Silberner EM-Abschied für Betty Heidler: "total happy"   

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Betty Heidler schleudert den Hammer auf 75,77 Meter. Foto: Michael Kappeler

Auf ihrer Abschiedstournee hat Hammerwerferin Betty Heidler bei der EM eine silberne Medaille mitgenommen. Nach den Olympischen Spielen in Rio ist für sie endgültig Schluss - vielleicht noch einmal mit Edelmetall.

Amsterdam (dpa) - Hammerwerferin Betty Heidler hat beim EM-Abschied in Amsterdam noch einmal den richtigen Dreh gefunden. Bei ihrer letzten kontinentalen Meisterschaft dekorierte sich die 32 Jahre alte Berlinerin mit Silber und verließ mit einem strahlenden Lächeln den Ring.

75,77 Meter bedeuteten am Freitag zugleich Jahresbestweite für die Europameisterin von 2010. "Ich bin stolz und total happy. Über diese Medaille freue ich mich riesig", sagte Heidler zufrieden.

Unerreichbar für die Athletin von der LG Eintracht Frankfurt war einmal mehr die polnische Weltrekordlerin Anita Wlodarczyk, die mit 78,14 Metern zum dritten Mal in Serie Europameisterin wurde. "Aber auch sie ist nicht unschlagbar", stellte Heidler fest. "Das war hier nur ein Test für Rio. Dort muss ich noch was draufpacken."

Heidler konnte sich zunächst in den ersten drei Versuchen von 71,27 über 73,19 auf 75,77 Meter steigern. Weiter ging es danach nicht mehr. "Unser Wunsch war ein Ergebnis über 77 Meter", sagte Trainer Michael Dehyle. Vielleicht klappt das bei Olympia.

Die EM-Qualifikation zwei Tage zuvor war für die routinierte Werferin ("Ich war extrem nervös") zwar wieder eine Angstpartie, allerdings mit gutem Ausgang. Schon mit dem ersten Wurf auf 71,46 Meter hatte sie die Endkampf-Teilnahme perfekt gemacht. Keine Selbstverständlichkeit für die Polizeihauptmeisterin aus Berlin, die bei den Weltmeisterschaften 2005 und 2013 sowie bei der EM 2012 jeweils in den Ausscheidungen auf der Strecke geblieben war.

Bei den Olympischen Spielen in Rio will sie zum Abschied noch einmal groß auftrumpfen. "Ich will zeigen, was ich drauf habe", sagte die Weltmeisterin von 2007 und Olympia-Dritte von 2012.

Und sie ist zuversichtlich, dass bei ihrem vierten Olympia-Start noch einmal der große Hammer kommen kann. "Wenn ich meine Saisonbestleistung verbessern kann, ist auch eine Medaille drin", äußerte Heidler ihre Hoffnung. In der Weltrangliste stehen derzeit nur die US-Amerikanerin Gwen Berry (76,31) und mit weitem Abstand Wlodarczyk (79,61) vor der Deutschen.

"Es sind meine letzten Spiele und ich will sie auch genießen", sagte Heidler. "Mit dieser entspannten Situation, mir und keinem anderen etwas beweisen zu müssen, will ich abrufen, was ich kann. Wenn mir das gelingt, wird es auch gut werden." Vor alllem wolle sie zufrieden von Olympia zurückkehren. "Eine Medaille ist realistisch und ist mein Ziel, aber ich versteife mich nicht darauf."

Zu einem schönen Karriereabschluss würde ein Wurf über ihre Leistungsgrenze hinaus passen - also die magische 80-Meter-Marke. Mit ihrer persönlichen Bestleistung von 79,42 Metern war Heidler von 2011 bis 2014 Weltrekordlerin. "Das ist immer noch aktuell und realistisch", meinte sie zur Sehnsucht, den ersten 80-Meter-Wurf ihres Lebens noch zu schaffen. Bisher hat das nur eine geschafft: Anita Wlodarczyk mit 81,88 Meter.

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