Kalender für neue Saison steht

Bestätigt: 2017 kein Formel-1-Rennen in Deutschland

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Keine Einigung mit den Betreibern der deutschen Rennstrecken: Bernie Ecclestone und die Formel 1 kommen 2017 nicht nach Deutschland.

München - Die Formel 1 macht im kommenden Jahr einen Bogen um Deutschland. Damit umfasst die Saison 2017 ein Rennen weniger als die am Sonntag zu Ende gegangene Saison.

Kein Heimrennen für den neuen Weltmeister: Formel-1-Champion Nico Rosberg (31) und Co. fahren nächste Saison definitiv nicht in Deutschland. Das bestätigte der Motorsport-Weltrat der FIA auf seiner Sitzung am Mittwoch in Wien. Der in der provisorischen Planung zunächst für den 30. Juli angesetzte Große Preis auf dem Hockenheimring fehlt im nun abgesegneten offiziellen Rennkalender für das Jahr 2017.

Wie zuletzt 2015 findet damit kein Rennen im Land des Weltmeister-Teams Mercedes statt. Die neue Saison umfasst insgesamt 20 Rennen, Australien macht traditionell am 26. März den Auftakt. Spätestens nach dem Finale am 26. November in Abu Dhabi steht der neue Weltmeister fest. In diesem Jahr holte Rosberg in der Rekord-Saison mit 21 Grand Prix seinen ersten Titel.

Nürburgring-Betreiber schon 2015 nicht zahlungswillig

In ungeraden Jahren war der Große Preis von Deutschland seit 2007 turnusmäßig auf dem Nürburgring ausgetragen worden, doch bereits 2015 waren die Betreiber des Eifel-Kurses nicht bereit, die von Chefpromoter Bernie Ecclestone aufgerufene Antrittsgage zu zahlen. Zuletzt war darüber verhandelt worden, dass der Hockenheimring einspringen könnte. Doch auch den Machern um Geschäftsführer Georg Seiler war das finanzielle Risiko zu groß. Schon in der vergangenen Woche hatten Seiler und Ecclestone ein Scheitern der Verhandlungen verkündet. Für die Saison 2018 besitzt der Hockenheimring aber einen gültigen Vertrag.

Das Hockenheim-Aus sei "zwar bedauerlich, aber nicht überraschend, zumal ein Termin nur unter Vorbehalt genannt wurde und kein Formel-1-Vertragsverhältnis für den Hockenheimring bestand", hatte Seiler dem SID schon zuletzt gesagt, nachdem sich die Entwicklung angekündigt hatte. Immer wieder betonte der Manager, dass mit der Austragung des Rennens kein wirtschaftliches Risiko verbunden sein dürfe. Es könne nicht sein, "dass wir für den Sport draufzahlen. Wir sind ein Unternehmen, das die Rennstrecke instand halten und Investitionen tätigen muss."

Bis zu 15 Millionen Euro hätte Rennen in Hockenheim gekostet

Angeblich zwölf bis 15 Millionen Euro hätte Hockenheim zahlen müssen, um Weltmeister Rosberg, Ferrari-Star Sebastian Vettel und Co. in die Heimat zu holen. Für Ecclestone-Verhältnisse ist das ein Schnäppchen, Strecken in Asien oder im arabischen Raum zahlen viel mehr. Und doch ist es zu viel für die deutschen Betreiber, um verlässlich ohne Verluste zu bleiben. Daher fordert Seiler auch ein Bekenntnis aus Wirtschaft und Politik: "Hersteller, Land und andere Sponsoren, die die Formel 1 ebenfalls wollen, müssen überlegen, wie sie unterstützen können."

Ob der PS-Zirkus nach 2018 - wenn der Vertrag mit dem Hockenheimring ausläuft - weiter im Stammland der Silberpfeile Station macht, steht in den Sternen. "Wir können das Rennen in Deutschland nicht weiter subventionieren, wenn wir das Gleiche nicht auch mit anderen Rennen in Europa machen", sagte Ecclestone unlängst. Ein wenig Hoffnung macht indes der designierte Formel-1-Eigner Liberty Media. Die Amerikaner haben zumindest angekündigt "den Kernmarkt Europa stärken" zu wollen und das Erlösmodell zu verändern, um die Strecken zu entlasten. Ob dies umgesetzt wird, bleibt allerdings abzuwarten.

sid

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