Aquatics Center). Wir nehmen Qualitätstests vor, und es gibt kein Risiko für die Athleten. Wir klären das“, hieß es.

Ein anderer Tweet des britischen Turmspringers Tom Daley mit einem Bild zeigte deutlich das grüne Wasser - im Kontrast zum blau strahlenden, nebenan liegenden Becken der Wasserballer. „Hmmm - was ist da passiert“, fragte sich Daley, Bronzemedaillengewinner im Synchronwettbewerb von der Zehn-Meter-Plattform.

Der kanadische Teamchef Mitch Geller vermutete, dass die andere Farbe durch Algen entstanden sei. Das bestätigte Andrada. Auch eine Algenvermehrung sei mitursächlich für den Farbwechsel. „Und es war auch wegen der Hitze und zu wenig Wind.“

Die Chinesin Ruolin Chen, die zusammen mit Huixia Liu Turm-Gold gewann, sagte, das Grün habe sie nicht gestört. Auch die Mexikanerin Paola Espinosa, die im Duett mit Alejandra Orozco Sechste wurde, nahm es gelassen: „Ich habe nie zuvor etwas Vergleichbares gesehen. Aber wir sind in Brasilien. Vielleicht war es ja eine Art Dekoration, um das Ganze hübsch aussehen zu lassen.“

Alle Informationen rund um Olympia 2016 finden Sie in unserem Live-Ticker von Tag 4.

sid/dpa

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