Englands Trainersuche: Carragher plädiert für Klinsmann

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Jürgen Klinsmann gilt als möglicher Trainer-Kandidat der englischen Nationalmannschaft. Foto: Marius Becker

Wer soll die schier unmögliche Aufgabe übernehmen und Englands Nationalteam zum Erfolg führen? Der Verband spielt öffentlich auf Zeit und ermöglicht so Spekulationen über prominente Namen - darunter auch ein Deutscher.

London (dpa) - Englands Fußball muss sich nach dem peinlichen EM-Aus auf eine zähe Trainersuche einstellen. Der Verband FA will im Extremfall sogar bis zu ein Jahr mit der Verpflichtung eines neuen Coaches warten und eröffnet so die Chance für mögliche Anwärter wie Jürgen Klinsmann oder Arsène Wenger.

"Wenn man sagt, diese Person ist der absolut passende Kandidat, könnt ihr warten, dann sind wir gut mit einer Interimslösung aufgestellt", sagte FA-Geschäftsführer Martin Glenn nach der Abreise des Teams. Dass es zwölf Monate dauert und damit die Hälfte der WM-Qualifikation vergeht, bis ein Nachfolger des zurückgetretenen Roy Hodgson übernimmt sei unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen.

Ex-Nationalspieler Jamie Carragher sprach sich nach dem demütigenden 1:2 im Achtelfinale gegen Island bereits für Klinsmann als neuen Coach der Three Lions aus. "Er hat ein WM-Halbfinale mit Deutschland erreicht, das Copa-America-Halbfinale mit den USA und er kennt unser Spiel", sagte Carragher der "Daily Mail" über den aktuellen Coach der Amerikaner und kritisierte gleichzeitig die aktuellen Spieler. "Die Generation aus den Akademien ist physisch und mental schwach", erklärte der 38-Jährige. "Wir denken, dass wir Männer aus ihnen machen, aber in Wirklichkeit schaffen wir Babys."

Der Verband erklärte, nach Sven-Göran Eriksson und Fabio Capello auch wieder einen Nicht-Engländer auf dem Trainerposten in Betracht zu ziehen. "Die Bereitschaft der FA, einen dritten Ausländer zu beschäftigen, könnte Jürgen Klinsmann in die Debatte bringen", schrieb die "Times".

Doch noch favorisieren die englischen Medien derzeit eine Lösung mit Wenger. Der Franzose steht allerdings noch ein Jahr beim FC Arsenal unter Vertrag und hatte schon in der Vergangenheit Avancen des Verbands zurückgewiesen. "Hat Arsène ein fantastisches Verständnis der Premier League, der englischen Spieler, der englischen Medien, der Erwartungen Englands? Absolut", sagte der Technische Direktor Dan Ashworth, der die Trainerfindungskommission leitet, zuletzt. "Würde ich ihn also ausschließen? Wahrscheinlich nicht. Er könnte es nur nicht wollen."

Wer will aber den "impossible job", den unmöglich auszuführenden Job, wie Trainer-Legende Sir Alex Ferguson das Amt in der Vergangenheit bereits beschrieb. Sollte England erst einmal einen Übergangstrainer benötigen, gilt der bisherige U21-Coach Gareth Southgate als Favorit für den Posten. "Ich kommentiere keine Namen, aber es wäre eine offensichtliche Wahl", sagte Top-Funktionär Glenn über den früheren Profi.

Bis dahin will der Verband nichts unversucht lassen, das Nationalteam aus der Krise zu führen. Einem Bericht der "Times" zufolge plant der Verband einen Vorstoß zur Einführung einer Winterpause im Januar, der allerdings die Premier League zustimmen müsste.

Und auch bei der Trainersuche wird nichts ausgeschlossen - fast nichts. "Es muss der beste Mann oder die beste Frau für den Job sein", sagte Glenn. Kurze Pause. Bahnt sich da eine Riesen-Sensation an? "Wahrscheinlicher doch ein Mann, aber es muss die beste Person für den Job", korrigiert sich der FA-Funktionär schnell.

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