Schwacher Start der deutschen Gruppengegner

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Tschechien kam gegen Nordirland nicht über ein 0:0 hinaus. 

Düsseldorf  - Die Deutschen gehen als großer Favorit in die kommenden Gruppenspiele. Anders als der Weltmeister starteten die Gegner aus Tschechien, Nordirland, Aserbaidschan und San Marino nur dürftig in die WM-Qualifikation.

Fahrlässiger Umgang mit Torchancen, überschaubares spielerisches Niveau - die deutschen Gruppengegner haben zum Start in die WM-Qualifikation nur wenig Eindruck hinterlassen.

Weder der Auftritt der Tschechen bei der Nullnummer gegen Nordirland noch das 1:0 von Aserbaidschan in San Marino waren dazu angetan, dem Weltmeister Respekt einzuflößen. Ungeachtet der vielen ungenutzten Möglichkeiten beim Duell mit den Nordiren sieht Tschechiens Trainer Karel Jarolim der schweren Aufgabe gegen die DFB-Elf am 8. Oktober zuversichtlich entgegen: "Wir werden das vor den Spielen gegen Deutschland, Aserbaidschan und Norwegen korrigieren."

Doch die Leistung des tschechischen Teams, das nach den Rücktritten von Stars wie Petr Cech und Tomas Rosicky vor einem Neuaufbau steht, machte nur wenig Mut für kommende Aufgaben. "An die Premiere von Trainer Jarolim bei der WM-Qualifikation wird man sich nicht lang erinnern, denn es gibt nichts zu erinnern", befand die Zeitung "MF Dnes".

Einzig der Fehlschuss von Filip Novak hinterließ bleibenden Eindruck. In spektakulärer Manier verfehlte der Abwehrspieler in der 62. Minute aus kurzer Distanz das Tor und sorgte damit für reichlich Gesprächsstoff und Klicks im Internet. "So eine Gelegenheit gibt es nicht häufig während eines Spiels", klagte Jarolim.

Wenig berauschend ging es auch beim 1:0 von Aserbaidschan über Außenseiter San Marino zu. Nur das erste Länderspiel-Tor von Ruslan Gurbanow unmittelbar vor der Pause ersparte den Gästen eine Blamage. Trotz des knappen Resultats erlebte Trainer Robert Prosinecki einen weitgehend stressfreien Fußball-Abend, weil der verdiente Erfolg seines Team gegen den harmlosen Fußball-Zwerg nie in Gefahr geriet.

Davon konnte bei Sam Allardyce keine Rede sein. Gleich sein erstes Spiel als englischer Nationalcoach zerrte mächtig an den Nerven. Erst der späte Treffer von Adam Lallana in der fünften Minute der Nachspielzeit zum 1:0 in der Slowakei nahm ihm die Sorge vor einem Fehlstart in die Gruppe F. "Das Tor hat mich sehr erleichtert", bekannte der 61 Jahre alte Hodgson-Nachfolger im "Guardian". Er feierte gut zwei Monate nach seinem Amtsantritt ein glückliches Debüt.

Ähnlich wie Allardyce schien auch Regisseur Wayne Rooney von Lasten befreit: "Es war zeitweise frustrierend. Glücklicherweise hat uns Adam zum Schluss mit seinem Tor einen großartigen Start beschert." Der wachsende Druck der Engländer nach der Gelb-Roten Karte für den Slowaken Martin Skrtel (58.) machte sich dank Lallana doch noch bezahlt. Damit ist Allardyce der neunte englische Nationalcoach in Serie mit einem erfolgreichen Einstand.

Dagegen blieb Christoph Daum ein ermutigendes Debüt als Nationaltrainer verwehrt. Im Heimspiel der Gruppe E gegen Montenegro kam sein neues Team aus Rumänien nicht über ein 1:1 hinaus. Die unglückliche Dramaturgie erhöhte den Frust des einstigen Bundesliga-Trainers: Nur zwei Minuten nach dem späten Führungstreffer durch Adrian Popa (85.) sorgte Stevan Jovetic für den Ausgleich der Gäste. Zu allem Überfluss verschoss Daums Mittelfeldspieler Nicolae Stanciu in der siebten Minute der Nachspielzeit einen Foulelfmeter. "Für ihre Leistung in der 2. Halbzeit haben die Spieler eigentlich drei Punkte verdient", klagte Daum.

Nicht viel besser erging es Gruppegegner Polen beim 2:2 in Kasachstan. Nach den frühen Treffern von Bartosz Kapustka (9.) und Bayern-Star Robert Lewandowski (35./Elfmeter) schien alles auf einen Sieg des EM-Viertelfinalisten hinauszulaufen. Doch ein Doppelschlag von Sergej Chischnitschenko (51./58.) sorgte in dem mit den drei Bundesliga-Profis Jakub Blaszczykowski (Wolfsburg), Lukasz Piszczek (Dortmund) und Lewandowski besetzten polnischen Team für Frust. Die Tabellenführung übernahmen vorerst die Dänen nach einem knappen 1:0 über Armenien.

dpa

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