Schubert scherzt, Eberl zürnt - Gladbach feiert Saisonziel

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Trotz seiner guten Bilanz gibt es Gerüchte um die Zukunft von Gladbach-Trainer André Schubert. Foto: Ina Fassbender

Die Teilnahme an den Champions-League-Playoffs ist Gladbach kaum noch zu nehmen. Und das nach einem Saisonstart mit fünf Spielen ohne Punkt. Trotz des Erfolgs gab es zuletzt Gerüchte um die Zukunft von Trainer Schubert. Der Coach nimmt das mit Humor.

Mönchengladbach (dpa) - Die Spekulationen um seine Zukunft ließen André Schubert kalt. Betont locker reagierte der Trainer von Borussia Mönchengladbach auf die Gerüchte der vergangenen Tage, wonach seine Ablösung durch Augsburgs Coach Markus Weinzierl bevorstünde.

"Markus Weinzierl muss ja ein unheimlich schnelles Auto haben, weil er ja nächstes Jahr immer zwischen Schalke und Gladbach hin und her fahren muss", sagte Schubert nach dem 2:1-Erfolg seines Teams in der Fußball-Bundesliga gegen Bayer Leverkusen scherzhaft. Weinzierl ist angeblich auch bei Schalke 04 ein Trainerkandidat.

Schuberts gute Laune war durchaus nachvollziehbar: Vor 54 010 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park hatte André Hahn (43./79.) mit seinem Doppelpack das Spiel nach der Leverkusener Führung von Charles Aránguiz (20.) zugunsten der Gladbacher gedreht. Der Club vom Niederrhein hat die Champions-League-Playoffs angesichts von drei Punkten Vorsprung auf die Konkurrenz und des deutlich besseren Torverhältnisses so gut wie sicher.

Das war nach einem Saisonstart mit fünf Niederlagen in Serie nicht unbedingt zu erwarten. "Seit dem sechsten Spieltag hat außer Bayern und Dortmund keiner öfter gewonnen als wir", sagte Schubert. "Da sieht man, was die Mannschaft geleistet hat. Mit all den Problemen, die wir hatten." Schuberts Bilanz ist in der Tat beeindruckend. In 28 Spielen unter dem Fußball-Lehrer holte die Borussia 52 Punkte.

Entsprechend wütend reagierte dann auch VfL-Sportdirektor Max Eberl auf die Fragen der Journalisten zu Schuberts Zukunft: "Ich werde nicht jeden Tag etwas dazu sagen. Wir sind Vierter geworden und ich bekomme nur diese Fragen, das ist bodenlos."

Granit Xhaka sah das ähnlich. Er hatte ebenfalls kein Verständnis für die Trainer-Diskussionen. "Wenn ein Trainer mit seiner Mannschaft am Saisonende auf dem vierten Platz steht, ob man da den Trainer wechselt, weiß ich nicht", sagte der Schweizer. Schubert habe einen "sehr großen Anteil" am Erfolg des Teams.

Aus Xhakas Sicht sollte Schuberts Weiterbeschäftigung sicher sein. Ob der Gladbacher Kapitän in der nächsten Saison selbst noch mit an Bord ist, scheint dagegen offen. "Es liegt nicht allein an mir", meinte Xhaka. "Ich kann nur sagen, dass ich hier sehr glücklich bin." Zu möglichen Angeboten anderer Vereine sagte er: "Wenn etwas kommen wird, schauen wir uns den Club an. Bis heute gibt es nichts Großes."

Xhaka, dessen Vertrag bei der Borussia noch bis 2019 gilt, stellte seinen Wert für das Gladbacher Spiel auch gegen Leverkusen wieder eindrucksvoll unter Beweis. Er zog im Mittelfeld die Fäden und leitete einige Angriffe der Hausherren mit sehenswerten Pässen ein. "Die Ruhe und die Körpersprache, mit der Granit in den letzten Wochen diese Mannschaft geführt hat, finde ich grandios", sagte Schubert.

Eberl erklärte: "Wir werden um Granit kämpfen." Dabei ist die Aussicht auf die Champions-League-Playoffs ein gutes Argument des Sportdirektors. Ob es auch mit der Gruppenphase klappt, ist allerdings fraglich. Schon einmal scheiterte Gladbach in den Qualifikationsspielen: 2012 war Dynamo Kiew für die Borussia eine Nummer zu groß. "Ich glaube, dass die Jungs schon mehr Erfahrung haben als es 2012 der Fall war, als wir als totaler Newcomer dahin kamen", sagte Eberl.

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