Medienschelte von Weiler vor K.o.-Duell mit Frankfurt

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René Weiler ärgert sich mächtig über den Umgang mit seinen Aussagen. Foto: Arne Dedert

Der Fall Marco Russ sorgt weiter für Brisanz. Vor dem Millionenspiel gegen Eintracht Frankfurt übt Nürnbergs Coach René Weiler heftige Kritik an Teilen der Medien. Der Schweizer schimpft: "Das ist Verunglimpfung, das ist Rufschädigung."

Nürnberg (dpa) - Vor dem Alles-oder-nichts-Duell gegen Eintracht Frankfurt platzte René Weiler der Kragen. Der Trainer des 1. FC Nürnberg verschaffte sich vor dem Multimillionenspiel Luft und kritisierte Teile der Berichterstattung im Fall Marco Russ.

"Das ist unglaublich, das ist ungeheuerlich. Das ist Verunglimpfung, das ist Rufschädigung", schimpfte der sonst so beherrschte Schweizer bei der Pressekonferenz vor dem Relegationsgipfel am Montag (20.30 Uhr).

Weiler hatte nach dem Hinspiel den Zeitpunkt der Veröffentlichung der Erkrankung von Russ kritisiert. "Anfänglich wurde mit der Aussage ganz normal umgegangen. 'Kritische Worte von Weiler', 'Weiler äußert sich zum Fall Russ'. Später, weil man ja immer wieder doppeln muss, weil ja die Schlagzeilen immer noch skandalöser daherkommen müssen, war die Aussage, Weiler sagte: 'Die Krankheit von Russ wäre eine Inszenierung'; entspricht nullkommanull meiner Aussage."

Bei Russ war einen Tag vor dem 1:1 ein Tumor festgestellt worden. Der Abwehrspieler lief am Donnerstagabend trotzdem auf und erzielte im ersten Duell zwischen dem Bundesliga-16. und dem Zweitliga-Dritten ein Eigentor. "Ich bin frustriert, ich bin schockiert; nicht die Leute müssen ob meiner Aussage schockiert sein, ich bin schockiert", bekräftigte Weiler. "Wie da Aussagen zerpflückt werden", das sei eine besorgniserregende Entwicklung.

Sein Torwart Raphael Schäfer hatte kurz nach Schlusspfiff sogar gemeint: "Ich glaube, wenn einer wirklich schwer krank ist, dann kann er heute kein Fußball spielen." Schäfer entschuldigte sich umgehend dafür, Weiler wiederum sah sich zu einer Klarstellung verpflichtet.

Russ wird diesmal fehlen. Der Verteidiger ist nach seiner zehnten Gelben Karte in dieser Saison gesperrt und wird außerdem bereits am Dienstag operiert. "Er soll sich auf seine Operation konzentrieren. Das ist jetzt das Wichtigste, dass er schnell wieder gesund wird", erklärte Kovac, der mit seinem Team schon seit Wochen im Endspiel-Modus ist. Sie gingen schon die beiden Derbys gegen Mainz und Darmstadt an wie ein Finale, den letzten Bundesliga-Spieltag in Bremen erst recht. "Wir glauben an uns", versicherte Kovac.

Auch der FCN ist von sich überzeugt. Zum achten Mal wollen die Franken den Sprung ins Oberhaus schaffen. "Es ist alles komplett offen für beide Mannschaften, jetzt gibt's nur noch ein Spiel, ein Pokalspiel, ein Endspiel. Das Spiel muss gewonnen werden von der Mannschaft, die weiterkommen will", betonte Weiler. Mit dem gleichen Personal wie im Hinspiel wollen die Nürnberger, denen schon ein torloses Remis reicht, ihren Traum wahr machen.

Auf die Causa Russ wollte Kovac am Sonntag nicht mehr weiter eingehen. "Ich will das Thema nicht mehr großartig breittreten. Wir konzentrieren uns voll auf das Spiel", sagte er. Für die Eintracht bleibt diese Gemengelage jedoch sehr belastend. Das wichtigste Spiel der vergangenen Jahre steht im Schatten eines persönlichen Schicksals. "Wenn man es auf Marco bezieht, muss man sagen: Fußball ist nur eine Nebensache. Aber für uns ist diese Nebensache sehr wichtig", meinte Kovac.

Ganz ähnlich dürfte das Weiler sehen. Für den Schlusspunkt dieser Bundesligasaison ist ihm ganz besonders wichtig: "Ich hoffe, dass morgen Abend das Spiel im Vordergrund steht."

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