Keine Berufung nach Rosberg-Strafe - Hamilton ist obenauf

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Durch eine Zeitstrafe verlor Nico Rosberg - hier noch bei der Siegerehrung mit Lewis Hamilton - den zweiten Rang in Silverstone. Foto: Valdrin Xhemaj

Nico Rosberg steckt im Tief. Eine Boxenfunk-Strafe in Silverstone kostet ihn weitere wichtige Punkte im WM-Duell mit Lewis Hamilton. Die angekündigte Berufung verwirft Mercedes nach etwas Bedenkzeit.

Silverstone (dpa) - Nico Rosberg muss sich endgültig mit seiner Strafe von Silverstone abfinden. Mercedes verzichtete am Montag doch auf die angekündigte Berufung gegen das Urteil der Formel-1-Richter wegen eines verbotenen Funkspruchs.

Der Funkspruch, der den WM-Spitzenreiter seinen zweiten Platz in Großbritannien gekostet hatte, wurde als verbotene HIlfe gewertet. Schon vorher war klar: Rosbergs Kopf-an-Kopf-Duell mit Mercedes-Stallrivale Lewis Hamilton um die WM-Krone beginnt quasi von Null. Nach vier Siegen aus den vergangenen fünf Rennen hat Hamilton die Kehrtwende vollzogen und ist bis auf einen Zähler an den in England sanktionierten Rosberg herangerückt. "Ich feuere aus allen Rohren und will das fortsetzen", beteuerte der englische Titelverteidiger nach seinem Heim-Triumph.

Rosberg ist nach vier Startsiegen auf seinem Titelkurs ins Schlingern geraten, will aber mittels einer Motivationsmasche weiter voller Zuversicht bleiben. "Ich ziehe die 'Glas-halb-voll-Version' vor", versicherte der 31-Jährige noch vor Bekanntgabe seiner Strafe wegen eines verbotenen Funkspruchs mit Blick auf seinen fast aufgebrauchten Vorsprung. Er führe schließlich die Weltmeisterschaft immer noch an und könne jedes weitere Rennen gewinnen. "Es ist noch so ein langer Weg. Ich fühle mich großartig, das Duell mit Lewis geht weiter."

So richtig großartig konnte Rosberg dann aber nicht mehr zumute sein. Den Hinweis gegen Rennende von der Box, er solle wegen Getriebeproblemen nicht mehr in den siebten Gang schalten, ahndeten die Rennkommissare. Mercedes habe gegen Funkregeln verstoßen, wonach der Fahrer "alleine und ohne Hilfe" steuern muss. Die Sanktion: zehn Sekunden Strafe, Verlust von Platz zwei, Abrutschen auf Rang drei.

Die Ankündigung eines Protests zog Mercedes nach knapp 24-stündiger Bedenkzeit zurück. Der Rennstall akzeptiere die "Interpretation der Regeln durch die Rennkommissare, deren Entscheidung und die damit verbundene Strafe", hieß es. Allerdings kritisierte das Team eine "Überregulierung des Sports" und kündigte Gespräche mit den Formel-1-Verantwortlichen an.

"Man sollte sich zwischen der FIA und den Teams Gedanken über die Regeln machen. Vielleicht sollte man mehr ins Detail gehen, was tatsächlich erlaubt ist", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff vor Verkündung des Urteils. "Wenn man gar nicht kommunizieren soll, kann man auch das Radio abschalten und es aus dem Wagen werfen."

Zwei Wochen Zeit hat Rosberg, ehe ihn der viermalige Hungaroring-Sieger Hamilton in Ungarn an der Spitze der Fahrerwertung ablösen will. Über die sich verschiebenden Kräfteverhältnisse in dieser Saison will sich der gebürtige Wiesbadener aber keine Gedanken machen. "Darüber denke ich nicht nach. Er hat dieses Wochenende gewonnen und nächstes Rennen werde ich wieder versuchen zu gewinnen", erklärte Rosberg.

Silverstone gab Hamilton spürbar weiteren Auftrieb. "Lewis ist zu Beginn davongestürmt und hatte das richtige Tempo, er ist übers Wasser gegangen", schwärmte Wolff nach dem ersten Rennen mit verschärftem Verhaltenskodex für seine mehrmals ineinander gekrachte Fahrerpaarung. "Der Local Hero zeigte eine fast fehlerfreie Leistung", urteilte der österreichische "Kurier".

Der "Independent" meinte, dass Hamilton mit dem Silverstone-Hattrick endgültig "einen Platz in den Herzen der Briten" erobert habe. Auf die Frage, warum er im mittleren Streckenabschnitt schneller als Rosberg gewesen sei, meinte Hamilton indes scherzend, weil er "größere Eier" habe.

Was der Brite definitiv hat, ist eine imposante Einstellung. Von 43 Punkten Rückstand auf Rosberg nach fünf Rennen und wieder kehrenden Problemen am Silberpfeil hat er sich nicht entmutigen lassen. Nach dem Doppelausfall in Barcelona sei es ihm gelungen, wieder "eine starke und positive Einstellung" aufzubauen. "Deshalb habe ich seitdem ich vier Rennen gewonnen und will das fortsetzen."

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