Grandiose Rückkehr - Mayer gewinnt Tennisturnier in Halle

Alexander Zverev (l) und Sieger Florian Mayer mit ihren Trophäen. Foto: Friso Gentsch
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Alexander Zverev (l) und Sieger Florian Mayer mit ihren Trophäen. Foto: Friso Gentsch
Florian Mayer und seine riesige Trophäe. Foto: Friso Gentsch
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Florian Mayer und seine riesige Trophäe. Foto: Friso Gentsch
Alexander Zverev (l) gratuliert Florian Mayer zum Sieg. Foto: Friso Gentsch
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Alexander Zverev (l) gratuliert Florian Mayer zum Sieg. Foto: Friso Gentsch
Florian Mayer hat das ATP-Turnier in Halle/Westfalen gewonnen. Foto: Friso Gentsch
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Florian Mayer hat das ATP-Turnier in Halle/Westfalen gewonnen. Foto: Friso Gentsch
Florian Mayer ging nach dem verwandelten Matchball in die Knie. Foto: Friso Gentsch
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Florian Mayer ging nach dem verwandelten Matchball in die Knie. Foto: Friso Gentsch
Alexander Zverev war nach seiner Niederlage enttäuscht. Foto: Friso Gentsch
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Alexander Zverev war nach seiner Niederlage enttäuscht. Foto: Friso Gentsch

In den vergangenen Jahren hatte Florian Mayer vor allem mit Verletzungen zu kämpfen. Nun hat der Bayreuther wieder Spaß am Tennis - und stoppte in Halle den Erfolgskurs eines Ausnahmetalents.

Halle/Westfalen (dpa) - Mit einem Endspiel-Erfolg über Federer-Bezwinger Alexander Zverev hat Routinier Florian Mayer beim Rasen-Turnier im westfälischen Halle seine Rückkehr auf die Tennis-Tour gekrönt.

"Ich habe es zwei Jahre nicht gehabt, vor einem vollen Haus zu spielen, weil ich so viel verletzt war", sagte Mayer überglücklich im ZDF. "Ich war nicht sicher, ob ich weiter spiele. Jetzt stehe ich hier und kann es nicht fassen."

Eine Woche vor Wimbledon feierte der Bayreuther mit dem 6:2, 5:7, 6:3 in einer dramatischen Partie gegen das Ausnahmetalent Zverev den größten Erfolg seiner Karriere. Damit meldet er sich nach einer langen, verletzungsbedingten Leidenszeit unter den Top 100 der Welt zurück. Nach einem Sehnenanriss an den Adduktoren und einer monatelangen Zwangspause tritt der Bayer erst seit Mitte April wieder auf der Tennis-Bühne auf.

Um 17.19 Uhr nahm Mayer die Trophäe aus den Händen der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hannelore Kraft in Empfang. "Im letzten Spiel war ich so nervös, ich konnte den Schläger nicht mehr halten", gab der frühere Davis-Cup-Spieler zu. Mit seinem variantenreichen Spiel und zahlreichen Stoppbällen war er am Sonntag für die große deutsche Tennis-Hoffnung Zverev zu stark. "Mach dir keine Sorgen, dir gehört die Zukunft", machte er dem Rivalen Mut.

Mayers Seuchenzeit hatte schon vor der Adduktoren-Verletzung begonnen. Bereits vom Frühjahr 2014 an musste er über 12 Monate wegen einer Schambeinverletzung pausieren. In der Weltrangliste war er damit weit zurückgefallen und nur als Nummer 192 in das Turnier gestartet. Seine märchenhafte Geschichte in Halle bekommt auch dadurch noch eine besondere Note, weil er sich darüber geärgert hatte, keine Wildcard von den Organisatoren bekommen zu haben - obwohl er in der Vergangenheit ein Dauergast im Viertelfinale war. Nur durch eine Sonderregelung rutschte er direkt in das Hauptfeld.

Im Endspiel verwandelte der Wimbledon-Viertelfinalist von 2004 und 2012 nach 1:55 Stunden seinen fünften Matchball und sank überwältigt auf die Knie. Damit verhinderte er den ersten Titelgewinn von Zverev. Schon bei 5:4 im zweiten Satz vergab er vor 11 500 Zuschauern auf dem ausverkauften Center Court zwei Chancen, das Finale für sich zu entscheiden. Für den größten Erfolg seiner Karriere und den Sprung auf Weltranglistenplatz 80 bekam Mayer ein Preisgeld von 386 925 Euro. Seinen zuvor einzigen ATP-Titel hatte er vor fast fünf Jahren in Bukarest gefeiert.

"Das war heute mein schlechtestes Spiel seit Wochen", haderte ein unzufriedener Zverev. "Unglücklicherweise musste diese Woche so enden." Der Hamburger darf sich mit 181 720 Euro trösten - und damit, dass er nun erstmals unter den Top 30 geführt wird. Damit wird der Senkrechtstarter beim Rasen-Klassiker in Wimbledon gesetzt und geht den größten Stars der Branche erst einmal aus dem Weg. "Ich bin überzeugt, dass er in die Top Ten kommt, aber er will mehr erreichen", prognostizierte Roger Federer. Der Schweizer hatte sich dem jungen Norddeutschen im Halbfinale geschlagen geben müssen. "Ich finde, er ist ein Super-Talent. Er arbeitet hart und sehr seriös."

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