Olympiy 2016 in Rio

Verhalten bei Siegerehrung - Christoph Harting: „Ich stehe dazu“

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Christoph Harting bei der Siegerehrung der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro 2016.

Berlin - Der Diskus-Olympiasieger von Rio, Christoph Harting, hat sein von vielen Seiten kritisiertes Verhalten bei der Siegerehrung verteidigt. Er bereue nichts.

Diskuswurf-Olympiasieger Christoph Harting hat sein heftig kritisiertes Verhalten bei der Siegerehrung in Rio de Janeiro vehement verteidigt. „Ich stehe dazu“, sagte der 26 Jahre alte Berliner in einem Interview der Welt am Sonntag. Der jüngere Bruder von London-Olympiasieger Robert Harting hatte auf dem Podest während der deutschen Hymne herumgehampelt und die Arme vor der Brust verschränkt. 

„Viele haben sich über mich aufgeregt“, meinte Harting, „aber mein Gott. Wenn eine Gesellschaft keine anderen Probleme hat, als sich darüber aufzuregen, wie sich ein Olympiasieger freut, dann geht es diesem Land gut, und das finde ich schön.“

„Hitler an der Wurzel seiner Macht stürzen“

Er bereue nichts. „Sie sollten aber auch wissen, wenn ich etwas falsch gemacht habe, entschuldige ich mich natürlich dafür“, sagte der Bundespolizist und Psychologie-Student. Wenn er die Zeit zurückdrehen könnte, würde er sich „um andere Sachen kümmern: Hitler an der Wurzel seiner Macht stürzen, oder 9/11 verhindern; ich würde früher anfangen zu studieren und meine Frau früher heiraten.“ An die Siegerehrung könne er sich überhaupt nicht mehr erinnern. „Ich habe Fetzen im Kopf“, sagte Harting, „kriege sie aber nicht zusammen.“

Von Kommunikation über soziale Netzwerke, die vor allem in seiner Altersgruppe absolut in sind, hält Christoph Harting überhaupt nichts. „Ich habe weder einen Facebook- noch Twitter-Account. Ich finde, Social Media ist mit das Schlimmste, was dieser Welt passiert ist“, sagte der Olympiasieger. „Wenn man den Menschen noch gläserner, noch transparenter macht, können wir gleich alle mit Computerchips rumlaufen.“

dpa

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